Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1908)
- Date
- 1908-06-01
- Page
- Seite 134 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 134 — Selbst in Moskau, dem Russischen Rom bildete sich eine Gemeinde dieser Neujuden, der sich hohe Kläriker und sogar die Söhne des Großfürsten Iwan 111. Wassiliewicz und insbesondere seine Schwiegertochter Helene und sein Kanzler Fedor Kuricyn anschlossen. Als im Jahre 1489 der Archimandrit Zosimos zum Metropoliten von Moskau gewählt wurde, war mit ihm ein geheimer Anhänger der jüdischen Lehre an die höchste Stelle des Russischen Kirchenregiments gestellt. Umsonst eiferte der Erzbischof Gennadius von Nowgorod gegen die unerhörte Ketzerei, umsonst schrieb Joseph Sanin, der heilige Gründer des Wolokolamskischen Klosters seine zornmutigen, sogenannten Aufklürungsreden. Im Jahre 1504 wurde wegen dieser Zustände ein allgemeines Concil einberufen, in Folge dessen die neujüdische Bewegung aufs heftigste bekämpft wurde. Man schickte die Fürstin Helene und ihren Sohn in die Einöde-Klöster und verbrannte, hängte und knutete um die Ketzerei auszurotten, was nicht gelang. 1539 klagt König Sigismund I. von Polen in einem Decret vom 10. Juli über die zunehmende Verbreitung des jüdischen Proselytentmns in Littauen. Damals bestieg in Krakau Frau Katharina Matcher geb. Weigl am 19. April 1539 den Scheiterhaufen. Und noch bis auf den heutigen Tag erinnert die Sekte der „Subotnicki" in Rußland an jene denkwürdige Bewegung. Zur Zeit der Kreuzzüge begann der Exodus der Juden aus Deutschland nach Polen. Es kamen aber damals auch viele Deutsche ins Land. Mit den bis ins 13. Jahrhundert zuströmenden Deutschen blieben die Juden stets im.Contact, weshalb sie sich auch die polnische Sprache nicht aneigneten. Wenn ihre Sprache uns heute monströs, Ohr und Geschmack verletzend erscheint, so dürfen wir nicht vergessen, daß sie oft aus den Mundarten des 12., 13. und 14. Jahrhunderts besieht. In dieser Sprache die einen Rückschluß auf das Einwanderungsgebiet gestattet, kann man die fränkische, schwäbisch-allemanische, die sächsisch-niederdeutsche Mundart noch deutlich genug erkennen. Auch hatten die Juden ihre eigene Gerichtsbarkeit und gab es eine Zeit wo gesittete'Rechtsordnung nur bei ihnen zu finden war. Durch den Verkehr mit dem slavischen Adel gerieten die Juden in Verfall und die ethischen Mängeln und dunklen Schatten, die man als eminente Eigenschaften des gesamten Judentums ausgegeben hat, haben in diesen slavischen Lasterhöhle^ ihre Geburtsstätte. Line Ausstellung jödifcbcr Ikunstilenlimäler. Die jüngst im Lichthofe des Kunstgewerbemuseums zu Düsseldorf eröffnete Ausstellung von jüdischen Bauten und Kultusgegenständen für Synagoge und Haus in Abv bildungen und Originalen ist von der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkr.jtüürsjü'; -- i> j