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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-05-04 · Heft 5 (4.5.1908) · p. Seite 104

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 5 (4.5.1908)
Date
1908-05-04
Page
Seite 104 (sequence 10)
Language
German
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VMM — 104 — ynd Feigheit. Ihre Verwandtschaft, die in der gleichen Fähigkeit, eine einzelne Persönlichkeit heldenmütig zugunsten der Allgemeinheit zu opfern, besteht, blieb aber auf beiden Seiten unbemerkt und verkannt. Dieses Mißverständnis konnte nicht ewig bestehen: es wurde eines Tages erkannt, und da bemerkten erst beide Völker, wie sie beide gleich von Liebe und Heldenmut erfüllt sind. Es geschah an jenem Tage, als die Enkel hes Taras Bulba und des Juden Jankel sich wieder begegneten, und zwar nicht mehr im Kriege, sondern in der Wissenschaft und in der Litetatur. Und so geschah dieses große geschichtliche Wunder, von dem ich oben sprach. Zwei Völker, die in allen Äußerlichkeiten einander fremd sind, haben sich nun in ihrer tiefsten Sehnsucht znsammengetan, nicht weil es von praktischen Erwägungen des Augenblicks geboten ist, sondern weil sie beide von einem tiefen seelischen Drang, dazu bestimmt werden. Der erste Antrieb wurde von der russischen Literatur gegeben; die jüdische Jugend, die von der' Geschichte dazu genügend vorbereitet war, folgte dem Signal und hängte sich liebevoll an das russische Volk, das ihr bis dahin so fremd war. An der russischen Revolution haben ja freilich auch andere Nationalitäten teitgenommen, aber nur die Juden haben in dein Kampfe alle Sonderinteressen aufgegeben und ihr Schicksal unlöslich an das Schicksal Rußlands gekettet. Das anscheinend Unmögliche hat sich als höchst einfach erwiesen, das Heldenmütige als ganz natürlich, und alles gestaltete sich so, wie es bei einer echten, tiefgehenden Liebe immer der Fall ist. Wir bemerken nicht das Mmüerbare an diesen Vorgängen, weit wir uns an diesen Anblick schon gewöhnt haben. Wir wundern uns nicht mehr, wenn ein jüdischer Jüngling mutig das Schafott besteigt, mit sein Leben der Freiheit jenes Volkes zu opfern, das vielleicht in gleichem Augenblick seine Mutter während eines Pogroms zu Tode martert. Für die Liebe ist eben nichts, unmöglich. Lus einer jüngst in loHdon gehaltenen lüeäe des Orüstdente« des Lisnismus» Iberrn David MoMobn. Meine Damen und Herren! Der Grundgedanke des Zionismus der zionistischen Idee ist, daß die Judenfrage nur auf einent eigenen Territorium, und zwar nur in Palästina gelöst werden kann, daß die Judennot, die auf nnjerm Volke so schwer tastet, nirgendwo auf fremdem Boden

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