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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-03-01 · Heft 3 (1.3.1908) · p. Seite 68

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 3 (1.3.1908)
Date
1908-03-01
Page
Seite 68 (sequence 22)
Language
German
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H8 die Grundpfeiler babylonischer Kultur. Zwei Jahrtausende vor Christus hat Hammurabi in 280 Paragraphen die Gesetze seines Reiches niedergelegt und mit bewundernswerten! Scharfblick alle Lebensverhältnisse seines Volkes geregelt. Dem Umstande, daß alle Verträge schriftlich — auf Tonziegeln — gemacht wurden, verdanken wir zahllose Urkunden aus jener Zeit. Ein außerordentlich lebhafter Briefverkehr bestand zwischen Babylon, Ägypten und der Hauptstadt der Hittiter,, nahe der Küste des Schwarzen Meeres. Tie Babylonier waren ein Handelsvolk ersten Ranges. Auch das Kunsthandwerk und die Kunst standen bei ihnen in hoher Blüte. ' Ihre astronomischen Kenntnisse erscheinen in immer hellerem Lichte. Die Medizin vermochte allerdings gegen die verheerenden Typhusepidemien wenig auszurichten. Das Abendland hat viel von der babylonischen Kultur übernommen und hat auch jetzt noch Andenken an sie aufzuweisen. Das heutige Babylonien ist, von Bagdad abgesehen, verödet und verlassen. Seine spärlich verstreuten Bewohner müssen mit bewaffneter Hand ihre Habe gegen räuberische Überfälle verteidigen Aber Babylon soll nach den Berechnungen eines bewährten englischen Wasserbautechnikers eine große Zukunft als Baumwollkotonie haben. Man brauchte nur mit 'einem Aufwands von etwa 1(U> Millionen Mark die alten Kanäle wieder herzustellen. Damit wäre ein bebaunngsfähiges Land int Werte von 720 Millionen. Mark und mit einem Jahreserträgnis^von 76 800000 zu gewinnen. Tie türkische Regierung geht jetzt daran, eine regelmäßige Automobilpost zwischen Damaskus und Bagdad einzuführen, die diese Strecke, die man in 2k Tagen durchreitet, in drei Tagen zurücklegen soll. - Hundert Jahre waren am 20. Februar vergangen, seitdem in Essen a. R. die erste Synagoge durch den damaligen Oberrabbiner Loeb Aron Karlsburg aus Krefeld eingeweiht wurde. Die jüdische Gemeinde, die nach der Chronik bereits 1201 in Essen bestand und die heute 2500 Seelen zählt, zählte damals nur k2 Familien. In Frankfurt a. M. starb Frau Rosette Merton geb. Stern. Sie hat dem Mendelsohn-Verein und seinen freisinnigen Bestrebungen ein lebendiges Interesse entgegengebracht. Wir werden der edlen Frau ein ehrendes Andenken stets bewahren. Man berichtet aus Berlin: Im Justiz-Etat für 1008 werden 100000 Mk. für die Beschaffung geeigneter Räume für den jiidischen Gottesdienst im Strafgefängnis Ptötzensee gesichert. — Tie vor Kurzem für^alle Strafanstalten des Königreichs Bayern in Kraft getretene neue Hausordnuug enthält u'. a. «Justizministerialblatt 1007, S. 320 und 327) folgende Vorschriften: „Keinem Gefangenen soll der Zuspruch eines Geistlichen seines Bekenntnisses versagt werden. Den israelitischen Gefangenen ist die Feier des Sabbats Md der k-3 hohen Festtage, ferner die Feier des Fasttags „Zerstörung Jerusalem" gestattet. Sie sollen an diesen Tagen in einem besonderen Raume, womöglich unter einem Rabbiner oder Religionslehrer, zum Gebete versammelt werden. Sie dürfen auch die Schaufädeu und'Denkriemen anlegen. Für ihren Religionsunterricht wird nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse gesorgt." — Die Rudolf Virchov- Stiftung in Berlin hat Herrn Dr H. Weißenberg in Elisabeth-

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