Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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44 hierfür — daß je früher die Zeit komme, da die Menschen im Zeichen des Fortschrittes sich vereinigend, den Glaubensuntwschied nicht mehr als Beweis der Superiorität oder Inferiorität ansehen, solcher« ctU gleiche und freie Menschen von dem gemeinsamen Bestreben erfüllt sein werden, die menschliche Seele zu verfeinern und zu veredeln". — In Agram feierte die israelitische Kultusgemeinde kürzlich das 40jährige Amtsjubilänm ihres Oberrabbiners Herrn Dr. Hvsea Jacobi, in besonders würdiger Weise. Am Ist. Januar begino der bekannte Schriftsteller Herr Emannel Baumgarten in Wien seinen achtzigsten Geburtstag. Er stammt aus Kremsier und wid mete seine Mußezeit erfolgreich der jüdischen Literatur. Weit bekannt ist er geworden durch seine deutsche Übersetzung von Bach as „Herzenspflichten" zu welcher Abraham Geiger die Vorrede schrieb. Banmgarten ist Mitbegründer der österreichischen israelitischen Alliance, der Wiener theologischen Hochschule und hatte während seiner langjährigen Mitgliedschaft im Vorstande der Wiener israelitischen Genreinde eine reichgesegnete Tätigkeit entfaltet. —■ Im Alter von S2 Jahren stmb in Wien der emeritierte Rabbiner Wilhelm Svr. In Nääs, inl Gebier von Gotenburg starb der Begründer der zrr internationaler Bedeutung gelangten berühmten' schwedischen Handfertigkeitsmethode, Slöjd, Otto Salomon. Er begann seine Tätigkeit in den 70er Jahren mit Eröffnung einer Handarbeitsschule für Knaben in Nääs, bis sein Oheim, der Kaufmann Abrahamsohn, das Handarbeitsseminar gründete, in dem sich alljährlich Schüler ans europäischen und außereuropäischen Ländern einnnven. Gewöhnlich sind dort ungefähr 40 Nationen vertreten. Die „schwedische pädagogische. Handfertigkeit", derer: Vorkämpfer Salomon rvar, will nicht Handwerker ausb lden, sondern nur die Neigung für Handarbeit entwickeln und diese als Gegengewicht gegen einseitige geistige Arbeit zu einem Erziehnngs Nääs besteht daLMf Rohmaterial mit Werkzeugen auf gewisse Art zu behandeln mii) praktisch verwendbare Gegenstände, aber keine Luxusarbeiten hervorzubringen. Sie findet jetzt in verschiedenen Erdteilen Anwendung und hat ihrem Begründer europäische Berühmtheit verschafft. Als der Deutsch-Israelitische Gemeindebnnd vor Jahren tmra;i ging, dem Handfertigkeitsnnterricht Eingang in die jüdischen Schuten Deutschlands treu zur Seite. - Herr Professor in London hat jüngst in voller Vertreibung aus England lum 1 Häuser für sich selbst aufbanten, zst verschaffen, stand ihm Salomon mit Rat und Tat Marks, der erste Prediger der reformierten Gemeinde Geistesfrische seinen 97. Geburtstag gefeiert. Sein früherer Kollege im Amte, Dr. Albert Löwy, steht jetzt im ernnndneunzigsten Lebens fahre, und ist ebenfalls noch geistesfrisch. - Mr. Israel Abrahams. Dozent der rabbinischen Literatur, in Cambridge, hielt jüngst in Oxford eine öffentliche Vorlesung, worin er auf die verschiedenartigsten Verdienste hinwies, die sich die Juden vor ihrer 290» um letztere Stadt erworben haben. So waren B. die Juden in Oxford die testen, die zu jener Zeit daselbst eigenhändig errichtete die aus massiven 'Bausteinen bestanden, während alle anderen Gebäude der Stadl m r hölzerne waren. Nach ihrer Vertreibung wurden