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Wiener Morgenzeitung · 1919-01-27 · Heft 9 (27.1.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 9 (27.1.1919)
Date
1919-01-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sfr. 9 Wien, Montag WLerrer MorZsnzsrtMg Stimmen als bei den. allgemeinen Wahlen. Um A Uhr abends muß die. Stimmenabgabe geschlossen werden. Die genauen ResiMt^ werden erst morgen in später Abendstunde.bekanntgegeben werden. i ' Kcirlin,.. 86. Jänner.. Troß des, herrschenden Schneetreibens ist die Wahlbeteiligung eine sehr rege. 'Lot den Wahllokalen, die nach den Erfahrungen des vorigen Sonntags vermehrt worden waren, um eine 27. Lanner ISIS rft diesmal k e i n Mil L t ä r aufgeboten; dagegen find in den Vororten militärische Sicherungs- Maßnahmen getroffen, die aber einen wesentlich geringeren Umsang haben als bei der Wahl zür Nüüonal- Des VeLs«ffU«gSMLwM'f.>? - Berlin» 26. Jänner. (Meldung des Wolffschm ' Bureaus.) Die Beratungen der Vertteter der deutschen Freistaaten über den Versaffungsentwurf wurden gestern nachmittags fortgesetzt. Noch stärker als die Verhandlungen vormittags wurden sie durch das Bekenn t n i s zum Einh eitsftaat gekennzeichnet, zugleich aber auch durch die Einsicht, baß ein solcher Einheitsstaat rächt ohne weiteres zu erreichen sein wird und daß darum auf die. nun einmal vorhandenen Hemmungen gebührende Rücksicht genommen werden müßte. Nach Ablauf der Verhandlungen Konnte Staatssekretär Preuß Mit Genugtuung feststellen, daß so mancherlei Meinungen auch zum Airsdruck gekommen waren, sich im . großen und ganzen doch sagen lasse, daß die Aussichten auf E i n i g u n g recht erheblich seien.. Er sei der festen Hoffnung, daß cs gelingen werde, seinen Vorschlag nach den vorgetrageken Auffassungen und 'Wünschen so zu wandeln, daß ein brauchbares ' Instrument jjuftanbe komme. Heute trat unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern eine Komunffion. zusammen, der Vertreter der Ein z e l st a a L e n angehören, um den Entwurf eines provisorischen Grundgesetzes, das der Nanonalvexfcmmüung zur Sofortigen Pefchlußfaflung vorgelegt werden soll, zu beraten. Das Grundgesetz sieht lediglich die Einsetzung einer Zentralgewalt, die ' Bildung,eines Ncichsmmisteriums und die Mitwirkung der Regiemngen der Einzelftaaten bei der Nationalversammlung vor. Auch der vorliegende Vrrfassungsentwürs wurde der K-omnüssion überwiesen. FpprherL Lev NeliAstrsübrirrg irr Gs^sm. - München» 20. Jänner. (Meldung der Telsgraphen-Konrpagme.) Das Müüsterium für Unterricht! und Kultus hat verfügt, daß der reichsrechtlich ausgesprochene Grundsatz, wonach die Freiheit der Religionsüöung gewährleistet ist, auch gegenüber den bayerischen Altkatholiken Geltung habe. Diese unterliegen daher „ dem. hisherigen^Beschränkungen in den ' ÄeUMsühüngen. nicht' weht? ArbMSZRMNg in München, 26. Jänner. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Der Münchner Arbeiterrat beschloß einstimmig. daß denjenigen Arbeitern sofort die Erwerbslosenunterstütznng für alle Zukunft entzogen wird, die sich weigern, eine ihnen Angewiesene Arbeit, die sie leisten können, und für di? ihnen d;esüdlichen Tarifsätze bezahlt werden, zu übernehmen. Der Antrag wird an das Ministerium für soziale Fürsorge weitergeleitet werden. In München beträgt die.Zahl der Erwerbslosen über 32.000 Personen. - BesorMis wegen des BorLrmgerrs der ' TschrchLrr. BrssZM, 26. Jänner.. Die Schlesische Zeitung 'schreibt: Mit der Eroberung Oderbrrgs sind die Tschechen nahe an . die Tore Oberschlesiens herangerückt. Besonders b e d r o h t ift die Grafsch a f t G l a tz. Nach zuverlässigen Nachrichten von jenseits der Greche besteht bei den' Tschechen der Plan, das Glotzer Land m drei Richtungen anzugreifem Auch gegen Sachsen sind Untemehmungen vorbereitet. Darauf lassen starke Truppenansammlungen, in der Gegend von R e i ch e n b e vg schließen. In der letzten Woche sind starke Verschiebungen an der Grerrze bei Z i e g e n h.a l s wahrgenommen worden. Infolge der ausgedehnten Spionage sind die Tschechen über die Verhältnisse bei uns genau orientiert. In Glatz halten sich zurzeit österreichische Eisenb a h n b e a m t e auf, die von Haus aus Tschechen sind. Das Blatt verlangt schließlich eine scharfe Greitz- Kontrolle. Aus der Lschechs Republik. . iÄevLsion des Prozeffes §egerr Zshmmes Huß? , Prag» 85. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) In der Vollversammlung der Geistlichkeit hat Abgeordneter Pater Zahradnik, wie der Veeer meldetz ,bte Revision' des Huß-Prozeßes verlangt und hierbei, unter anderem erklärt,wenneineVrückezwifchen dem Papst und der tschechischen Nation geschlagen werden könnte, so wäre dies dle.Rchabilimrung Huß. Davon würde dis Kirche nur Vorteile ziehen, ds er Tatsache sei, daß anHutz ein Justizmord verübt wurde. Zur Wiedergutmachung eines (Unrechtes nie zu spät. Viel bitteren Borwürfen gegen die katholische Kirche würde durch die Rehabilitierung des Huß die Spitze abgebrochen werden. Das zitierte.Blatt bemerkt hierzu, daß selbst ein aus lauter .Modernisten' zusammengesetztes TÜbünal das Konstanzer Urteil nicht zu kassieren imstande wäre, denn Huß sei tatsächlich ein Ketzer tm Sinne de? Kirche gewesen und dieses sein Ketzertum habe'ihn unsterblich gemacht, weil, er damit zuerst den Weg des modernen Denkensgegangen sei. Die Revision des Prozesses ernstlich zu wollen, hidße Huß seines, größten Ruhmes entkleiden. f Dsv KaMpf rrm OLerSerg. Berlm, 27.Jänner/ Die Vossische Zeitung meldet zum tschechischen Vorstoß gegen Oderberg folgendes: Bei der Einnahme der Stadt waren die Tschechen' zwei Regimenter stark und führten einige Geschütze mit. sich. Die Polen waren von dieser Uebermacht rechtzeitig unterrichtet und zogen sich zurück. Der Kcunpf selbst fand nur mit polnischen Nachhuten statt. Die Tschechen zogen weiter und trafen Samstag nachmittags auf starke polnische Kräfte bei Petrowitz und Karwin. Die Tschechen sollen etwa 20.000 Mann stark gewesen sein. Der Vormarsch her Tschechen wurde nicht fortgesetzt. Der Grenzschutz in. Schlesien wird andauernd verstärkt. Der Güterverkehr nach Schlesien ruht schon seit längerer Zeit vollständig. Em tschechrfchsr.'NaichMf für Liebknecht Prag, 25. Jänner. (Tel. der'„Wr. Morgenztg.") Im Klub der sozialdemokratischen Mitglieder der Nationalversammlung hielt der Vorsitzende Bechyne den Opfern des Berliner Mordes einen Nachruf und sagte unter anderem: Wenn es auch nicht möglich war, in den letzten Monaten mit der Taktik Karl Liebknechts und Rosa Lux pm bur g s übereinzustimmen, so bleibt es doch für immer eine Wahrheit» daß beide mit ihrem ganzen Leben für große Ideale eintraten^und daß sie dem arbeitenden Volke alles gaben, 'was sie hartem Es erfüllt uns mit tiefer Trauer, daß sie vorzeitig gestorben sind. Das tscheschifche Proletariat wird beiden' Vorkämpfern des internationalen Sozialismus ein dauerndes Andenken bewahren. ANgKru. ' Eine gespreKgLe Äntisemit§AVersamm§nrrg. WuLKpest, 26. Jänner. Die vom antisemitischen Verein „Das erwachende Ungarn" heute nachmittags im Museumgarten veranstaltete Versammlung endete mit einer wüsten Schlägerei. Es waren über 5000 Sozialdemokraten, Radikale,'und Kommunisten erschienen, um die Versammlung zu vereiteln, falls wieder antisemittfche Kundgebungen provoziert werden sollten. Als der erste Redner eine Hetzrede schlimmster Art begann, ging der Lärm los, und obwohl die Polizei sich ins Mittel legte, entspann sich ein Handgemenge, wobei es Verwundete gab. Die Versammlung konnte natürlich nicht fortgesetzt werden. Die Absicht des antisemitischen Vereines, einen Protestbummel durch die Stadt zu unternehmen, wurde ebenfalls vereitelt. ZtMsu. Keine SchikMisrrmg der Prsffs mehr. Nsm, 25.. Jänner. (Agenzia Stefanü) Das Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, das die Einschränkung der Seitenzahl der Tagesblatter aushebl. PVTtUgKl. ^Sg dev AepubUkr. Liffabon, 25. Jänner. (Havas-Meldung.) Der Kampf hat mit einem Sieg der Republikaner über die Monarchisten geendet. König Mmmel. Paris, 26. Jänner. Die Blätter melden aus Madrid: Es erhält sich das Gerücht, daß König Manuel in Spanien oder Portugal welle. Nach einem Telegramm aus Lissabon sei der Vertreter des Königs Ayres Ornolas in Monsanto getötet worden. BeVorftehendsr Angriff auf Opsrtv. * Amsterdam, 25. Jänner. Das Reutersche Bureau meldet aus Vigo: Aus Oporto kommende Reisende tellten mit, daß cm Flugzeug, daß sich über der Stadt bewegte, Proklamationen abwarf, worin die Fremden aufgefordert werden, die Stadt zu verlaffen, um nicl)t Opfer des zu erwartenden Blutbades Zu werden. Die Morrarchrfte« in O^srts eirrgeschloffru. Liffudou, 24. Jänner. (Havüs-Meldung.) Man hofft, daß Oporto der stets enger werdenden Abjchließnng nicht werde Stand halten können. Die Lage sehr ernst. Asm, 26. Jänner. (Agenzia Stefan?.) - Giornale d*Italia sagt, daß die Abreise des päpstlichen Nuntius nach Lrffabon wegen der politischen Bewegung in diesem 'LMde geschaffene» Lage noch verschoben worden sei. Die Nachrichten, die dem Vatikan von Seite des vortugiesifcheu Episkopats Mgegangen sind. Verstchem, »aß die Lage sehr «rast sei, rnd daß noch nicht abzrffrhea sei. »h e» der Regierung möglich sein werde, die MMürchislischr BewegunK zu unterdrücken. Mn «sere Wiener ■ ALVAMKtSNl ■ Ab tzeNts Lrg'mnerr wir bsmit, rLnssr Blatts Herr Wiener Abormsnterr durch AustrSgermueu MsteKsA zu Lafferr. Zur Sicherheit wird Lurch einige Tage die ZusteMurg per Post weiter fortMetzt. . Die AdmiMstraLio«. FraMreich. Keiue Annexion Luxemburgs. . Amsterdsm, 25. .Jänner. (Meldung der , Tele< graphen-Kompagnie.) DerTelegraaf meldet ans Paris, daß nach der Zeitung Victoire bereits zwei Abgcvrdf neten der belgischen Regierung die Versicherung geben wurde, daß Frankreich Luxemburg nicht annektieren wolle. \ ErrglaRÄ. V Das Verhältnis Irlands zu Errglarrd. Lstrdon- 25. Jänner. (Meldung der Telegraptzen- Kompagnie.) Nach einer Meldung der Blätter aus Dublin hat sich eine neue irische Zentrums- Partei gebildet mit dem Programm der vollen Autonomie Irlands unter Anschluß an Großbritannien. Die irländischen Uniomsten haben eine Liga gebildet, die g e g e n j e d e Teilung Irlands Stellung nimmt und sich den Ulstersorderungen widersetzt. RNtzlKAÄ. Die Bolschemiksu berufen einen konrmumftü scheu WsLLLougretz.ein. Paris,, 25. Jänner. (Meldung der Telegraphen- ,Kompagnie.) Hier wurde ein Funkenfpruch der Moskauer Bolschewikenregierung aufgefangen, bemzm> fvlge die SmvieLregierung eine Einladung zu einemallgemeinen internationkleu ko mmitnistisch en Weltkongreß ergehen läßt. AKrMUS. SszisLLsterrmg des Dsdeus. Kiew, 27. Jänner. MLr. Preffedienst.) Das ukrainische Direktorium erläßt ein neues Agrargesetz, welches auf dem Gedanken der Sozialisierung bti Bodens beruht. Das Privateigentum von Bodens Gewässern, Wäldern sowie unterirdischen Bodenschätzen wird ohne Vergütung aufgehoben. Der ganze, Boden wird verstaatlicht. Waldungen gehen unmittelbar in staatliche Verwaltung über. Die Staatsverwalttmg übergibt die einzelnen. Grundstücke, .welche der Staat selbst oder durch seine Organe ummttelbar verwaltet, zur privaten Benützung den Gemein-, den, den landwirtschafllichen Körperschaften und in .\v ■i'1% hörenden Grundstückes belasten werden. Bodenlose und Kleingrundbesitzer sollen im Wege der inneren Kolonisaüon Boden zugewiesen erhalten. Für die Bodenbenützung wird ein kleiner Pachtzins ein den Staat zv Leisten sein. Drs PogrsmBerdyezerv. ' i WMfcha«, 27, Jänner. (Eigenes Telegramm.) Hm«! meldet aus Kiew: LaM der hier eingelanaten Mitteilung^ aus Berdyczew und Zytomier» wurde der Äieglenmg mitgeterlt, daß dre republikanischen Bchordeu dort vollständige Ordmmg geschaffen haben. Auch Perdtzczew wurde der volWndrge Ruhestand offiziell mitgeteilt. Urbct Lytomierz winde der BelaserunA-rttstand verhängt. . . Jmrere^ WrrreA. BnhKpesr, 27. Jänner. Der Prster Lloyd erfährt von informierter Seite: Die rumänischen Truppen' Siebenbürgens befinden sich noch immer auf ckemi Rückmarsch hinter die Demarkationslinie. Es läßt sich derzeit nicht festftellem ob diese Maßnahme bloß zur Vermeidung einer Zersplitterung der Kräfte öder aus Zwang der in Rumänien herrschenden innerpolitischen Verhälüriffe erfolgt. Nach einer Version sind in Rumänien größere Bauernunruh eit ausgebrochen. Ein anderes Gerücht besagt, daß dif Russen uird Ukrainer in Bestarabien eingebrochen seien, und daß Rümänien seine verfügbaren mllitarischen Kräfte konzentrieren müsse. Im Widerspruch hierzu steht die positive Nachricht, baß die Rumänen auf der Linie Hermannstadt-Fogaras mit großer Elle Truppen hereinbefvrdern, um des Gtteikr der Siebenbürger Eisenbahner Herr zu werden. ELmnavsch in BrrLgsrifchmrd TüEsch- LhraMen. ■ ' -v Athen, 25. Jänner. (Meldung der Aaenee Athdnes.) Griechische Abteilungen verließen mit d e r E ss e n b a h n d e n S a m m e l punkt Drama in Ostmazedonien, um nach Anlkarisch. und Lürkisch-Lhrskier m

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