Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-07-01 · Heft 7 (1.7.1908) · p. Seite 167

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 7 (1.7.1908)
Date
1908-07-01
Page
Seite 167 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2969669-2970027-2970034--8358-2979072
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

167 München. Der am 18. Mai feierlich eingeweihte Friedhof ist die dritte Begräbnisstätte, die die Israeliten in München haben. Der erste Friedhof, ein einfacher Begräbnisplatz, befand sich bis 1816 an der Dachauer Landstraße. Im Jahre 1816 wurde dann der Friedhof an der Thalkirchnerstraße eröffnet, nunmehr der an der Nngererstraße. Berlin. In der ordentlichen Hauptversammlung der Deutschen Orient-Gesellschaft wurde, wie üblich, der Jahresbericht vorgelegt. Anknüpfend an die im Januar begangene Feier des zehnjährigen Bestehens gibt der Bericht Kunde von den Unternehmungen des Jahres 1907, die sich auf sieben Arbeitsgebiete in verschiedenen Ländern des Orients erstreckten und gerade in diesem Jahre von ganz ungewöhnlichem Erfolge begleitet waren. In Babylon hat sich Prof. Koldewey neben den gründlichen Forschungsarbeiten an den Palastbauten Nebukadnezars und an der berühmten großen Stadtmauer auch dem mit Privathäusern bedeckten Teile des Stadtgebietes zugewandt. Dahei find aus der alleruntersten Schuttschicht dieses Gebietes eine Anzahl von Keilschriftdokumenten zutage gekommen, die Geschäftsurkunden aus der Zeit der ersten Dynastie der Könige von Babylonien darstellen. Diese Tontafeln, die seit mehr als vier Jahrtausenden an derselben Stelle gelegen haben, beweisen, daß durch die vielfachen Zerstörungen, die Babylon im Laufe der Zeiten zu erdulden hatte, so gründlich sie auch gewesen sein mögen, doch nicht alle Denkmäler aus der alten und ältesten Zeit vernichtet worden sind. In Assur hat Herr Angrae die Festungswerke auf der Landseite jetzt ganz freigelegt und daneben Einzeluntersuchungen am Doppeltempel der Götter Anu und Adad durchgeführt. Als überraschende Entdeckung stellt sich ein Tempel des Gottes Nebo dar, von dessen Vorhandensein in Assur bisher nichts bekannt war, und bei dem interessante Urkunden des letzten Assyrierkönigs Sinscharischkun (des Sarakos der Griechen) gefunden wurden. In Palästina haben die Herren Kohl und Watzinger die vor zwei Jahren begonnene Untersuchung der Synagogenruinen Galiläas zu Ende geführt. Außerdem hat Prof. Sellin mit Unterstützung desselben Prof. Watziuger und des Regierungsbaumeisters Langenegger das alte Jericho auszugraben begonnen. Der Erfolg war schon in dieser ersten Kampagne glänzend: die Kanaanitische Stadtmauer wurde in ihrem ganzen Verlaufe festgestellt, und die merkwürdige Konstruktion der Mauern untersucht. Auch fehlt es nicht an Keramik, namentlich aus jüdischer und späterer Zeit. Diese Grabung soll fortgesetzt werden. Im Herzen Kleinafiens liegt ein anderes neues Arbeitsgebiet der D. O. G. In Boghazköi, der alten Hauptstadt des Hethiterstaates, wurde das Archiv der Könige dieses Reiches aus der Zeit von 1400 v. Chr. aufgedeckt. Die Tontafeln dieses Archivs gleichen in allen Dingen den berühmten Keilschriftfunden aus Tell el-Amarna in Oberägypten, auch inhaltlich schließen sie sich ganz an diese Dokumente an und sind geeignet, nicht nur über die internationalen Beziehungen der großen und kleinen Reiche des vorderen Orients im zweiten Jahrtausend Licht zu verbreiten, sondern werden vermutlich auch dazu führen, die bisher unbekannte hethitische Sprache V

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.