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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-07-01 · Heft 7 (1.7.1908) · p. Seite 154

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 7 (1.7.1908)
Date
1908-07-01
Page
Seite 154 (sequence 12)
Language
German
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154 Philologe Joseph Justus Scaliger (1540—1609) behauptet von Maimonides, er sei der Einzige unter den Juden, der es unterlassen hat, sich mit Possen zu beschäftigen Unter den Schriften, aus denen er sein Material gesammelt, nennt er als erste den „Führer" des Maimonides, den er als ein Buch voll guter Frucht von staunenswerter Gelehrsamkeit und für den christlichen Theologen besonders als unentbehrlich bezeichnet. Aus der Buxtorfschen Uebersetzung des Führers ins Lateinische hat der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibnitz (1676—1716) sich Auszüge gemacht. Er bezeichnet Maimonides als einen ausgezeichneten Philosophen, Mathematiker, Mediziner und Schrifterklärer. Dem Führer verdankt Leibnitz die ausgedehnte Kenntnis der arabischen Philosophie und in der Begriffsbestimmung der.Monade war, wie Munck nachwies, Lerbnitz von Maimonides beeinflußt. •>e< Die Gründung eines Vereins zur Vertretung religiös* liberaler JnterelTen des Judentums in ftdrnberg. Am 26. Juni, fand im großen Adlersaale eine Versammlung zwecks Gründung eines Vereins zur Vertretung religiösliberaler Interessen des Judentums statt, welche von etwa 4—500 Personen-, Herren und Damen besucht war. Nach einleitenden Begrüßüngsansprachen des Herrn Kommerzienrat Gattinger, welcher den Vorsitz - führte, nahm Herr Schuldirektor Gombrich das Wort und legte in eingehender Weise den Zweck der. Versammlung, und der Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlusses ^"^r liberalen Mitglieder der hiesigen Kultusgemeinde dar. Er führte aus, daß wie in Deutschland, so auch hier in Nürnberg das Verhalten der Orthodoxen und die aggressive Art, wie sie gegen liberale Einrichtungen, zu Felde ziehen, ein einmütiges Zusammengehen der liberalen Elemente erheische. Er betonte, daß an den Fundamenten der jüdischen Glaubenslehre nicht gerüttelt werden solle und dürfe, wohl aber müßte mit solchen althergebrachten Formen und Gebräuchen, die den früheren Zeitverhältnissen h angepaßt waren, in unserer Zeit aber nicht mehr aufrecht erhallen werden können, gebrochen werden. Er legte weiter dar, daß das Judentum me stille gestanden, sondern sich stets, den Verhältnissen Rechnung tragend, entwickelt habe und fortgeschritten sei, deshalb müßten wir auch alle nicht mehr, in die heutige Zeit passetiden Sitten und Gebräuche umgestalten, sonst würde ein großer Teil der heutigen Jugend abgestoßen und dem Judentum den Rücken kehren. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen

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