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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-04-01 · Heft 4 (1.4.1908) · p. Seite 82

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 4 (1.4.1908)
Date
1908-04-01
Page
Seite 82 (sequence 12)
Language
German
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82 chitekten Wolffenstein, hergestellt wurde Der Schrank soll die Vereinsfahne, das Archiv und einen Teil der Bibliothek in sich aufnehmen. Mit dem Reichstagsgebäude hat er das gemein, daß ihm noch die Inschrift fehlt. Vielleicht sehen aber unsere lieben Diskussionsredner darauf von zarter Damenhand geschrieben ein „Memento finire“ und fühlen sich in diesem Sinne nicht nur beschenkt, sondern auch „beschränkt". Das außer Auftrags, der vielmehr dahin geht, im Namen unserer - Vereinsschwestern unserem A. I. G. Bzu wünschen, daß er wachsen, blühen und gedeihen möge in aeternum! Der Vorsitzende dankte allen Rednern für die Glückwünsche und die Dedikationen des Verbundes alter Herren und der Vereinsdamen, ebenso dem Vertreter des Akadem. WissenschMl. Vereins für die Stiftung eines goldenen Nagels für die Vereinsfahne. A, H. Dr. B. Kellermann hat dem Verein zum 50. Semester eine Arbeit gewidmet, die betitelt ist: Der wissenschaftliche Idealismus und die Religion.*) A. H. Dr. med. Finken st e i n und A. H. Dr. med. B. Lipschi tz haben zur Ausschmückung des Vereinslokals gemeinsam ein Bild gestiftet: Die Lore am Tore. Nach dem gemeinsam gesungenen Farbenlied erhielt das Wort das Ehrenmitglied, Herr Prof. Dr M. Phi lip p so n, der etcha Folgendes ausführte: Fünfnndzlvanzig Jahre sind ein langer Zeitraum, nicht nur für ein Menschenleben, sondern auch für einen akademischen Verein. Diese lange Dauer ist bei dem A, I. G. B. unl so bemerkenswerter, unter je schwierigeren Verhältnissen derselbe entstanden ist. Es war die Zeit der tiefsten Bewertung des Judentums, seiner Geschichte, seiner Literatur, seines Kulturwertes für die menschliche Entwickelung. Sogar einen Einfluß auf die Bildung der Tochterreligion suchte man in Abrede zu stellen. Um so bewundernswerter war der Mut der jungen Leute, die damals die Gründung des A. I. G. B. herbeiführten. Und dabei wollten sie durchaus keinen apologetischen Verein stiftennein, sie hegten unbedingtes Vertrauen auf die siegende Kraft der reinen, von keiner Tendenz beeinflußten Wahrheit. Wahrheit allein, wissenschaftliche Wahrheit strebten sie für den bedeutsamen kulturhistorischen Faktor: Das Judentum mit seiner großen Geschichte und lebensvollen Literatur, an. Wie groß ihre Einsicht war, wird dadurch bewiesen, daß gerade seitdem in der Tat dem Judentum und seiner Vergangenheit ein von Jahr zu Jahr sorgfältigeres und unbefangeneres Studium gewidmet wird, auf dem Wege, den der A. I. G. V. vorgezeichnet hat. Ihn beschritt seit fünf Jahren eine andere Gesellschaft, nicht aus Studierenden, sondern aus fertigen Meistern gebildet, die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, deren Grüße und Glückwünsche ich zur Jubelfeier des A. I. G. B. zu überbringen die Freude habe. Äber noch eine andere große Vereinigung, die freilich auf andere Weise der Entwickelung jüdischer Kultur und Sitte dient, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, stattet Ihnen durch mich als seinem Vorsitzenden herzliche Gratulation ab. So darf ich nicht nur als Ihr *) Verlag von M. .Poppelauer, Berlin.

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