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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-02-01 · Heft 2 (1.2.1908) · p. Seite 30

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 2 (1.2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 30 (sequence 8)
Language
German
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Ja, bei Zwistigkeiten aus beliebigen persönlichen Gründen, da nnr guter Wille Mn Friedemachen gebärt, da seien des Vermittlers Schritte zehn- und hundertmal gesegnet. Wo aber Überzeug lugstrene und Charakterfestigkeit für eine mit ehrlichem Mute vertretene Wahrheit kämpfen, wo, lueiui nmn so sagen darf, zwei entgegengesetzte Üeberzeugttngen, zwei für Wahrheit gehaltene 'Anschauungen einander gegenüberstehen, welche Art von Vermittler i t da am Platze? Höchstens ein solcher, der neue Erkenntnis, überlegene Einsicht, ansgleichende 'Wahrheit, der das vermittelnde Prinzip ins Treffen führt. Was aber bewirft da ein Vermittler ohne Prinzip'? Aach allen Seiten nur eine Schädigung. Tenlt, nwrin besteht seine Tätigkeit? Er fällt beiden Gegnern in den Arm, so oft sie sich zu konsequentem Vorgehen entschließen, und handelt und ' feilscht nach beiden Seiten Hit um Konzessionen. Um bei beiden Gegnern Gehör zu finden, wird er unter vier Augen jedem Gegner zustimmen, stets hin und her pendeln- und nach allen Seite!.: hin Ne tatkräftige Entwicklung lahmlegen, ^ange Zeit ist er lieb Kind bei beiden Parteien, bis endlich ein Rückblick die Gegner erkennen läßt, daß der Friede ein innerlich durch und durch fauler und nur auf kosten der Wahrheit und Klarheit erhaltet! worden war. . Schon Secharjah lehrte: „Tie Wahrheit und den Frieden liebet!" Erft die Ein Friede auf Kosten der Wahrheit ist ein Übelstand. — Gebens unserer Tage'entrollten die vorstehenden Ansfüh- „gesetzestren" für die erstere-s demjenigen, tvas mau nicht Die formentreue Partei heute jedes stecht einer kritis Literatur ab. Denn sie stellt Wahrheit, dann den Frieden. Ein Bild des inner jüdischen führnngen. Zwei tatsächlich unversöhnliche Prinzipien stehen da einänder gegenüber, Prinzipien, vertreten von zwei an Zahl, ihrer Anhänger sehr verschiedenen Parteien, die am zweckmäßigsten-gekennzeichnet werden als f o r in e n t r e n und geistestre u. Der üblichen undmerkwürdiger Weise rnuvidersprochen hingenommenen Benennung i hier nur mit dem einfachen Hinweise begegnet, daß man ils bindendes Gesetz anerkennt, auch nicht Trene schuldig ist und also gesetzestreu hier nicht einen Gegensatz zu gesetzesuntreu bilden kann. spricht dem Inden und der jüdischen Wissenschaft von heu Meinung gegenüber der gesamten jüdischen Gesetzes s als Tognra auf und hat es vor Kurzem klar auf dem Berliner Parteitage ausgesprochen: Tie Thora ist Wort für Wort von Gott schriftlich gegeben worden, die ges schließlich mit der Ausgestaltr amte enorme spätere Gesetzesliteratnr, die sich fast ansng der Ritnalformen beschäftigt, ist gleichfalls von Gott gegeben als ein mündlich g e o f f e n b a r t e r Kommentar zur Thora. Einer Gottesoffenbarnng gege Meinung, keinerlei Recht des wägen, kein Denken, da oder Fahrtansenden, es ist einmal es unbedingt bindend für alle nüber gibt es natürlich keinerlei Recht einer Menschenlebens, der Wissenschaft, da gibt's kein Fragen, kein Erdort steht es eben so geschrieben, wenn auch schon seit Lottes Kommentar zn seinem Schriftwerke, folglich bleibt Zeit. Gottes Kommentar veraltet nie und ist aus deni

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