Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1908)
- Date
- 1908-07-01
- Page
- Seite 168 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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168 zu entziffern. Ganz besonders aber war es Aegypten, das im Jahre 1907 die unerhört lang ausgedehnte Arbeit — sie währte von Ende Januar bis Ende Mai und dann wieder Üon Ende Juli bis Ende März 1908 — durch geradezu glänzende Funde belohnt hat. In dem geplanten Neubau der Berliner Museen wird ein Stück des Säulenhofes aus dem Totentempel des Königs Sayure (v. Dynastie, um 2500 v. Ehr.) mit seinen herrlich gearbeiteten Palmensäulen aus Originalstücken wieder aufgerichtet werden können, und aus den zum Teil sehr ansehnlichen Bruchstücken der Kalksteinreliefs, mit denen dieser Tempel geziert war, lassen sich zusammenhängende, bis zu zehn Meter lange Darstellungen' wieder zusammenfügeu, deren künstlerischer Wert mit ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung wetteifert. Frankfurt a. M. Hier wurde im Hause Neue Kräme 27 ein Heim für israelitische weibliche Angestellte eröffnet. Dasselbe, ein langgeplantes Werk der Frankfurt-Loge, ist einstweilen durch die Frauenvereinigung der Frankfurt-Loge ins Leben gerufen und in gemieteten Räumen eingerichtet worden. In dem Heim finden junge Mädchen, welche M ihrer Ausbildung oder um sich ihren Lebensunterhalt zu erwerben, fremd und ohne Familienanschluß von auswärts nach Frankfurt kommen, eine Stätte, welche ihnen Wohnung und Verpflegung, Heimatgefühl und Geselligkeit, moralischen Schutz und Beistand gewähren soll. Die einfach, aber behaglich eingerichteten Räume können 25—30 jungen Mädchen Unterkunft bieten; der Pensionspreis beträgt nach der Lage der Zimmer 45—55 Mk. pro Monat. Anfragen sind zu richten an Frau Maria Schlesinger, Arndtstraße 49. Frankfurt a. M. Die von dem Numismatiker Leopold Hamburger in Frankfurt a. M. zusammengebrachte Sammlung antiker Münzen Judäas und seiner Nachbarstaaten, ist vom Britischen Museum erworben worden. Die Sammlung zählt mehr als 2700 Münzen, darunter viele Stücke von hohem geschichtlichen Wert; namentlich die Periode des zweiten jüdischen Aufstandes zur Zeit des Kaisers Hadrian ist durch seltene Münzen vertreten. Berlin. Hier lebt in der Wielandstraße noch eine Nichte des Dichters Heine, Frau Helene Hirsch. Die Dame ist eine Tochter der Frau Emden aus Hamburg. Im Hause ihrer Mütter hat sie seinerzeit die Kaiserin Elisabeth empfangen, die der Schwester ihres geliebten Dichters einen Besuch machte. Frau Hirsch hat ihrem Onkel, an den in ihrer Wohnung Hunderte von Andenken mahnen, eine lebhafte Erinnerung bewahrt. Inhalt: Das Judentum am Scheidewege. — Einiges über den Einfluß der MaimonidischenPhilosophie auf das christliche Abendland. — Die Gründung eines Vereins zur Vertretung religiösliberaler Interessen des Judentums in Nürnberg. — Herr Geh. Justizrat' Prof. Dr. Köhler, über das Recht im Talmud. — Dr. Eduard Glaser. — Mitteilungen. Verantwortlicher/Redakteur und Herausgeber Dr. A dolf B r n l l; . Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.