Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Adolf Müll s P opulär - wissen fchsstliche Alonatsblätter zur MeLehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Grgntt für freisinnige Kesirebungen im Vvmeindeleben. <Hu beziehen durch die Expedition: Unterlindau und durch alle Postanstalten des In- und Auslandes zum Preise von Mk. 6.— pro Jahrgang. 28. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Februar 1908. Dummer 2. Zur Weiterbildung der DeUgion. Unter diesem Titel hat der bekannte Forscher Prof. Friedrich Delitzsch zwei Bor träge (Stuttgart, Deutsche Vertagsanstalt veröffentlicht, die die Beachtung weitester Kreise verdienen, welche für Modernisinus in der Religion Sinn und Verständnis haben. Sind auch die Wege verschiedene, sö bleiben doch die Gesichtspunkte und Ziele überall die gleichen wo es gilt an der Weiterbildung der Religion zu arbeiten. Darin stimmen wohl alle unbefangenen, frei aufstrebenden Geister überein, daß es im^.Lichte und bei dem Stande der heutigen Wissenschaft so nicht weiter gehen kann, und daß dieselbe prak tischen Eitiflnß auf die Entwicklung und Gestaltung der Religion nehmen muß. ^Delitzsch will das von ihm behandelte Thema lediglich als Geschichtsforscher, als Kenner der Sprachen und Religionen des Morgenlandes behandeln und richtet zunächst sein Augenmerk ans das Judentum, das Christentunl lind den Islam, die mehr als Äe Hälfte der Menschheit zu ihren Bekennern zählen. An Stelle dieser Religionen läßt sich kein schwankes Reis pflanzen, das kein Obdach bieten kann gegen die sengenden Strahlen und gegen die tosenden Stiirme des Lebens. Aber die drei Religionen müssen mit Wifsenschast und Zeit im Einklang stehen und dürfen zu ihnen nicht einen Gegensatz bilden. Wenn es auch erfreulich ist, daß es vielfach den akademischen Lehrern verstattet ist sich ihrer wiffenschaftlichen -Ergebnisse rückhaltlos zu bedienen, so bteijbt es immer hin zu beklägen, daß ihre,Anschauungen und Auffassungen dennoch als retjgionsfeindlich verpönb