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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-05-04 · Heft 5 (4.5.1908) · p. Seite 108

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 5 (4.5.1908)
Date
1908-05-04
Page
Seite 108 (sequence 14)
Language
German
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•m 1 •"? *■ TOH%7\>.rrw'JXW"r?$ — 108 — und mehr zur Überzeugung kommen, daß die Besiedelung Palästinas mit Juden nicht nur für die Juden allein, daß sie auch für die Türkei die größten Vorteile bringt. Von uns allen hängt es jetzt ab; wird das jüdische Volk jetzt seine Pflicht tnn, dann wird, wie Herzl gesagt hat, es kein Märchen sein. Meine verehrten Damen und Herren! Ich sagte vorher, daß die zionistische Organisation das Glück hat, demokratisch eingerichtet zu sein. Das ganze Volk hat die Möglichkeit, mitzuarbeiten, seinem Willen den nötigen Nachdruck zu geben und ihn in die Tat umzusetzen, und der Wille eines Volkes ist eine Macht, denn das, was ein Volk ernstlich will, muß endlich in Erfüllung gehen. Aber, meine Damen und Herren, Demokratie besteht nicht nur im Kritisieren. Das Kritisieren ist allerdings auch ein Bestandteil der Demokratie, aber nur ein kleiner. Die Hauptsache ist, daß alle Mitarbeiten und daß ein jeder seine Pflicht tut, daß man nicht darauf wartet, daß die Führer alles schaffen sollen, daß sie allein alles tun. Das ist ja -der Unterschied zwischen uns und den anderen Organisationen. Unsere Organisation! ist auf der Basis von Selbsthilfe, auf dem Gedanken, . daß wir uns selbst helfen sollen, aufgebaut, die anderen auf Philantropie, auf Wohltätigkeit. Also alle müssen Mitarbeiten,-alle ihre Pflicht tun. Natürlich müssen diejenigen, die wir uns als Führer gewählt haben, mehr leisten. Die Führer müssen in erster Linie ihre Pflicht tun, müssen als Muster für die Massen gelten, denn sie sind die * ersten Diener der Organisation. Von ihnen muß man mehr als von den anderen verlangen. Als^ ein Muster können wir uns Dr- Herzl nehmen. Er hat seine Pflicht getan! Im vollsten Sinne des Wortes kann man von ihm sagen, daß er mit seinem ganzen Herzen, mit seiner ganzen Seele und mit seinem ganzen Vermögen und Können seine Pflicht getan, bis er unter der Last der Arbeit zusammengebrochen ist. Er gilt daher auch bei uns als die größte Autorität, und alle berufen sich auf ihn. Von dem Zionisten, der die ganze Arbeit nur auf politischem Gebiete sehen möchte, bis zu dem Zionisten, der das ganze Heil in praktischer Arbeit in Palästina sieht, und bis zu dem ' Territorialisten, der von Palästina nichts wissen will, vom freiesten Atheisten, der von ^der Religion nichts wissen "will, der die Nationalität an Stelle der Religion setzen möchte, bis zu dem orthodoxesten Misrachisten, für den die Religion allein die Hauptsache ist mit) der es als ein nationales Unglück betrachtet, wenn in einem zionistischen Bureau die Sabbatruhe nicht ganz nach dem Schulchan Arnch eingehalten wird: alle ohne Ausnahme berufen sich auf Herzl, jeder von ihnen gibt an, er tue, was Herzl gewollt habe. Jeder von ihnen behauptet, daß er der Vollstrecker des Herzlschen Wittens ist. Ja, mancher nennt sich sogar sein Nachfolger. Nun,, dagegen wäre gewiß nichts einzuwenden. Sie haben alle wirklich ein Recht dazu. Denn das, was Herzl geschaffen bat, ist nicht eine Partei, ist nicht ein Teil des Judentums, sondern es umfaßt alles, was mit dem Judentum zusammenhängt, es umfaßt das ganze jüdische Volk mit allen seinen Interessen, in der zionistischen Bewegung ist tatsächlich Raum t < 1

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