Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- Seite 33 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 33 — Kongreß fand im Jahre HJOO in Paris, der zweite unter dem Borsitze des berühmten Theologen Conrad Cvon Lrelli im Jahre 1904 in Basel statt. Ter dritte Kongreß wird von jener Oxforder Universität das Licht und die Wärme der Wissenschaft empfangen, welcher die Geschichte der Religionen das unsterbliche Werk über „die heiligen Bücher des Orients", Übersetzung und zugleich Kommentar sämtlicher asiatischer Religionen zü verdanken hat. In Paris hatten die Freunde der Religionsgeschichte Gelegenheit, in den gastlichen Räumen des „Museums der Religionen" auszuruhen, das von Gnimet, einem. jener Kaufleute und Reisenden gegriindet wurde, die, gleich unseren Kanfleuten des Mittelalters, von ihren Reisen in ferne unbekannte Länder nicht nur gewinnreiche Geschäfte, sondern auch die Kutten jener Gegenden in ihre Heimat mitbringen. In Oxford findet man gleichsam die ganze religiöse Seele Asiens in der Universität untergebracht. Die Arbeiten dieser Kongresse tragen durchwegs den Charakter ernster Forschung in des Wortes wissenschaftlicher Bedeiltnng und schließen jede Polemnik konfessioneller oder dogmatischer Intoleranz von vorneherein aus. Es mag wohl hier zürn ersten Male sein, daß die Religion ihre Bekenner nicht trennt, sondern iu Frieden vereinigt. Die Religionen werden hier als ein Produkt der Naturgeschichte der Menschheit betrachtet, die selbst in ihren Dogmen, ihren Moralideen unb äußeren formen in steter Entwicklung sich befinden. Es handelt sich hier darum, die Religionen Faser um Faser zu untersuchen und aufzudecken, wie man eine Blumenfamilie untersucht, denn auch sie sind nichts anderes als die einfachsten und natürlichsten Blumen der menschlichen Seele. Die Vergleichung der Religionen 1111b der äußeren Kulte, unter denen sie sich knndtun, geht von dem Studium ihrer besonderen Vorbedingung aus und die verschiedene GotteS-Auffassung selbst läuft parallel mit dem Faden der allgemeinen Geschichte der Menschheit ... Die Untersuchungen in Oxford werden in folgende acht Gruppen geteilt sein: „Die Religionen, der aussterbenden Kulturen, einschließlich derjenigen von Mexiko und Peru. Die Religionen in China und Japan. Die Religionen in Egypten. Die Religionen der Semiten. Die indischen und iranischen Religionen. Die Religionen der Germanen, Ketten und Zlaven. Die christliche Religion! Einige dieser Religionen lebeü nicht mehr, sie gehören bereits der Geschichte an. In voller Blüte stehen nur noch die christliche Religion, der Buddhismus, die übrigen japanischen und indischen Kulte, der Mohamedanismns und der Jsraelitismus der Juden. Woher kommt es nun, daß diese letztgenannten Kutte noch leben und unverwüstlich, unsterblich zu sein scheinen, indem sie die-übrigen überleben? Bringen die großen deutschen, englischen und französischen Studien über den Ursprung und Wechsel der Religionen nicht täglich neues Licht in die Erzählungen und Berichte, durchweiche die Legenden unterstützt werden und sind durch sie nicht manche alte Erzählungen er