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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-02-01 · Heft 2 (1.2.1908) · p. Seite 28

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 2 (1.2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 28 (sequence 6)
Language
German
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MWWWWW zu sprecherl, bei der Herr Pro die ihm sonst zu eigen ist. Er am herrlichsten erblühenden T gepredigt worden . . . aber so mmm MWMWSWWWMM^MWWWWMWWWWPWWM - 28 — länger mehr vor den Ergebnissen theologischer Wissenbesinnen sollte, ihr Auge nicht schaft zu verschließen. Die bei den alten Völkern tief eingewurzelte Verehrung der Dreizahl, hat auch in der christlichen Kirche, rein stilistisch, zu einer Dreiheitsformel für die Gottheit geführt und dadurch das Grab des ewig einzigen Gottes mit der Terminologiepagode eines dreieinigen Gottes überdeckt, welche uns die Notwendigkeit einer Umkehr vom trinitarischen zum unitarischen Christentuur, vom dogmatischen znm historischen Christus als dringende Aufgabe erscheinen läßt, als Grundvoraussetzung einer heilsamen Weiterbildung der christlichen Religion. Wir kommen nun nur. noch auf eine Ausführung in den Vorträgen Delitzsch sich nicht zu der Objektivität anfraffen kann, schreibt: „Gewiß sind die im Garten des Gottesglaubens lgenden der Sanftmut, Friedfertigkeit, Herzensreinheit, Pflichttreue und obenan Nächstenliebe auch von israelitischen Weisen vor und nach Jesu wie in Jesu Bergpredigt und Bilderreden wird niemals wieder der Menschheit die Fülle ihrer sittlich religiösen Pflichten vors Auge gehalten werden." Es kann doch Herrn Prof. Delitzsch, der geradezu zu einem literarischen Gemeinplatz gewordenen Gedanke, nicht unbekannt sein, daß die herrliche Bergpredigt ans einer Zusammenstellung mn Zusammenfassung einzelner in der Bibel und im Talmud vorkoinmender Sätze: besteht. 'Bergt. Christentum und Judentum Parallelen. Sonder- Abdruck aus dem Jahrbuch des Verbandes der Vereine für jiidische Geschichte und Literatur 1906 Anhang '§.",16: die Bergpredigt nach jüdischen Quellen.) Herr Prof. Delitzsch hat das Gefühl, daß nach Wegfall der kirchlichen Dogmen von der christlichen Religion nichts übrig bleibt als das geläuterte Judentum, als der Glaube an den einig einzigen Gott, in welchem wir der Vortragende selbst zugesteht „die Christen von den Juden und Mohamedanern übertroffen werden" und äußert, nun das Christentum als einen Fortschritt zu bezeichnen: „Und doch luie unendlich erhaben steht Jesu Gottesbegriff über Allah, der ausschließlich die Moslems zum wahren Glauben und zur ewigen Seeligkeit prädestiniert hat, erhaben auch über Jahve, dem schon durch das Bundeszeichen, der Beschneidung der überwiegende Charakter eines Volksgottes anhaftet, während der wahre christliche Glaube d:r idealste Monotheismus ist, der Glaube an einen Gott zu dem alle Völker und Menschen Zutritt haben, einen einzigen Gott, der das ganze Weltall lebendig durchdringt." Es kann doch Herrn Prof. Delitzsch nicht unbekannt sein, daß im Geiste der Propheten und früher vor ihnen schon die Lehre des einig einzigen Gottes die „ein Segen für all: Völker der Erde zu sein" berufen war, das Wesen des Judentums ausmachte und ist es geradezu unbegreiflich, wie ein Mann von so lichtem Geiste und von so klarer Erfassung geschichtlicher Verhältniffe in solche Gedankenfehler verfallen kann und ist hier bei ihm selb '1 eine Weiterbildung seiner eigenen irrigen und veralteten Auffassung inbezug auf das Judentum nötig. Es ist zu' bedauern, daß ein sonst so unbefangener Forscher sich noch in wissenschaftlich längst überwundenen Anschauungen

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