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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-02-01 · Heft 2 (1.2.1908) · p. Seite 43

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 2 (1.2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 43 (sequence 21)
Language
German
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43 der Universität Wien, Herr Dr. Ernst Sellin, steht und an der als Archäologe der bereits genannte Professor Watzinger aus Rostock, als Architekt der Regierungsbaumeister Langenegger aus Dresden teilnehmen werden. Von nicht geringerer Bedeutung für die alte Geschichte des vorderen Orients ist die Ausgrabung, die von der Deutschen Orientgesellschaft im verflossenen Sommer im Herzen von Kleinasieu unternommen worden ist, nämlich in Boghasköi, das sich als einstige Hauptstadt des bisher noch so rätselhaften Volkes der auch im alten Testament genannten Hethiter herausgestettt hat. Dort hat Herr Professor Hugo Winckler von der Berliner Universität bedeutende Tontafelfunde gemacht. Die- Tontafeln von Boghasköi stehen inhaltlich und zeitlich in nächstem Zusammenhang mit den in Tell Amarna gefundenen, die bekanntlich ebenfalls durch Pro fessor Winckler ihre erschöpfende Behandlung gefunden haben. Aus seiner Feder wird das demnächst erscheinende Heft der Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft einen vorläufigen Bericht über die znm Teil überraschenden diesjährigen Ergebnisse bringen. — In der „Frankfurter Zeitung" veröffentlichte Dr. Cnrt Abel eine packende Darstellung des traurigen Geschickes zweier russischer Kinder, die mit ihrem Vater, einem schlechten Subjekt, in London eingewandert, in frühester Jugend systematisch zum Taschendiebstahl angehalten wurden, und die nach vielen Irrungen und Wanderfahrten schließlich von einem deutschen Gerichte zu nlehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden sind. Die Unglücklichen, die ihre Strafe Preungesheim bei Frankfurt a. M. verbüßen, haben den sehnlichen Wunsch ein nienes Leben zu' beginnen und sind sich vollkommen klar darüber, daß sie nur unter dem Drucke fortgesetzter körperlicher Mißhandlungen von Seiten des Vaters auf die Bahn des Verbrechens gedrängt wurden. Der Verfasser des ergreifenden Artikels, appellierte an die weiteste Öffentlichkeit, sich mit einem Gnadengesuche an den Deutschen Kaiser zu wenden. Wie wir nun hören, hat die Veröffentlichung erfreulicher Weise ihren Erfolg nicht verfehlt und es find auf Initiative eines hervorragenden jüdischen Philantropen in Frankfurt a. M. mit den maßgebenden Behörden Verhandlungen angeknupft worden, die darauf hinzielen, eine geeignete Erziehung der beiden armen Kinder zu sichern, sofern, wie zu hoffen, eine Begnadigung erfolgen sollte. — An den Oberbürgermeister von Rom Ernesto Nathan hatte die Israelitische Religionsgemeinde in Fünfkirchen anläßlich seiner Wahl zum Oberhaupt der Stadt Rom ein Begrüßungsschreiben gerichtet, in dem zugleich auf den Wandel der Zeiten hinge wiesen wurde, der darin liege, daß er, als Jude, zum Oberbürgermeister Roms berufen worden sei. Auf dieses Begrüßungsschreiben erhielt Herr von Engel, der Präsident der Fünfkirchner Israelitischen Religionsgemeinde, einen in herzlichem Tone gehaltenen Brief Ernesto Nathans, in welchem sich u. n; die folgende interessante Stelle findet : „Ich bin als Jude geboren und bin seit meiner Geburt stolz auf meine Zugehörigkeit zum Iudentnme. Lieb sind mir die herzlichen Worte, mit denen Sie und die Fünf- ] kirchner israelitische Religionsgemeinde Ihren für mich gehegten Gefühlen Ausdruck verleihen. Es wäre wiinschenswert - und vielleicht ist meine Erwählung ein Vorzeichen

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