Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- Seite 65 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 6f> —- Goldstickerei auf Lammet ausgestatteten Thoramäntelchen, ans die silbernen mit graviertem Ornament und mit kleinen Glöckchen oder Schellen versehenen, als Endigung der beiden Stäbe dienenden Rimonim, ans die sitbergetriebenen Kronen, die häufig darüber gestülpt werden, auf den oft in zierlichster Weise ausgeschmückten Brustschild uut» den beim Borlesen der Thorastücke verwendeten Weiser oder Zeiger ein, von denen er eine große Zahl künstlerisch schön ausgestatteter Exemplare im Bild vorführte. Er machte hierbei darauf aufmerksam, daß außer den üblichen silbernen nicht selten in Korallen geschnittene, aus Elfenbein auf das zierlichste geschnitzte und in armen Synagogen oft ganz originelle ans Hotz angefertigte Weiser Vorkommen. In den Bildern zeigte es sich, daß die Brunnenantage im Vorhofe, die Erinnerungstafeln in der Vorhatte, die Zdokoh-Büchsen, der Leuchter für das Weihefest, das Lesepult und die Leseputtdecke usw. eine die strengsten Anforderungen befriedigende künstlerische Ausstattung aufweisen. — Die von der Baronin von Eohn-Oppenheim-Stiftung gegründete „Baronin von Cohn-Oppenheim-Kasse für die anhaltischen israelitischen Kultusbeamten" hat durch landesherrliche Resolution vom 24 Dezember 1907 das Recht einer juristischen Person erhalten. Die Kasse wird den Beamten der anhaltischen Kultusgemeinden Ruhegehalt, das nach fünfjähriger Dienstzeit mit einem Drittel ihres Gehalts beginnt, und sich um jährlich zwei Prozent bis zu fünfundsiebzig Prozent steigert, und ferner den Witwen der Beamten die Hälfte des etwaigen Ruhegehalts als Witwengehalt gewähren. Um das Interesse der Beamten zu erhalten, werden dieselben mit einem Prozent ihres Einkommes zu Beiträgen herangezogen. Im Übrigen gibt die errichtete Stiftung neben einem angesammelten Fonds von etwa zwanzigtausend Mark, einen jährlichen Beitrag voll sechslausend Mark, wodurch die Erfüllung der Aufgaben der Kasse gesichert erscheint. Die Verwaltung liegt in den Händen eines siebengliedrigen Vorstandes, der sich aus vier Mitgliedern der Verwaltung der Kultusgemeinden zu Dessau, Bernburg und Cöthen, ferner dem Landesrabbiner und zwei weiteren Beantten zusammensetzt. Handelt es sich hier auch nur um einen kleinen Kreis von Personen, so ist doch vom sozialen Starldpunkte aus die Wohltat, die lviederum mit den Mitteln der edlen Baronin von Cohn Oppenheim ermöglicht wird, freudig zu begrüßen. — Der Verein Gump e r tz s ch e s S i e ch e n h a n s in Frankfurt a. M.. der im Vorjahre ein neues Heim bezog, vereinnahmte im abgela^seneu Jahre .V*oou Mark und verausgabte 49000 Mark. Durch die Erweiterung des Betriebes mußte ein zweiter Arzt angestettt und konnten 21 männliche und 3S weibliche Personen verpflegt werden, von denen 7 starben und 0 entlassen wurden. — Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau beging im Festsaal der Anstalt die Gedächtnisfeier für den Begründer der Anstalt, Kommerzienrat Jonas Fränkel, in Verbindung mit der Feier von Kaisers Geburtstag. Seminar-Rabbiner Professor im. Lewvbehandelte in einem längeren. Vortrage „Die Spuren der ralmudischen Literatur im griechischen und römischen Altertum", und überreichte dann den Rabbinatskandidaten, welche die Prüfungen