Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1908)
- Date
- 1908-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWWWWMWM TT*» — 139 machung der Beteiligten verlangen (Unterscheidung zweier Männer gleichen Namens), so sollen auch heute im Scheidebriefe die deutschen Namen und Vornamen genau angegeben werden. V. Weigert sich der gerichtlich geschiedene Ehemann einen Scheidebrief ausstellen zu lassen, oder macht er seine Einwilligung von unerfüllbaren Bedingungen abhängig, so soll unter Zustimmung einer größeren Anzahl von Rabbiner ein Bev-llmächtiger von einem Be ch-Din ernannt werden, der an seiner Stelle den Scheidebrief ausstellt. Lauganhalteuder Beifall folgt jedem einzelnen Referate. Sodann wird zunächst über' den zweiten Vortrag, als den zurzeit wichtigsten, debattiert Es schließt sich eine sehr lebhafte und anregende zweistündige Diskussion an, bei welcher sich die größere Zahl der Anwesenden beteiligt, und die sich besonders über Bibüllesen, Bibelkritik, systematischen Religionsunterricht, Rationalismus her Wundererklänlng, Behandlung des Stoffes in konzentrischen Kreisen und über die vorhandenen Lehrbücher erstreckt. Als Ergebnis der Debatte, über welche noch ausführlicher berichtet werden soll, sei vorläufig Folgendes hervorgehoben: Vertraulich wurde mitgeteilt, daß eine größere Summe zur Abfassung einer geeigneten Bibelübersetzung zur Verfügung gestellt und daß nunmehr begründete Aussicht vorhanden sei, den lange gehegten Wunsch nach einer guten Haus- und Schulbibel erfüllt zu sehen. Auf Grund einer vom Referenten Freudenthal gegebenen Anregung wird eine Schulkommissiön zur Behandlung wichtiger Schulfragen gewählt, bestehend aus den Kollegen Freudenthal-Nürnberg, Blumenthal-Berlin, Fabian-Breslau, Jakob-Dortmund, Vogelslein-Königsberg, die, wenn, nötig, andere Kollegen noch hinzuziehen soll. Auf Vorschlag von Samuel-Essen wird beschlossen, daß die Kommission sich mit dem Ansschuß des Lehrerverbarrdes in Deutschland in Verbindung setzt. Ferner wird ein Antrag Fabian .angenommen: „Der Vorstand wird beauftragt, unverzüglich die Schaffung eines wissenschaftlichen Organs für jüdischen Religionsunterricht in die Wege zu leiten." Wegen vorgerückter Zeit konnte die Debatte über die übrigen Vorträge nicht mehr stattfinden. Auf Vorschlag des Referenten Vogetstein selbst wird die Abstimmung über sein? Resolutionen ausgefetzt; es soll eine Kommission, bestehend aus dem Vorstande und anderen, von ihm 511 kooptierenden Mitgliedern, erst das Material bearbeiten und in der nächsten Sitzung referieren. Sodann wird der Vorstand per Akklamation gewählt, und zwar: Bogelstein-Stettin zum Vorsitzenden, Blumenthal-Berlin, Appel Karlsruhe, Porges Leipzig, Bloch-Posen zu Mitgliedern des Vorstandes, und Freudenthal-Nürnberg, Rülf-Braunschweig, Seligmann- *Frankfurt zu Stellvertretern.