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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-07-01 · Heft 7 (1.7.1908) · p. Seite 164

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 7 (1.7.1908)
Date
1908-07-01
Page
Seite 164 (sequence 22)
Language
German
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164 Newyörk. Aus Newyork wird gemeldet: In einer hier öffentlich veranstalteten Versammlung von Chinesen/ in welcher auch Juden abwesend waren und das Wort ergriffen, sprach unter Anderen auch der chinesische Botschafter Wei-Ting. Der anwesende Reformrabbiuer Dr. Wise interpellierte den Botschafter wegen der schlechten Lag^ der Juden in China. „Im Innern des Reiches," antwortete der Botschafter, „mag wohl die Lage der Juden keine besonders günstige sein, aber in Hong-Kong, Changhay und anderen größeren Städten gibt es sogar jüdische Millionäre." In derselben Versammlung ergriff auch der amerikanische Handelsminister Oskar Strauß das Wort und sa^te: „Die jüdischen Einwanderer haben großen Anteil an dem.Aufblühen Amerikas. Gerade in der Einwanderung liegt das große Geheimnis vom Glück und Gedeihen Amerikas. Selbst diejenigen, die nur auf einige Jahre nach Amerika kommen und dann in ihre Heimat zurückkehren, bringen dein Lande viel ein. Los Angelos. Die Matrosen der amerikanischen Flotte veranstalteten jüngst eine Preiskonkurrenz in athletischen Sportübungen. Nahezu tausend Matrosen hatten an der mehrere Tage währenden Konkurrenz teilgenommen. Als erster Sieger ging der.jüdische Matrose Philipp Schloßberg hervor, der auch den ersten Preis davontrug. Schloßberg ist erst vor zwei Jahren aus Rußland nach Amerika eingewandert und bald darauf in die amerikanische Marine eingetreten. Philadelphia." Auf mehreren amerikanischen Bühnen geht seit einigen Wochen ein. fünfaktisches Drama „The Redemption" (Die Erlösung) in Szene, dessen Autor der zweite Rabbiner der hiesigen Keneseth-Jsrael-Gemeinde ist. Der Inhalt des von der Krstik sympathisch beurteilten Stückes ist folgender: Samuel Gershom, ein junger Soldat im ' russischen Heere, ist der Sohn frommer, jüdischer Eltern. Eines Tages erklärt er seinen Verwandten, daß den Juden in Rußland nur dadurch geholfen werden könne, daß sie nach auß^n hin den russisch-orthodoxen Glauben annehmen, aber im Innern weiter Juden bleiben. Er eröffnet gleichzeitig, daß er sich bereits habe taufen lassen. Die Folge dieser Eröffnung ist, daA Gershom aus dem Hause seiner Eltern gewiesen wird und auch seihe Braut auf Befehl ihrer Eltern die Verlobung rückgängig macht. Das alles wird aus einem Prolog bekannt, der eigentlich als erster Akt dienen soll, und am Sederabend des Jahres 1900 sich im Elternhause Gershoms abspielt. Im darauffolgenden Akte gewinnt man einen Einblick in das Leben der russischen Aristokraten, mit allen seinen Frauenintriguen, die angewendet werden, um Mitglieder der hohen Aristokratie und der militärischen Kreise für die revnlutionäre Bewegung zu gewinnen. Um diese Zeit ist Gershom bereits Kapitän. Im nächsten Akt ist Samuel Kommandant der Garnison der Stadt, in welcher der Pöbel eben Vorbereitungen für einen Pogrom gegen die Juden trifft. Der Bruder Samuels, David^ war ebei> als reicher Mann aus Amerika heimgekehrt und verlobt sich mit der früheren Braut seines Bruders. David bittet seinen Bruder die Truppen zur Unterdrückung/der Unruhen zu kommandieren, was Samuel erst dann zusagt, als David das Versprechen gegeben, von

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