Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2970027-2970029--8192-2978901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Erkenntnissen ausgerüstet und. vor zu bekennen, was sie in innerster erhalten werden gerade als eine .Mißachtung geraten muß. Die daß zwar die Religion als solch« liche göttliche Offenbarung sind. gelten, wodurch besonders den Geistlichen große Gewissensguaten erwachsen, die mit neuen ihnen geistig erfüllt, gezwungen werden, mit den Lippen keele längst nbei wunden. Es ist eine nicht weg zu leugnende Tatsache, daß überwniidene Anschauungen und Dogmen, die kiinstlich aufrecht Gefahr für die Religion sich erweisen, die durch sie in Erkenntnis muß immer mehr und mehr durchdringen, etwas Ewiges ist, daß aber ihre Ausgestaltungen und formen zeitlich sind, die dem Wechsel und Wandel der Anschauungen unterworfen sind. Zn solchen unhaltbaren Anschar ungen gehört der Glaube der Mohamedaner, daß der Koran vor Gottes Thron von Ewigkeit Her abgeschlossen lag und die Anschauung eines großen Teiles der Inden, daß ine fünf Bücher Mosis von Anfang bis zu Ende wörtwozn noch eine mündliche Lehrennit göttlichem Charakter gehört. Auch im Christentum gelten die Bücher der Bibel für unanfechtbare Gottes- . Offenbarung. Es ist das große Geistesarbeit der echt menschlick Werdegang der Bibel nachgewies ist ein Resultat langwieriger ge fortwährenden 'Kampf zwischen Verdienst der Wissenschaft, daß in ernster und mutiger e und sogar nicht immer einwandfreie Ursprung und 'it wurde. Ja selbst der Glaube an einen einzigen Gott, das Gebot der Nächstenliebe imh die Institution eines allwöchentlichen Ruhetages mit deren Grundlegung, beziehnngswnse Ausbau, wie Delitzsch mit rühmenswerter Objektivität hervorhebt „das Judentum sich nie zu vergessende Verdienste um die Menschheit erworben" chichtlicher Prozesse. . Es gibt in der Menschheit einen Dogmatismus und Religion, zwischen ihrer äußerlichen atzung und ihrem inneren Wesen. Wie die Propheten hat auch Jesu von Nazareth die Religion im Zinne ihrer Ve Delitzsch richtig hervorhebt „mit Aber diese im Altertum allgeme tümer großgezogen und sind d eingedrungen, nwdnrch den wir wie die Offenbarung Gottes in niederen Grades gemacht wnrdi iitmüHMrak ljinnerlichnng lveiter bilden wollen und wurzelte er wie seinen sittlich religiösen Anschauungen und Lehren vollständig im Indentnme". Wir gestehen Delitzsch gerne zu. daß kein geringer Mut dazu gehörte, wenn Jesu seinen Zeitgenossen znries. «Mark. 2, 17) daß der Sabbat um des Menschen willen da sei und .nickt umgekehrt, jedoch so mutig waren auch die Männer des vielverlästerten Talmud ,Ioma <söbi. Viele unrichtige Gedankenvorstellungen wurden in die Religion hineingetragen dadurch, daß das Sprechen der Gottheit zu den Menschen zu einer literarischen Iormel geworden, die gleich den Babyloniern, auch die Hebräer unbedenklich gebrauchten, wenn sie höhere didaktische und sittliche Zwecke damit verfolgten. in gebräuchliche stilistische Einkleidung hat schwere Irrdnreb, um mit Georg Ebers zu sprechen Ausgeburten orientalischer Phantasie, wie blühendes Unkraut in das edle Ackerfeld der heiligen Schrift reichen Offenbarungen in Geist, Gemüt und Gewissen, den Wlmderwerken der Natur und Geschichte zu solchen in. Wie das Leben Jesu, der ehelos, ohne Eigentum und doch sorglos in den einfachen Verhältnissen des Morgenlandes lebte, den Kindern des Abendlandes und unseres fortgeschrittenen Jahrhunderts nicht mehr in allen Stücken mima