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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-07-01 · Heft 7 (1.7.1908) · p. Seite 163

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 7 (1.7.1908)
Date
1908-07-01
Page
Seite 163 (sequence 21)
Language
German
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163 Morris hat bei einem großem Brande, der vor einiger Zeit in der Stadt wütete, mit totesverachtendem Heldenmute ^in Dutzend Menschen vor dem sicheren Feuertode gerettet. Als er dann in daK brennende Haus zurückkehrte, um seine Rettungsaktion fortzusetzen, wurde er selbst von den Flammen erfaßt und büßte sein Leben ein. Dem Andenken dreses Heldentodes ist das sinnige Denkmal gewidmet. * Washington. Präsident Roosevelt empfing eine Petition, die wohl ihresgleichen in der Welt nicht wieder haben dürfte, noch je gehabt hat. Diese Petition ist ungefähr 60 Meter lang. Im weißen Haus, dem Wohnsitz des jeweiligen Präsidenten, findet sich kein Raum, in der die Petition hätte völlig aufgerollt werden können. Man mußte sich daher damit begnügen, von dem Gegenstand der Petition Kenntnis zu nehmen. Es handelt sich um eine Bitte der amerikanischen Juden an den Präsidenten Roosevelt, dahin zu wirken, das Shakesspeares „Kaufmann von Venedig" aus allen amerikanischen Schule»: verbannt werde, da dieses Schauspiel der Heranwachsenden Jugend den Charakter der jüdischen Rasse in einem ganz falschem Lichte zeige. Präsident Roosevelt meinte, das hätte gar keinen Zweck, denn die Heranwachsenden Bürger der Bereinigten Staaten haben auch sonst Gelegenheit, sich von den guten wie von den schlechten Raffeneigenschaften der jüdischen Bevölkerung zu überzeugen. LosAngelos (Kalifornien). Einer Einladung des Pastors und der Gemeinde der Temple Baptisten-Kirche in Los Angelos, Kalifornien, folgend, veranstaltete Dr. Sigmund Hecht, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Bnai B'rith, mit samt seinen Gemeindeangehörigen Sonntag gemeinsa»n mit den Baptisten einen Pasta- Gottesdienst in der Temple-Kirche, bei dem die Geistlichen der beiden Gemeinden amtierten. Pittsburg. Hier erregt die Entdeckung eines jungen jüdischen Heldentenors großes Aufsehen. Es ist der 17jährige Harry Sokolski, der noch bis vor kurzem teils als Zeitungscamelot, teils als Stiefelputzer ein kümmerliches Dasein fristete und heute, »vre amerikanische Blätter versichern, ein fünfjähriges Engagement an die Metropolitan Opera House, an welcher musikalische Größen, wie Gustav Maler und Caruso wirken, in der Tasche hat. Sokolski hat sich durch seine phänomenale Sttmme und sein musikalisches Talent bereits den Namen „der jüdische Caruso" erworben. Bor drei Jahren erweckte Sokolski die Aufmerksamkeit des Pittsburger Kantors Grafmann, der ihn von eine»n bekannten Musiktehrer und Gesangsmeister namens Stewenson ausbilden ließ. Als Caruso vor einiger Zeit mit der Metropolitan-Gesellschaft in Pittsburg gastierte und Don dem jungen Manne hörte, ließ er ihn zu sich kommen und einige Lieder fingen. Caruso soll nun von dem Gesang des jungen Sokolski so entzückt gewesen sein, daß er sein Engagement an die erste amerikanische Oper durchsetzte, Sokolski spricht noch immer ein gebrochenes Englisch und äußerte sich einem Reporter gegenüber, daß er nicht begreife, wie er Caruso gefallen konnte, da er „nicht disponiert und sehr aufgeregt gewesen sei."

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