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Wiener Morgenzeitung · 1919-01-26 · Heft 8 (26.1.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 8 (26.1.1919)
Date
1919-01-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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ÄZKn, Sonntag - Wiener MorgenzeiLmrZ Seite 8 Sk. S kdaß akle^btt Möglichkeiten, durch die unser Staat noch einige Anziehungskraft auSübsn kann, ausgenützt werben. Wir haben nicht viel Möglichkeiten mehr. Aber immerhin Haben nicht viel Möglichkeiten mehr. Aber immerhin braucht tec alte Glanz der Großstadt nicht so schnell zu verlöschen.. Die Deutschen Oesterreichs könnten durch ^Gastfreundschaft und durch friedliches, auf Achtung fremder Art und fremder Kultur beruhendes Verhalten, durch Verständnis für Wesen und Geist anderer Völker nicht tt«r zum Abbau beS wahnsinnigen BölkerhasseS und zur Verständigung die Hand bieten, sondern auch di« KrLst« heranziehen, die Deutschösterreich so drin- Aettd brauchen wird und die Sympathien erwerben, auf die öS angewiesen ist. Deutschösterreich muß sich in die n<rue Rolle finden. Es wird den Fremdenverkehr, «S wird stabile Fremde brauchen, die Geld herein» bringen, es wird durch Auge Maßnahmen und Vor- Hrhrungen die Handelsweg« neu beleben müssen, eK wird Beziehungen im Ausland brauchen, die Stützpunkte seiner lahmgelegten Wirtschaft werden können, «S wird Unternehmungsgeist und Erfindungsgabe brauchen, der für die vielen müßigen Hände Arbeit. fchaffe». Wenn man biss altes bedenkt, begreift man erst hie ganze Absurdität des beschränkten und lächerlichen Verfolgungswahnes, der dis Hirne der beutfchösterreichlichen Politiker ergriffen hat. Sie wollen den andere» Nationen eins drüber tun und sehen nicht, haß wir die anbereu wett nötiger brauchen werden als sie unS. Daher muß man auch vom deutschösterreichischen Standpunkt der systematischen Hetze gegen „Fremdlinge", besonders gegen Tschechen und Juden, «ntgegentre en. Die Juden z. Bsind heute in der ganzen Welt eim Macht und ein anerkannter politischer Faktor. Sie könnten für den so arg zugerichteten Staat, der wahrhaftig wenig Freund« hat, eine wertvolle Stütze werben,, wenn sie nicht dauernd schikaniert, sondern entgegenkommend behandelt würden. Es ergeben sich aus dieser Tatsache weltpolitische und wirtschaftspolitische Perspektiven, die ernsteste Beachtung finden müßten, wofern wir eben nicht unrettbar im Krähwinkel säßen. Die Juden werden heute in sinnlosester Weise derdachiigt und der Wahn des „Nationalstaates", der itt allen Köpfen spukt und auch die bisher ganz anders, «orientierten sozialdemokratischen Staatslenker ersaßt hat,' verführt zu den brutalsten Vergewaltigungen und Ungerechtigkeiten. Die christlichßoziale Presse erlaubt sich bas billige Vergnügen, eine Mische Gefahr immer wieder an die Wand ihrer offenbar nicht sehr weitdenkenden Leser zu malen. In allen Tonarten wird dort immer wieder der Grenzschluß gegen den unerwünschten Zuzug aus dem Osten gefordert. Die liberale Presse gibt schweigend den Takt öazu. Antisemitismus macht wicht nur roh, sondern auch dumm. Die/christlichen Deutschasterreicher mögen ruhig fein .Wir fürchten, daß die Verhältnisse bald ,auf ganz natürlichem Wege zu dem Resultat führen werden, daß wirtschaftlich strebsame Elemente ganz von selbst anderswohin ziehen werden, als nach Deutschösterreich. Die Grenzen könnten sich enger schließen als es den deutschen Nationalisten lieb ist. Wenn sie es weiter so treiben, brauchen sie sich gar nicht weiter aufzurrgen Und zu bemühen: die Grenzen brauchen gar nicht gewaltsam geschlossen werden, es wird ohnedies Lein Olsnsch mehr Herkommen. Denn die Erhe ist groß genug und die Wett wird keim» Sehnsucht nach dem Geist haben, der in Wien herrscht und dessen Ruf hinausbringt. Dann haben wir «S erreicht und bleiben jHön unter unS — in KröhwirrLrl. G» kehrte Mendele Macher Vf-rim »en jüdischen Händler sehen. Mendele ist kein Humorist wie Scholem .Aleche«, er ist Erzähler und Schilberer, Schalem Alechem eilt doch immer auf die Pointe zu und übertreibt um ihretwillen, Mendele eilt nie, er erzählt mit wundervoll breiter, fast möchte ich sagen: unjüdischer Behaglichkeit. Scholem Mechem ist ein Meister beS Gesprächs, Mendele ist ein durchaus epischer, den Gegenständen hiiigegebener Dichter. . Mit welcher Behaglichkeit schildert er den SabSath in Ssalon (liaS bet Schalem Alechem zu Kastlliwke und Jehupetz wurde)! Mit welcher Freude läßt er den sabbakhltchen Korso des kleinen Dorfes an unS vorüberziehen, wie ruht sein gütiger Großvaierblick mit Liebe auf den jungen Frauen, die mit unendlichem Stolz — Jüdische Müttert — ihren gesegneten Leib Vorbeugen. Denn Mendele humoristisch wirkt, ist es nicht Absicht, sondern Wirkung deS Milieus. Er kann ja mchtS dafür, baß der fabbathliche Frauenaufzug in Kfalon plötzlich kreischend auSeinanderstiebt, veil eine Viehherde de» Weges komm!, oder daß die jüdischen HeiratSsitten /so toll find/ daß fc5 geschehen kann, daß zryei Väter eine Partie ihrer Kinder verabreden und, alS sie schließlich nach langem Handel einig werben, entdecken, daß sie beide Väter von — Löhnen sind. (Fischke.) Zur herrlichen Cpi^ Mendeles gehört sein Verhältnis zur Natur. Bialik, der immer so wundervolle Bilder zu formen weiß, hat gesagt: „Mendele hat die Natur verjüdi" W (gijjer eth Hatewa!). Man weiß, daß er in seiner berühmten ,M»tsche" die Geschichte des jüdischen Volke» qlS di« Geschichte einer guten, undankbar zu Tode geschundenen Stute erzählt hat.. Bekanntlich sind viele seiner VrrMlung« w de« Form aeschrieSen. daß er al» kahrendor Buchhändler (daher sein Dichtername) durch die Welt kommt ijHfe «LM» WS ep Wt. Drlch BHM hrnige» $«• Geringe Präsenz. — Das Pravennglück. Vs« unserem PsrlSArentsberichLerftattsr. Dien. 26. Jänner. Ms der Präsident Hauser gestern vormittags die Sitzung eröffnet», waren genau 43 Abgeordnete tm Saal anwesend. Im Lause des Tages verringerte sich diese Zahl auf 8. Nun bestimmt die Geschäftsordnung, daß zur Beschlutzfähigkett des Hauses die Anwesenheit von 50 Abgeordneten notwendig itt Es entsteht also die Frage, öd die in der heutigen Sitzgng beschlossenen Vorlagen, deren Erledigung sich im Eilzuystempo vollzog, die Gesetzeskraft erlangt haben. Wir möchten dies sehr bezweifeln. Wenn die Institution des Herrenhauses noch bestünde, so würde dieses gewiß gegenüber den heute beschlossenen Vorlagen die yeschüftsqrdnungsmäßig begründete Einwendung der Vefcklussunfyhighett erheben. Erledigt wurden heute eine Menge von Vorlagen, die sich zumeist auf den Str eit d er Bauern ge gen die Iagdherren beziehen. Es wurde ferner die Errichtung eines Obersten Gerichtshofes, eines Staatsrechnungshof es, eines V e rfaffungsgerichtshofes und eines Verwalt» ngs ge richtshofes beschossen. Der Antrag des Abgeordneten Dr. Ofner und Genossen betreffend die Enteignung zu Wohnungszwecken wurde von der Tagesordnung 'abgesetzt, da sich doch Bedenken dagegen geltend machten, eine volkswirtschaftlich so wichtige Vorlage von einem Dutzend Volksvertreter beschlietzen zu lass?'-. Am Schlüsse der Sitzung beantworten der Staatssekretär für Heerwesen Mayer eine Interpellation über das Schicksal der beim Abschluß des Waffen still st an des mit Italien in Gefangenschaft geratenen Truppen. Dieselbe Angelegenheit hat schon einmal der Staatssekretär für Reicheres Dr. Bauer in der Nationalversammlung besprochen, als ec sein erstes außenpolitisches Exposs erstattete. Er hat damals von der Schuld des Armeeoberkommandos gesprochen, das den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten erteilt habe, ohne sich darüber zu unterrichten, ob auf Selten des Gegners der gleiche Befehl erteilt worden sei. Herr Mayer hat heute eine wesentlich andere Darstellung des Sachverhaltes gegeben. Nach seinem Bericht hat der ungarische Kriegsmimster Lindner den Ungarischen Truppen den Befehl zur Niederlegung der Waffen erteilt, ohne datz das Armeeol erkommando davon verständigt worden wäre. Das würde aber die Schuld des Armeeoberkommandos nicht im geringsten verringern. Denn das Armeeoberkommando hätte, wenn feine Organe an d er Fro nt gewesen waren, unbedingt sofort die aus Budapest gekommene Weisung erfahren müssen. So aber sind sieben Stunden verstrichen, ehe das Armeeoberkommando in Kenntnis der Sachlage war und in diesen sieben Stunden sind Tausende von Menschen ums Leben gekommen, sind hunderttausende von Soldaten mit Milliardenwerten an Material und Proviant in die Hände des Feindes gefallen. ■); D.ie Nationalversammlung dürfte noch im Laufe der nächsten Woche eine oder zwei Sitzungen abhalten. Sitzungsbericht. Das Hans verhandelt den Bericht de § volkswirtschaftlichen 'Ausschusses betreffend daZ Gesetz wegen Aufhebung der A r b e i t 8 b tt ch e r und über die ungerechtfertigte Lösung des Arbeit S* verhältniff e S dnrch den Arbeiter. Berichterstatter Sftnret tritt für die Aushebung des Arbeitsbuches , rmd die Abschaffung der Strafe für den Kontraktbruch ein. Staatssekretär für fokale Fürsorge Himvfch erklärt, die hältniS hat er da »u seinem Wagenpferd, dem Neben mageren Tier, ba? sich die Ehre wohl zu schätzen weiß, jüdische Bücher, heilige Bücher, durch die Welt zu schleppen. Reb Pferd — so spricht Mendele das treue Tier an. Nnd wie mit dem Pferd, so kann er mit jedem Ding Zwiesprache hakten, auch eine alte Münze kann einem Dichter gar die! erzählen. Wir brauchen über Mendeles Schwächen nicht hinwegzugehen. Seine Bücher sind von ungleichem Wert, Kolportageromane und Bücher höchster Schönheit. DaS alle» tut feinem übermenschlich gewaltigen Wert keinen Abbruch. Zwei Literaturen veerehren in ihm ihren Schöpfer. Er schuf den modernen »hebräischen dichterischen Stil. Da» ssüsstge Hebräisch der Mischna wurde unter feiner Meisterhand da8 Mittel, für die Zwecke de» Schrifttum» eine Umgangssprache zu schassen, gewissermaßen mit hebräischen Worten — jiddisch sprechen zu können. Als dann Hebräisch in Palästina tatsächlich Umgangssprache wurde, schöpfte man natürlich au» den Schätzen de» Meister», und Mendele, der nicht Hebräisch sprach, wurde, wie Nqwnihki richtig bemerkt, der Vater de» gesprochenen Hebräisch. Bialik hat darauf aufmerksam gemacht, welche uneudliche schöpferische Energie den Späteren Menbrle freimachte, indem er ihnen eine Sprache gab. Vollends die jiddische Literatur verehrt in ihm den Schöpfer. Wie unendlich nahe er den tiefen Quellen de» Volkstumstand, erhellt au» einer Bemerkung, mit der er die jungen jiddischen Schriftsteller, welche das Jiddische, um alle» in ihm ausdrttcken zu können, immer mehr mit fremden Worten verfälschten, belehrte: „Denn mir einmal ein Ausdruck fehlt, dann frage ich mich: Wie hätte da» mein Großvater gesagt?" „Wie hätte der Tajde Xe» Mendele d«» gesagt?" —. st» wird «an nech Jahrhunderte lang int» fragen. Seine Werke sind jetzt schon Aasfisch« Werke unsea« beide» toten« ' ' ' v' ' ' * * 'v * ■* " * - 26. Sännet 1919 Arbeiter hätten den Eindruck, daß ste durch die Arbeitsbücher deklassiert würden. Die Beibehaltung der Arbeitsbücher m dieser Zeit würde viel böses Blut unter drn Arbeitern machen. Ihre Abschaffung würde auch eine Entlastung der Gewerbegerichte be- deuten. Er tritt sodann wärmstens für Abschaffung des 8 35. der Gewerbeordnung (Strafe für den Kontraktbruch) ein. \ . Der Berichterstatter verweist daraus,^ daß bre pom voll§-> wirtfchastlichen Ausschuß beantragte Kommission beim StaatLamt fiic Landwirtschaft schon ins Leben gerufen und bereits tätig sec. Er bittet um Annahme der nenn Punkte der Nesvlution, die da8 V-'vblem der Agrarreform betreffen und gesetzliche und administrative Maßnahmen im Interesse der Durchführung einer AgrarresorA verlangen. Abg. Kuh« beantragt in Ergänzung t^es Antrages Schoepfer: UnaültigkritSerkläruna aller NechrZgrichäfte, durch welche die Ausübung der Jagd für langer als?,chn Jahre unkündbar zngelaffen wird, und Anwendung dieser Bestimmung auf solche Rechtsgeschäfte, die zur Zeit deS JnkeasttreteuS deS Gesetzes bereits nbgeschloffen sind. Abg. Echoepfev bringt auf Drmsch deS am Erschrincu verhinderten. NationnlrateS E ch o i S w o h l die fpesielleu Besitz- und Jagdverhältniffe in Steiermark znr Sprache, Er erklärte weiters, die Kommission beim Staatsamt für -Landwirtschaft werde die Frage der B v d e n v e r s ch u t b u u ß ganz besonders ins Auge fasten muffen. Die Anträge des volkswirtschaftlichen AusschusirS sowie der! Antrag Kuhn werden hierauf angenommen. Berichterstatter Heuschka referiert über das Gesetz be-: treffend dar Jagdrecht aus Staatsgütern und vom Staate ver-' walteten FondSgüterS und verweist auf die Notwendigkeit, . die Jagd- und Fischereiverhältnisse einer solchen Neuregelung zu unter-, ziehen, daß, sie die größtmoglichstm Geld«- und Naturalerträguisse' ablverfen, jedoch mit der Beschränkung, daß die land- und forst-' wutfchafll'.che Produktion durch daS Ueberhandnchmru des Jagd-i sportS keine Beeinträchtigung erfahre. Er macht auf die .nämmt-! lich in den vom Staate dewrrtschaftetrn ^ondsforsteu herrschenden Mißstäude, die aus der Zeit der Monarchie stammen, ausmcrksam. DaS Gesetz wird sodann in zweiter und dritter Lesung a n-, genommen. - De.'ichterstatter Richter referiert über das Gesetz, bv-! treffend Errichtung eines deutschösterreichischm staatlichen! W o h n u n g S f ü r s o r g e f o n d s und über den Antrag Ofner, betresimddie Enteignung zuWohm zwecken. Der Gesetzentivurf über die Errichtung eines WoynungLfürsorgefondS wito unverändert in zweiter und dritter Lesung a n g en o m m e n. Ueber Vorschlag des Präsidenten Hauser wird der Bericht über den Antrag O fn er, betreffend die Entrignung zu Wohnzwecken, da unter dm Parteien MeinimgSverschiedetthriteu bestchm, mit Rücksicht auf die Frequenz'der heutigen Gitznny vosi der Tagesordnung abgesetzt, disgleichen der Bericht . über Las Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter. Die Gesetzentwürfe betreffend die Ermächtigung zur. Ne-' gelang der Sozialversicherung im zwischenstaatlichen Verkehr, be-, treffend die Errichtung von Jugendgerichten, betreffend" die Et-s richtmtg eines Obersten Gerichtshofes, betreffend die Gewährung von Teuerungszulagen für das erste Halbjahr 1919 und einmalige AnschasfuugSbeiträge fürdas Jahr 1916 .an die Lehrer und deren Witwen und Waisen werden in zweiter nnd dritter Lesung, unverändert mtant o titnteit. Der Bericht des VerfaffuugSauSschuffes über dm StaaiZrcchunugs- - Hof wwd von der Tagesordnung abgesetzt. . j Berichterstatter Kofler referiert über da§ Gesetz betressrud die Errichtung eines de« fchösterreichischen VerfafsuugS-- g r r i ch t S h.o f e s. Er enipsiehlt die Annahme der Staatsratsvorlage mit der vom Ausschuß beschloffeuen Aendemng, wonach int § 5 an Stelle des Eides für die Mitglieder. deL GerichÄhofrs das GelobuiS durch Handschlag gesetzt^ wird. Abg. Gstrer bemerk, eS würde sich empfehlen, das Reichs-- gerich't auf eine ganz andere Basis zu stellen und äußert seifte'. Bedenken dagegen, daß die Mitglieder deS Gerichtshofes vom! StaatZrat ernannt werden. Er sehe davon ab, diesbezügliche Anträge zu stellen, muffe aber die Notwendigkeit betonen,, daß' dieses Gesetz tatsächlich ein Provisorium bleibe. Dirs Gesetz wird ' angenommen. s Berichterstatter Koster referiert über daS Gesetz betreffend' die Errichttmg eines deutschöstrrreichischen BerwältungHg e r i ch t S h » f e S und. empfiehlt die vom BerfaffmtgSmAschuß vorgeschlagenr Streichung deS 8 ft zur Annalmte,. .wonach die,bisherige Emrichtuna von zwei Präsidenten de§ VerwaltungZ-- gerichtShöfeS aufrecht bestehen bleibt. Das Gesetz tvirb in der vorn VersaffunflSausschuß vorgeschlagenen Form a n g e n o m m'e u. Berichterstatter Kemetter referiert sodann über die gestern vom Wahlgeschmrsschuß beschloffme Aenderung deS tz 29 des Wahlgesetzes betreffend die Giltigkeit des Stimmzettels. ES ntuß die Partei oder ein Name eingehakt werden. Hierzu spricht Abg, Öftrer. Sodann wird die vorgeschlagene Aenderutlg mit Zweidritter- Majorstät i» zweiter mtb dritter Lesung angenomm e rr. DieAbgeordne''euGsrgge«berg» FireK und Schoepstzr stellen an die Staatssekretäre für Heerwesen und AeußereS eine Anfrage betreffend, das Schicksal der Tiroler mid Vorarlberger Truppen. Darin heißt eSt Die Bevölkerung wünsche dringend, daß, ihr Rechenschaft über die Umstände gegeben werde, wodurch die heimatlichen Truppen in feindliche Gewalt gebracht wurden, dicS.umsomehr angesichts der schmerzlichen Wahrnehmung, daß die Behaudlimg der gefangenen Landessöhnr vielfach ungewöhnlich rücksichtslos ja geradezu hart sein soll. Die Bevölkerung verlangt aber curch, daß von deutschösterrerchlscher Seite alles anfgeboten werde, ft'.r die Gefangenen, der feiudstchen Gewalt zu entziehen und sie möglichst bald in die Heimat zurückzuführen. Sir glaubt dies mit v. a so größerer Dereehtignng erwartm zu dürfen,, als ihre Gefangc»- nähme unter Umständen erfolgt zu sein scheint, welche ihre ehebaldige Auslieferung rechtfertigt. Die Staatssekretäre für Amfrer-Z und Heerwesen werden um Ausklärnug gebeten über dieBörgäu.d in den ersten Tagen des November 1918, die zur Gefangennahwsi. so bedeutender Truppenmaffen gefijhrt haben, sowie um Ach- Körung darüber^ welche Schritte, mid Maßnahmen von deutsch», österreichischer Sette bei der italienischen Regierung utttertlonnncl. wurden, um die eheste Auslieferung dieser Truppen zu erwirken. Der Staatssekretär Mayer - beanttvortet diese Anfrage foglerch auf Grund der beim ehemaligen Armteoberkoruiitands eingezoaentn Erkundigungen, indem er ausführt: Auf Grund der von der WaffenstillstandSkommission eingrlangtrn Dedmguiif.en ist den Truppen befohlen worden, die Feindseligkeiten sofort einzustellen. Im Laufe des 2.Novcmber war bet den höheren Kommenden der Befehl des « n g a r i f ch e n Kr , eg S m i n,i st e r S Dela Linder tingetroffen, welch er der s v f o r t r g e W a f f e n n i e d e r l e g u n g d e r u n g a r i s ch e n. T r n v p e n verlangte. Wenn auch dieser Befehl infolge deS m der Nacht vom S. November geschlossenen Waffenstillstandes nicht zur Aussührung kann so war er jedenfalls Nicht geeignet, die Kanipfkraft der Triippen zn steigern. DaS Armeeoberkommando nahm, da einmal dieser Befehl ergangen, war, den Standpmitt ein, daß es unmöglich sei, den Känwf m irgendeiner Form wieder ausleben m lassen. Die Auffassung der Ftaliener über den Ztitpnnkr des Beginnes des Waffenstillstandes war eme andere, denn sie stellten die Fe.ndsellgeeittn erst 24 Stunden nach N n t e r z e i ch n n n g d e S B e rt.r a s e ». daß ist am 14. November um ft Uhr nachmittag-, «n. Hiervon erffchr dal A m.-eoberkomm.mdv - fbftttr, al» e» die Vinstellunr hatte. Der Staatssekretär ft Italiener, die alles absingen, waS bis % Uhr nachmittags bei h Nvdtmber erreicht werden formte, Das ehctuchge.yst^-MM^ . um n uyr nammittags, I m.eoberkommandv etwa 7 Stunden^ na der Feindfeligkcitcn bereits verfügt schildert sodann daZ Vorgehm der

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