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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-03-01 · Heft 3 (1.3.1908) · p. Seite 53

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 3 (1.3.1908)
Date
1908-03-01
Page
Seite 53 (sequence 7)
Language
German
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dann als sie sie überflügelten, ihre Lehrer. Was die Araber in der ersten Zeit des Islam geleistet haben, steht beispiellos in der Weltgeschichte da, sie unterwarfen als wilde Stämme zivilisierte Völker, um sich bald zu eiuer nie dagewesenen Kultur und Zivilisation zu erheben und eine Blüte der Zivilisation zu bringen, die für die ganze Menschheit von außerordentlichem Segen war. Int Osten wie im Westen leisten die Araber auf allen Gebieten des Staatslebens Erstaunliches und besonders groß sind ihre Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiete. Das achte und neunte Jahrhundert, das Zeitalter Harun at-Raschids und seines Sohnes waren für das arabische Reich im Osten das goldene Zeitalter wie es das zehnte unter Abd. Al Rachmann HI. für das Westreich in Spanien war. Bagdad und Cordova wurden die berühmtesten Städte der Welt. Im 10. Jahrhundert im sogenannten „finsteren. Jahrhundert", weil damals noch das ganze christliche Europa in der Finsternis der Unkultur und Unwissenheit tag, drang der Ruhm der andalusischen Stadt Cordova sogar bis zu dem Kloster in Gandersheim (Sachsens und die fromme Aebtissin Roswita feiert sie in schwungvollen lateinischen Hexametern: j„Kordova, strahlende Stadt die Krone des spanischen Landes, die in des Reichtums Pracht iu unbesieglicher Kriegswehr im fernen Westen erglänzt,' als des Weltalls herrliche Zierde, die mit Weisheit sich schmückt und jegliche Wonne umschließt." Und weint die europäischen Völker einen großen Teil dieser geistigen Güter erhalten konnten, so haben sie es in erster Linie dem unermüdlichen Fleiße unp der unerschöpflichen Geisteskraft des kleinen jüdischen Volkes zu verdanken. Auch in unserer Zeit sind die Kulturvölker Europas mit tausend Fäden an die Geistesarbeit der semitischen Welt gebunden. Dem jüdischen Volke verdankt aber die Menschheit bei weitem mehr als anderen semitischen Völkern selbst, wie den Arabern mit ihrer glänzenden Kultur. Wie im Altertum und im.hellenisch-römischen Zeitalter haben die Juden auch im Mittelaller Alles was sie von anderen Völkern gelernt und was sie selbst an Kulturleistungen aufzuweisen hatten, anderen Völkern weiter gegeben und heute noch beherrschen, die von den Propheten vor mehr als zwei und einhalb Jahrtausenden ausgesprochenen Ideen, wenn auch nicht ganz in ihrer sittlichen Reinheit die christliche und muhamedauische Welt mit ihren soo Millionen Menschen. Duboys Reymond hat den Sah ausgestellt: „Tie Deutschen sind unter den Germanen, was die Juden unter den Semiten sind" um damit den Gedanken auszudrücken, daß die zivilisierte Welt den Juden mehr zu verdanken hat als allen anderen semitischen Völkern. So oft eine .Kulturepoche einer anderen lebensfähigeren Platz machen mußte, standen die Juden mit an der Spitze, um Bausteine zu dem neuen Kulturgebäude zu liefern. Jedes Zeitalter, jede Kulturepoche verzeichnet unter den schönsten und besten Namen auch.jüdische. Den großen Anteil, den die Juden an der Förderung von Kunst, Wissenschaft, Handel und Industrie nehmen und stets genommen haben ist bekannt und wird von vorurteilslosen human denkenden Menschen rückhaltlos anerkannt. Unsere Verdienste würden aber noch bei Weitem höher angeschlagen werden, wenn es nicht viele unter uns, darunter

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