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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-07-01 · Heft 7 (1.7.1908) · p. Seite 147

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 7 (1.7.1908)
Date
1908-07-01
Page
Seite 147 (sequence 5)
Language
German
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147 werden, in keiner Weise aufzuhalten sei." Der Verfasser berührt auch die Sabbatfrage und bezeichnet den in der Gegenwart an ihm sich' zeigenden Konflikt zwischen Lehre und Leben als geradezu demoralisierend und hebt hervor, daß bei dem einfachen schlichten Juden, — also wohlgemerkt nur bei diesem — sich die Empfindung nicht bekämpfen ließe, daß das Judentum mit der Verlegung des Sabbats auf den Sonntag vor dem Christentum die Waffen strecke. Wer Augen hat zu sehen, der kann fich den Tatsachen nicht verschließen, daß die westeuropäische Judenheit die nationale Zukunfts- Hoffnung der Zionisten nicht teilt und von dem Messiasgedanken den universalistischhumanistischen und nicht den partikularistisch-nationalen sich zu eigen gemacht hat And was H^oldheim in seiner Reform anstrebte, die Trennung des Nationalen von dem Religiösen ist, wenn auch offiziell das traditionelle Judentum noch immer zu herrschen scheint, doch mehr, wie man meint in seinen Grundgedanken zur Geltung gekommen. Ob das Judentum in seinem Volkstum oder in seiner Religion seine Aufgabe habe, das war unbewußt lange Zeit hindurch stillschweigend der trennende Punkt zwischen der Orthodoxie und der Reform im abgelaufenen Jahrhundert und auch heute scheiden / sich hier die Geister. Bei den Juden im Osten, wo noch vormendelssohnische, geistig^ Zustände herrschen ist auch darum heute noch das Nationale, das auch in der strengen Übung des Ceremonietten seinen Ausdruck findet, die bewegende treibende Macht. Wir geben gerne zu, daß der Zionismus auch weckend und veredlend gewirkt hat, wie jede geschichtliche von innen heraus wachsende Bewegung und daß 'es ihm gelungen ist und auch noch gelingen wird, die wahren Werte des Lebens in ihrer Reinheit und Hoheit zur Geltung und mit zur Gestaltung zu bringen, daß an Stelle scheuer Ängstlichkeit, knechtischer Kriecherei, berechneter Schmeichelei an Stelle des Stolzes und des ProHentums vornehme Zurückhaltung, innere Selbstzucht, Sinn für Ordnung und namentlich für Unterordnung treten werden, aber darum kann und darf der Zionismus nicht als die alleinige Rettung des Judentums bezeichnet werden, das als eine große bewährte, erziehliche Macht auch ohne ihn nie aufhören wird Segen zu stiften. Wie getrübt der Blicks des Verfassers für Beobachtung geschichtlicher Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen, geht beispielsweise daraus hervor, daß er ernstlich behauptet, daß nicht die Religionsphilosophen sondern die Stocktalmudisten und Kabbalisten das Judentum erhalten haben und wenn er sogar Maimonides zu den Schädlingen des Judentums zählt. Daß das Judentum in Deutschland vor Mendelssohn unter der Herrschaft des Talmud und der Kabbalah einen selten dagewesenen geistigen Tiefstand zeigte, ist klar und unbestreitbar. Daß alle Organisationen und Veranstaltungen des Judentums in letzter Zeit nur Vorläufer der nationalen Wiedergeburt Israels seien, wie Stufen an der Leiter, deren oberste Sproß der Zionismus ist, ist nicht so feststehend wie der Verfasser es hinstellt. Herr Dr. Joseph schließt seine Ausführungen mit den Worten: Wäget und waget! Die Stunde der Entscheidung hat geschlagen! Ihr steht an der Wende der Geschichte! Bedenket, daß Alles auf dem Spiele steht und daß es Alles zu gewinnen gilt! Segen

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