Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 2 (20.1.1919)
- Date
- 1919-01-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ff -V**U« V'ispstö-WV' WKE MSWöüMMg : TeLbgramML. Aus der tschechö-slowakjschen , Republik. 1 Ratibor soll annektiert werde»». n18. Januar. Präsident Masaryk e Deputation aus Tefchen, welche ihm die 'Huldigung des» Tefchener Landes überbrachte. Die Deputation röies auch auf die Bedeutung von Ratibor hin und forderte den Heimfall dieses Bezirkes an die tschecho-slowakische Republik. Der Präsident erklärte, diese F orö - rnng unterstütze n zu wollen. Arrgarn. Die neue Regierung. " - Budapest, 19. Januar. Der designierte Ministerspräsident Berinkey hat dem provisorischen Präsidenten K a r o l y i die Liste der Mitglieder der Regierung unterbreitet. Präsident Karolyi hat 'Berinkey zum Ministerpräsidenten, Vinzenz N a g y zum Minister hes Innern, Paul S z e n d e zum F i n a n z m i n i st e r, Ernst Garami zum Handelsminister, WLhelm Böhm (Sozialdemokrat) zum K r i e g s m i u i st e r, Barnabas B u z a Zum A ck e r b a u rn in i st e r, Ernst Baloghy zum Ernährungsminister, Julius Peidl zum Minister für Volkswohlfahr t, Orestes SZabo, Ruszka-Krajna und Siegmund Kunffi (Sozialdemokrat), Johann Vasz und Stefan Szabo zu Ministern ohne Portefeuille ernannt. Mit der interimistischen Leitung des Ministeriums des Aeußern, des J ustizmikisteriums und desRationalii5 i e it m i ii i ff 111 u nt s wurde der Min ist erpräfident betraut. Die Mitglieder der neuen i Regierung haben heute den Eid geleistet. r Die VevtreLmtg in der Schweiz. Budapest, 18. Januar. Wie das ungarische Ministerium, des Aeußern mitteilt, hat der Schweizer Bundesrat der Entsendung des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers S z i l a f f y als mit allen Vollmachten ausgestatteten Vertreters der ungarischen Regierung zugestimmt. Im Anschluß Hieran hat dir Ministerrüt der bereits früher angebotenen Abdankung der Frau Rosa Bedy- Schwimmer, der bisherigen Schweizer Beauftragten de: ungarischen Regierung, zugestimmt. ■: - , kam obwohl deutscher Staatsbürger, von Djemal Pascha 'ausgewiesen wurde und sich in letzter Zeit in stantinopel aufhielt.) Kon- J Wieder SLratzerrkämpfe I« s >iin. r , - . BerLyr, 19, Januar. Gestern nachmittags es am Hellischen Tor zu einem kurzen Feuerte secht zwischen Spartakisten und RegierungsiMrppen, Las Leine Opfer forderte. Die .Parteileitung der unabhängigen Sozialdemokraten srichtet au die Arbeiterschaft die Aufforderung, nachdem Idie ruchlose Tat der Ermordung Liebknechts und der;Rofa Lluemburg mit einem Proteststreik beanttvortet .worden sei, nunmehr wieder zur Arbeit zurückzu- - Kehren. ö . LieblmechL nott rückwärts ermordet. . BerLm, 19. Januars Die Obduktion der Leiche 'Liebknechts, die heute im Leichensü)auhause vyrgenommen wmde. hat nach dem Gutachten der drei .damit beauftragten Amtsärzte ergeben, daß Liebknecht '«von rückwärts durch Fernschüsse getötet wurde. Die Dpfsr der SLraßenkümpfe in Berlin.. Berlin, 19. Januar. (Tel. der »Wr. Morgenztg/) lBeidenKtMtpfen zur Zurückeroberung desZeitungorüer tols m der vorletzten Woche sind im ganzen 140 Personen ums Leben gekommen. 21 Personen befinden sich unter der Anklage der Aufreizung zu Mord mnd Plünderung m Haft. R a d e k ist entkommen und soll sich nach 'Wien Legen haben. M ,, Vchbidema-m M^DerrLschSstsxWch. -M ,, 19. Januar. Scheidemann veröffentlicht .im. Vorwärts einen Aufsatz, in dem es u. a. heißt: Wle wir nach innen das Selbstbestimmungsrecht des Volkes'vertreten, so vertreten wir es auch nach außen^ Mr öffnen die Tür unseres Hauses, nicht nur, damit wer wuh hmausgeht, sondern auch damtt, wer will, Wrmkommen kann. Wir grüßen Deutschösterreich! -i.BeimdMs.und RNWiK itt ■ r RspsnhsigLtt, 19. Januar. (Tel, d. ^Wr. Morgenzig.") Zn der Londoner Zionifterckonfererrz, welche vsm .-io. bis 18. Februar lftattsiudet, komme« auch Louis D. B r a rr dsis und Dr. Aupp'in. . L anders, der Führer der ammkamschen Monisten, ist der bekannte Demokrat und Fremck »Wilsons. Dr. Artur R u p p i n ist der Leiter des Aiy,Mischen Kolonisatiönswerkes^in Palästina der, AKraine. Die Pogrome in der Akraine. Warfcharu Das Preßbureau beim provisorischen Jüdischen Nationalrat verbreitet auf Grund von Aussagen von in Warschau eingetroffenen Reisenden aus der Ukraine schreckliche Nachrichten über Pogrome in Derdiezew und Jekaterinoslaw. Vor einigen Tagen sind in Jekaterinoslaw bewaffnete Banden eingetroffen, welche die Stadt mrd die umliegende Gegend unsicher machten, raubten und plünderten. Später haben sie sich mit bolschewikischen Banden aus Jekaterinoslaw vereinigt und die Stadt beschossen. Es wurde eine große Zerstörung angerichtet und eine große Zahl Einwohner getötet. Der Hauptteil der Getöteten find Jude»». Als das reguläre ukrainische Müitär eintraf, gelang es, die Banden zu vertteiben; ein Teil wurde in den Djnepr gedrängt. In B erd iez ew sind anfangs Januar große Unruhen ausgebrochen, welche zu einem regelrechten Pogrom nach polnischem Muster führten. In Warschau eingettoffene Flüchtlinge schätzen die Zahl der Opfer auf etwa hundert Personen. Für den 7. Januar hat die jüdische Gemeinde durch schwarze Plakate zum Begräbnis eingeladen, welches unter großer Beteiligung vor sich ging. Eine gewalttge Aufregung hat der Umstand hervorgerufen,daß am Tage des Begräbnisses Nock ein betrunkener Soldat auf der Gaffe drei Juden umorachte und zwei schwer verwundete. Jetzt soll im allgemeine Ruhe herrschen, da die jüdische Bevölkerung sich in den Wohnungen aufhält und nicht auf die Sasse geht. Die ganze Stadt macht einen völlig ausgeftorbenen Eindruck. Um die Ordnung aufrecht zu erhalten, hat sich ein jüdischer Selbstschutz gebildet. Auch in Schi Lomir soll die Zahl der Opfer bcr Pogrome eine beträchtliche sein. Aus diesen Melsungen geht hervor, daß das vom Ukrainischen Preßbureau verbrettete Dementi mtt Vorsicht cmfzuirehnreir ist. ' Tagesbericht. Die Engländer in Wien. Wien beherbergt zurzeit englische Gäste und nicht Feinde, mtt denen man länger als vier Jahre im Kriege gelegen ist. Das »Gott strafe England!" liegt längst hinter uns; es war eigentlich bei uns me in wettere Bevölkerungskreise gedrungen, ebensowenig wie die Klänge von Liffauers Haßgesang jemals hier ein lautes Echo fanden. Höchstens in den ersten Tagen derMobilmachung, da die Hypnose des Krieges so viele ergriff. Aber die Tage liegen längst hinter uns. Selbst in den Augusttagen vpn 1914 stand man hierzulande den Angehörigen der feindlichen Staaten nie so feindselig gegenüber. Man ließ Franzosen und Engländer — im Gegensatz zu anderen Ländern — hier unbehelligt ihren friedlichen Berufen nachgehen und Behörden und Bevölkerung waren während des Krieges stets bestrebt. Gesittung und Menschlichkett jedem Feinde gegenüber zu bewahren. So blieben unserem Land alle gehässigen Ausbrüche fern; auch zu chauvinistischen Exzeffen gegen Angehörige feindlicher Staaten kam in der Monarchie glücklicherweise höchst selten. Imd nun,, da der Kriegsstünn ausgetobt, da das alte Habsburgerreich zerfallen ist, ist auch das geringe Haßempsinden wider die Feinde von gestern erstorbem Wien hat in feinen Mauern jetzt italienische und englische Gäste, freut sich ihrer und behandelt sie demgemäß: die Einwohnerschaft hat schon vergeffen, daß die fremden Soldaten bis vor kurzem noch ihre Feinde gewesen sind und sucht es auch bei ihnen vergeffen zu machen. Es hätte auch gar nicht erst der Versicherung bedurft, das die 120 englischen Soldaten, die mit ihrer Musikkapelle hier ihren Einzug gehalten haben» nicht mehr. als Feinde zu uns kommen. Mit Unrecht, hat man der Wiener Bevölkerung, die die Engländer bei ihrem Einzug freundlich begrüßte, Würdelosigkeit vorgeworfen. Sollte etwa jetzh nach dem blutigsten aller Kriege, den die Menschheit geführt., der Haß mlfleberr, öer während all der Oual und Pein 'der letzten Jahre nicht bestand? Man veranstalte einePolksabstimmung darüber, ob man Haffen oder lieben soll und man würde sicherlich das Ergebnis erhalten, daß auf dem Erdenrund in den letzten Jahren genug gehaßt wyrdm fei. Sicherlich ist es auch anderswo m den feindlichen Staaten nicht anders; die irregeleiteten Völker haben genug des Haffes und sehnen sich nach Frieden und Versöhnung, wenn auch hier und dort noch aus dem Meer von Blut und Tränen ein kriegerisches Gespenst austaucht. Wir wollen uns aus den Feinden von einst Freunde schaffen, die wieder zu uns kommen sollen, so oft sie' nur mögen. Wir werden sie stets und herzlich willkommen heißen. Dis Gasnot. Weam Mchryexbrcmch wurden bis Ende sich dazu brqnerueu. den GaLmelser einen etwaigen Nlevtverhranch in dcr _ ÄyküemnÄird, Sei! MMhLMyLL.nrek FBFtWGl kontrollier«» «nd Zstm Zell »sbsparra". wich der ttWns° der w\ '20. MülMIYM' AbENeMLNtseinladrMgj Die „Wiener Morgeszettu«-« kostet: Für Wien mit Zustellung Ins Hans: % MsnsLttch ......... .x.. . Ä« 7.— >j Vierteljährig .. 20.— Halbjährig.* 40.— Ganzjährig .. 50.— Für die Provinz mit Psstverfund; MonuLlsch .. K. 7.5© Vierteljährig ............ 28.— Halbjährig. 44.— Ganzjährig .. * Sst»— Für das Ausland: * Vierteljährig.. .... .51. 24.— . / AdMinisteaLion der „Wiener Morgenzeitvng« : Wien, 2. Bezirk, Taborftratze Nr. 1- 3. * mißliche T8t« wurde gestern der gewesene Kausinann Fktedrrch' Bieh aska aus Ottakring verhaftet. Er gibt zu, den Knabrni auf einer Hamsterfahrt gesehen zu haben. Er sei von einem fremden, Soldaten ungeladen wordn^. mit ihm den Kimben Zu tötm »md, ihm sein Fuhrwerk abzimehmen, habe sich jedoch entfernt. SchliMch legte Biehasta ein volles Geständnis ab. Auf Gnuid seiner Aus'- sagen wurde die Leiche des Knabm aufgefunden. / •;* AMweisrrng einer russische« Dekegatimri aus Wien. Samstag wurde eine aus 48 Personen', bestehende Fürsorgekommission für die russischen Kriegs-j gefangenen durch Polizeiagenten zum Verlasien Wiens verhalten. Die Maßregel erfolgte auf Verfügung desj Staatsrates, dem ein Bericht der Polizei vvrlag» wo-j nach die Mitglieder dieser Kommiffion bolschewistische^ Propaganda betrieben. Der Bahnverkehr Wieu—Preßkurg ist! wieder hergestellt worden.' Der Betrieb wird ab heute! wieder eröffnet. Die Züge werden von Preßburg bis^. Marchegg von tschechischem Bahnpersonal geführt. Von Erpresser» »usgeplundevt. Ein 67j8Zn, tcknorm veranlagter Handelsagent hat aestem die Hilfe, der " die seine abnorm veranlagter Handelsagent hat aestem gegen mchrerr junge Burschen angerufen,. di rcumten, und dies zu ErpressMgm benähten.-- unglücklichen Mann über kl 35000, sein ganzes Vermögen, ab- ^enonnncn. Die Polizei nahm zwei der Bursche», Hn«8 . .- Berfehm . Die Bande hat dem Maliezek und dm Anstister rhm n Audois Bardach, fest. I Heimkehr von Internierte«. Gestern sind am Nord-s westbahnhvf 81 in England interniert gewefme Oesterreich«.^ eingetrosiev, darwter vnr Anzahl Wiener. M 4' Der AniverfiLStsbetrieb völlig eingestellt. Don heute ab bis einschließlich 2. Februar l. 2ß, wird auch der für die Zeit der Einstelung der Bor«! lesungen bishereingehaltene beschränkte Betrieb im Universitätsgebäude eingestellt. DortrSge u«v Versammlungen. - Auf Emladrmg deS Wiener Kaufmännischen BerrüL uW; Dr. Gustav T u e r l i n drei Borträge .Der Kaufmann und die! künftige Besteuerung" im Festsaal des Kaufmännisch«» BeremS^ iauseS, l- JohanneSgaffe 4» am 31^ 38. und Sl. d. M. m] alb 6 Uhr abends halten. Eintrittskarten sind i» Bmean drKj Vereins, l. JohanneZtzaffe 4, kostenlos erhältlich. — Heute hSktt der Verband Oesterrerchischer Eisen- und Metallproduzrnte» u»i halb 6 Uhr im Gewerbeverein, Eschenbachgaffe II, ,ei»e. Plenawersammlung ab. Dr. Otto S z o m b a t h y van Stmerschutzstelle der Wirtschvstszentrale für Gewerbe, Handel und Industrie wird Über „Die Steuergesetzgebung in Deutschöstermch vortragnr. Die EMAZe«8. Was mird in dieser Wsche srrsgegebLlL?: $n dieser Woche abe: von arten. Preis gal M Preis für 4 Dekagramm K 0.47, UnterZuudhslz eegw Ab- Lremnmg der Ziffer 34 drL EmlaufZfcheinrZ. b Kilogramm pro HavZ»- hakt. 1 Kilogramm (gespalten) K y.28 für Weichholz und L 0.30 fürs __ _ für Weichhohund S 0.80 fürs Hartholz. — Bon Ä Sigmundsherberg. Mindestbkinittelten. ,—---..^.»--1 karte und Abtrennung der Ziffer 33 deS EinkarrsscherneS. 1 Pr . pro Person. -— Bor» Donnerstag bis Samstag: Rers, alt- Ersatz für die ausfallende halbe HroünWge. EchMiK^geg«. Vorweisung der MehlbeWSkatt« und Abtrennnny per^ x l t r _ gegen Avtreummg der'beiden, mü der Mer .„. wochenabschMe deS Rindsieischeinkaufscheines, V DaS durch die Schweizer HüfZamvn grürsrrte Mehl gAarM vsraussichtlich diese Woche zur Ausgabe. Die Qualität di-fevj Schweizer Mehls reicht nicht an die Güte tzon unsere>n W«W^ schm Mehl Hexan, dych mUm wir froh sein, daß tvic mn dr«s ArrLfteu gerettet wurden. s Die mm*. •, Markte wiesen keinen Bertchr aus. I»t dex s Mschabteitung der Groß m a r k t h a k l e gab G heute, «Mj fleischloser Tag. kein Fleisch. In der VWaüerrabteilung «ttch« Reste von den Vortagen zu Verkauf gebracht, Ebenso tr»Mwar daS Bild auf den andere» Nttimen. Die tjntäom ""it« ' von „ packete aus SigmuudZherbera zur Abgabe. .... .., wurden obgesktzt. Aepfel beyaüptetm ihren Unnahbaren Standi Punkt. In RndolfShchn gab eS, «p« Brstpaktten, §ar LichN iN Brrlchr. RnstÄgem« Pr* 1. Februar wird »n Mähnsch-OstmU d»' llMzM »Ui Bezi.'Zsbirtm für ^X9i «un Mchl eingesiellr. M. '</ y