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Wiener Morgenzeitung · 1919-01-24 · Heft 6 (24.1.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6 (24.1.1919)
Date
1919-01-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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S5T M. i mnirtfffr'liit < Wien, Freitag WisKLr Mü^göttzerLLttg Jänner 1919 Seite 5 vdee gegen die Völker oder Gebiete, deren Selbst- Verwaltung, in den 14 Artikeln in Betracht gezogen ist, auf welchen die gegenwärtigen Friedensverhandlungen beruhen, inzwischen zurückgezogen werden, und daß jede offensive m i l i tä r i s ch e U n te r n e h nr u n g a u f h ö r t. Diese Vertreter werden eingeladen, mit den Vertretern der assoziierten Mächte in zwanglosester und freimütigster Weise Besprechungen zu pflegen, um die Wünsche aller Teile des russischen Volles festzustellen und womöglich zu irgendeinem Einvernehmen oder zu irgendeiner Vereinbarung zu gelangen, auf Grund deren es Rußland ermöglicht würbe, an seinen eigenen Geschicken zu arbeiten, während gleichzeitig Zwischen seinem Volke und den anderen Völkern der Welt glückliche Beziehungen hergestellt würden. Auf diese Einladung wird eure baldige Antwort verlangt. Für die Reise der Vertreter einschließlich der Beförderung über das. Schwarze' Meer werhen durch die Alliierten alle Erleichterungen gewährt. Man rechnet damit, daß dieselben Erleichterungen von allen interessierten. Teilen gewährt werden. Die Vertreter werden in dem für die Zusammenkunft bestimmten Ort am 15. Februar d. I. erwartet werden. Der Vorschlag wird .noch heute abends mittels Funkspruch den.Beteiligten zugehen. Die Versammlung beschboß hierauf, Samstag um 3'Uhr zu einer Plenarsitzung zusammenzutreten, um über hie Gesellschaft der Völker, auf Grund des Vorschlages Lloyd Georges zu beraten." Die polnische Frage. Paris, 23. Jänner. Die Agence Havas veröffentlicht folgenden amtlichen Bericht: Der interalliierte Oberste Kriegsxat hat sich gestern vormittags unter . Teilnahme Wilsons, der Ministerpräsidenten, der Minister des Aeußern und der japanischen Delegierten Matsui und Makino im Ministerium des Aeußern versammelt. Die Konferenz beschäftigte sich mit der polnischen F r ä g e, über die man die Ansicht des Generals F o ch einholte. Er bat entschieden, unverzüglich eine M i s s i o n nach Polen zu entsend e-n, die aus einer Zivil- und -einer Militärperson bestehen wird. Diese zwei Delegierten werden England, Amerika, Frankreich und Italien vertreten. Darauf traten . die Minister in die weitere Prüfung der russischen Lage ein. Präsident Wilson verlas seinen Vorschlag, der in der Nachnrittagssitzung erörtert wurde. - KonstanUnopel — Frsistadt. PMs» 22. Männer. (Tel. der Morgenztg/) Wir $4 T e m p s misteilt, gütg die gesamte ä dm i n i ,ft r at iv e und s a n i t ä r e Polizei in Ko.nstantinopel bereits in die Hände der Entente über. Die Entscheidung über die Zukunft von Konstantinopel wird demnächst getroffen werden. Konftanttnöpel wird als Freistadt erklärt werden. Griechenlands Forderungen. Paris» 2?. -Jänner. (Meldung der -Agence Havas.) Die hellenische Abordnung bei der Friedenskonferens übermittelte dem Generalsekretariat der Konferenz ein Sendschreiben, enthaltend die besä n d e rr n Fo r d e r u n g em Griechenlands, betreffend territoriale Ansprüche in Bezug auf den nördlichen Epirus, Thrakien, Kleinasien, Konstanttnope! pnd die östlicher! Mittelmeer-Jnseln. Das Sendschreiben tragt , die Unterschrift des Präsidenten Verrisse losund. ist an alle Delegierten der Mächte bei .der Friedenskonferenz adressiert. Die englisch-amerikanischen ArbeUsr- ' besprechungen. London, 22. Jänner. (Meldung des Reuterfchen Bureaus.) Die Besprechung zwischen. dem parlamentarischen Ausschuß der englischen Trade- 1l n i o nsund der Vertretung der amerikanischen Arbeiter über die Einladung der letzteren zu einer Konferenz und über die Einleitung einer internation alen. G e w e.r kschaft s b e w e g u n g hat mit der Ännahme der Einladung und der Wahl von fünf englischen Vertretern, nämlich Thor n e, Orions, V o w e r m a m G o s l i n g und W a l k e r, Vor- ' sitzenden des Landärbeiterverbandes, geendigt. Eine weitere Besprechung zwischen den englischen, amerikanischen und französischen Vertretern wird rn den nächsten Tagen in Paris stattsinden. Die Tschechen dürfen die Slowakei besetzen. > London, 22. Jänner. (Meldung der Telegraphen-! Kompagnie.) Reuter meldet. aus Paris: F. o ch er-. klärte auf eine Anfrage, düß es den Tschechen erlaubt werden muffe, die Slowakei ganz zu besetzen. Die .polnischen Militärbehörden in Krakau haben die Zurücknahme der polnischen Abteilungen aus der Zips anbefohlen, um den Deutschen zu verstehen zu geben, daß sich die polnischen Behörden dem Entschluß der Entente fügen. « AblLhrnmg des Prüliminarfriedens mit Deutschland. VüLsel, 23. Jänner. (Telegramm der „Wr. MorgenAtg^) Hiesigen Mättettr zufolge meldet die .Momingpost aus Paris: Der deutsche Antrag aus lWckluä eines.lcknellen. VMwrnarrmdens ist .von den Alliierten abgelehnt worden. Der Friede mit Deutschland kann nur im Wege eines ordentlichen Fnedensvertrages zustande kommen. Der BSlkerÄund. Kopenhagen, 23. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Kommenden Sonnabend wird Wilson sein M e m o r a n b u m über den Völkerverband vorlesen. Times Leist mit, daß der Gedanke des Völkerverbandes große Fortschritte macht und bestimmte Formen angenommen hat. Der Völkerbund wird seine Tätigkeit erweitern. Eine Reihevon Fragen der Konferenz werden ihm übergeben werden, darunter die Frage der F r e i hei LderMeere. Inland. Die NMoNaLVeTsKMMlArrg. Aus den Ausschüssen. Der I u st r z a u s s ch u ß fetzte gestern die Beratung über den Antrag O s n e r - H i l! e b r a n d betreffend Abkürzung der Hast im Kriege fort. Der Entwurf wurde mit einigen Ergänzungen nach den Anträgen des Berichterstatters Hillebrand angenommen. Hierauf wurde der Entwurf über die Errichtung eines Obersten Gerichtshofes erledigt und zum Berichterstatter für das Haus Abgeordneter Dr. Neumann-Walter bestellt. Der A u s s ch u ß f ü r Heerwesen nahm einen Resolutionsantrag des Abgeordneten Doktor H e i l i n g e r an. in welchem der SLaatsrat aufgefordert wird, das Erforderliche wegen ehester Freilassung d e r d e u t s ch ö st e r r e i ch s ch e n Kriegsgefangenen zu veranlassen, und dahin zu wirken, daß den Kriegsgefangenen vollste Bewegungsfreiheit eingeräumt Und die beschränkte monatliche Nachrichtenzahl. aufgehoben sowie daß mit Abschluß des Borfriedens den Kriegsgefangenen sofort dieHeimsiahrt ermöglicht werde. Weiters wäre dahin zu wirken, däß den Heimkehreirden nirgends die Habseligkeiten geraubt werden. Der v o l k s w i rts ch afLli ch e A u s sch uß hat in - seiner heutigen Sitzung das Gesetz betreffend Maßnahmen auf dem Gebiete der Krankenversicherung der Arbeiter angenommen und als Grundsatz für die Vereinheitlichung des Krankenkaffenwesens die Bestimmung beschlossen, daß Krankenkassen mit weniger als lausend Mitgliedern zusammengelegt werden sollen. Zum Berichterstatter für das Haus wurde Abgeordneter S k a t e t bestellt. Die Anträge Skaret betreffend Ausdehnung der Krankenv er sich er ung auf die' der Dienstbotettordnung unterstellten Personen sowie' betreffend die Ermächtigung der Regierung, die Hausgewerbetreibenden, die land- und.forstwirtschaftlichen Arbeiter und Vetriebsbeamten ebenfalls der Krankenversicherung zu unterwerfen, wurden abgelehnL. Ein neuer Protest des SLaaLsraLes an IrrgsslaWien. ■ Wien, 23. Jänner. Die deutschösterreichische Regierung hat bei der Rationalregierung in Laibach gegen die Auflösung der Gemeindevertretung in. Marburg und der BezirkSvertretung in P e t L a u Verwahrung e i n g e l e g d Der Protest, wird durch den Umstand begründet, daß sich die Amtsfprengel der genannten autonomen Behörden, auf Gebiete erstrecken, deren staatliche Zugehörigkeit zum mindesten als zweifelhaft bezeichnet werden muß. Da beide Nachbarstaaten darüber, einig finb, daß die Gebietshoheit in strittigen Gebieten erst auf der Friedenskonferenz endgültig festgesiellt werden soll, müssen alle Maßnahmen vermieden werden, vermöge deren Privatpersonen oder autonome Körperschasten wegen ihrer Tendenz, dem einen oder anderen Staate anzugehören, in ihren Rechten beeinträchtigt werden. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die. verfügten Auslösungen ehestens rückgängig gemacht werdem , < WahLpfLichLssrlaZs m..SLeiLvRtKvk. - Graz» 23. Jänner., Der Larrdesrat hat in feiner heutigen Sitzung die Vorläge des Gesetzentwurfes betreffend die Einführung der Wahlpflicht für die Wählen in die konstituierende Nationalversammlung beschlossen. Der Gesetzentwurf wird ' in einigen Tagen aus die TagesordrPng. der Landesversammlung, kommen. ' . Aus der Lschecho-sloWsksichen ZreprrbM. Dr. SchMsrk! politisch ausgsschaLLet. Prag, 23. .Jänner/ Die Abendausgabe des Eeske Slovo meldet, daß die Kandidatur Dr. Schmer als'.in die Nationalversammlung definitiv ausgeschaltet ist.und daß für Dr. Schmeral» der das Mandat nicht. angenonrmen hat, die sozial- Kam AAmApAMAM Ct? A? Äi*rt^Ä rt Krt iU Kämpfer des tschecho-stowakischen Proletariats, dr die Nationalversammlung entsendet hat. (Dr. Schmeral, einer der geistig hervorragendsten Führee der tschechischeu Sozialdemokratie, hat stets die Idee des Ausgleichs der Tschechen mit der gewesenen Monarchie und mit den Deutschen vertreten. Gegen ihn wurde von dem nationalistischen Flügel seiner Partei ein heftiger Kampf geführt» in dem sogar der Vorwurf des SpitzelLmns gegen Schmeral erhoben wurde. Dieser Agitation ist Schmeral jetzt erlegen. —' Die Red.) . . Die Tschechen deine Kriegskoften. . Budapest. 23. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen*- Zeitung".) Wie der- Präger Berichterstatter des- Az- Est meldet, haben die Tschechen keineswegs die Absicht, denfinanziellen Zusammenbruch Deuffchösterreichs ab- Kuwa'rten, der, wie sie sagen, m einigen Wochen, ein-- ' treten wird. Die tschecho-slowakische Regierung stehe,-:' so sagt der Gewährsmann des ungarischen Journali» . sten. aus dem Standpunkts, daß der Krieg von der k. u. i. Negierung provoziert war, daß fernerdie Tschechen zu diesem Kampf auf Seite der Ententä - stehend gesiegt hätten, demgemäß also nicht gesonnen seien, irgendwelche Kriegsentschädigungen zu zahlen. Sie werden daber die finanzielle Tre u n un g-.-b.-o n Budapest und Wie n ehestens durchführen. Die Tschechen werden umsotverngereinen Teil der Kriegskosten auf sich nehmen, als-die s-i - Heeresleitung Oesterreich-Ungarns Milliarden ohne. - gesetzliche Grundlage, also, im geheimen, verschleuderü . hat. So hat Kaiser Karl außer seiner Ziviltistej:' eine Teuerungszulage von nicht weniger als 8,800.000- Kronen bezogen. Fast ebenso große Teuerungszulagen wurden einzelnen Erzherzogen ausbezahlt, ohne-daß das Parlament befragt worden wäre. An die'en V er-( s ch le u d c r u n g e n sei auch, das Min i st e r iu m..W ekerle mitschuldig. Die Tschech-n sind selbstverständlich . weit davon entfernt, die Versntwortung für dieses schamlose Treiben auf sich zu nehmen. Die tschecho-sLvwakische Regierung 1 in Pretzburg^ Sillein, 23. Jänner. (Meldung . des Tschechoslowakischen Preßbureaus.) Die slowakische Legierung trifft am 4. Februar in Preß bürg ein. Das Komitat und die Stadt. treffen Vorbereitungen für den Empfang. Minister Dr. Srobar, der Bevollmächtigte der tschecho-slowakischen Regierung in der Slowakei,- - übersiedelt mit allen Regierungsbehörden am 4. Febmaaus Siltem nach Preßdurg. Die LeicherrVerbremrMg.':: f- Prag, 23. Jänner. (Tel. der ^Wr. Morgenztg.--)( In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung '' wurde ein Antrag auf Einführung der fakultativen Leichenverbrennung in der tschechoslowakischen Republik, eingebracht.; NKtistrLLversarrrMlmrg. _ . _ Prag, 23. Jänner. Abgeordneter Nemee setzt - sich jm die Gleichberechtigung' der. Frauen/ im öffentlichen Leben ein und erklärt unter Hinweis auf die Städte Brüx. ^Dux, Zaluzi, Wifchau, Göding und mehrere andere Städte, daß die Gleichberechtigung der Frauen und Arbeiter vom Standpunkt der nattonalen Politik wichtig sei. Sobald einmal die A r b e i t er de n S timmzettel in die H and ,b e k o m m e-n w er den, werde es d o r t u m d i e d e u t sich e Verwaltung geschehen, fr im Redner fordert, daß die Gememdeverttetungerr aufgelöst werden, damit sie bei den Wahlvorbereitungen ihre Rechte nicht . mißbrauchen. —Abgeordneter Dr. Hor atsch e k führt aus: Es war ein großes Unrecht, daß die breiten . Massen der Bevölkerung von der Führung der Ge-, meinoen aüsgeschloffenwaren. Wir-sind einmütig.entschlossen, dieses Unrecht zu beseitigen. Unsere Bestrebungen zielen nach drei Seiten: Vor allem handelL es sich um das Wahlrecht der Frauen, ferner um .die . Vertretung der Minoritäten und schließlich üm'.hieC. Wahlprützrpien,- die .gleichsam die Grundlage der neuen , Wahlordnung bilden und bereits einen großen sözialerr' und polittschen Fortschritt darstellen. Abgeordneter . Slawitschek (Sozialdemokrat) sägt, erst aus regelmäßigen Wahlen auf demokratischer Grundlage könne eine gründliche Befriedigung der Nationen heroor-. gehen. Seine Partei und, wie er glaube, alle Sozialisten und die mit ihnen programmatisch verwandte tschechische Fortschrittspartei werden dafür sorgen, daß es unter k einen ' U m st ä n d e n z u. e i n e nt brrrder- . mörderischen K a m p f z w!' s ch e rt dem t s ch e . sch e n Px er I e t a r i a t ckomme, das seine Kräfte' si zu ganz anderer: Dingen brauchen werde als ZÜM(( Kampf untereinander. „ Redner protestiett t gegen den offenbaren Mißbrauch d r r i c I i g i S s e -n J-m m u n i t ä t zu Agitationszweckert und verweist auf die möglicher: Folgen dieser Agitation. — Abgeordneter Pospischi! betont, die Grundlage der Selbständigkeit, die wir uns ausbauen wollen» ist ba£, allgemeine geheime Wahlrecht für* Männer und Frauem Die Wahlpflicht ist unsere Hauptforderung/- 'sie entspringt dem Gerschügkeitsgefübll . Der RaLionalversanr-nlung Hegt ein Antrag auf i Einführung der stckuttütwm L-richeuverdrrmnmg vor»

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