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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-06-01 · Heft 6 (1.6.1908) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 6 (1.6.1908)
Date
1908-06-01
Page
Seite 138 (sequence 20)
Language
German
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', J L, i.JJ W Wi«PiP^^yji4Jup^pppf^^ . . — 138 - tum reine Ethik sei, nicht im Zionismus, sondern — vom voluntaristischen Standpunkt ausgehend — im Willen zum Judentum. Dieser Wille kann den liberalen Juden keineswegs abgesprochen werden. Das heutige liberale Judentum ist darum ein Glied der Entwicklung. 2. R e l i g i o n s u n t e r i ch t s f r a g e n, von Freildenthal-Nürnberg. Der Vortragende behandelt jeden einzelnen Lehrgegenstand des Religionsunterrichts, gibt praktische Winke ^ir die Methodik des Unterrichts, für die Behandlung und Verteilung des Lehrstoffes, verlangt die Benutzung der gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft im' Unterricht, bezeichnet es anderseits aber als einen Fehler, im Religionsunterricht Wissenschaft zu treiben, z. B. den biblischen und nachbiblischen Geschichtsunterricht als Literaturwissenschaft zu behandeln. Auch die einzelnen vorhandenen Lehrbücher unterzieht der Redner einer Kritik. 3. Stell ung der Frau im religiösen Leben, von Seligmann- Frankfurt a. M. Der Referent sieht in der tätigen Mitwirkung der Frau nicht nur bei der Erziehung der Kinder, sondern auch im religiösen Leben im allgemeinen ein wirksames Mittel zur Erhaltung und Kräftigung des Judentums und zur Erweckung der Begeisterung für die Religion. Soll das Weib für die Religion gewonnen werden, dann müssen ihm größere Rechte als bisher eingeräumt werden, und es muß ihm eine aktive Beteiligung am religiösen Leben zugestanden werden. Darum sei die Einführung, respektive Ausgestaltung schon vorhandener Gebräuche zur Heranziehung des weiblichen Geschlechts zur Religion notwendig, z. B. bei der Geburt das sogenannte Holekreischen, ferner die Mädchenkonfn mation, bei der Trauung irgend ein Brauch, welcher der Braut eine aktive Rolle znerteilt— eventuell Ringwechsel, oder Einführung einer Formel oder auch nur des Wortes „ja", . auch sollten die Frauen nach amerikanischem Muster, wie es ja schon in einigen Gemeinden Deutschlands eingeführt ist, neben den Männern und nicht auf einem Frauenchor sitzen; dadurch würde der Besuch des Gottesdienstes von seiten der Frauen ein stärkerer werden. 4. Grundlinien einer Reform der Eh eg es ehe, von Vogelstein- Stettin. Der Referent betont die Notwendigkeit der Reform der Ehegesetze, die auch von konservativer Seite oft zugestanden wird, und schlägt unter Berufung auf die Resolution, der Sitzung vom 1..Januar 1907 und mit einer kurzen wissenschaftlichen Begründung folgende Resolution vor: I. Jede nach biblisch-talmudischem Rechte gestattete Ehe ist auch dem Kohell erlaubt. II. Wir betrachten die Chaliza für aufgehoben, aber mit Rücksicht auf Gewissensbedenken der Beteiligten soll der Rabbiner sich nicht weigern, sie vorzunehmen. III. Erklärt ein deutscher Gerichtshof einen der Ehegatten für tot, so soll dies genügen, um ihn als verstorben anzusehen, so daß der andere Teil eine neue Ehe eingehen kann. iv. So wie der Talmud und die Codices bei Scheidebriefen genaue Kenntlicha 'i ' iTiti

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