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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-01-01 · Heft 1 (1.1.1908) · p. Seite 16

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 1 (1.1.1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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".M^MWWß — 16 — AKitteiinngen!»ns dem freiffnnigen Verein für jüdffcbes Gemeindeleben in Frankfurt a. Aß. E. C O. Am 4. Januar e i-öffnete der freisinnige Verein f.'ir jüdisches Gemeindeleben in Frankfurt seine Jahrestätigkeit mit einem Vortragsabend, an welchem der um das liberale Judentum in Deutschland hochverdiente Herr Ji/sti;rat B. Breslauer aus Berlin über „Deutsches LiberalesJudentum" sprach. Ter Vorsitzende Herr Dr. Arnold Baerwald begrüßte die Versammlung. Er gab der Freude Ausdruck, daß überall die liberale Idee auf lüht, ein guter Beginn des neuen Jghres, ein erfreuliches Ergebnis der letzten Wahlen. Das möge bei Allen, das jüdische Interesse wachrnken und der Jndifferentismus Vieler möge immer mehr weichen. Wir aber wollen tolerant sein und unseren Gegnern nicht den Fuß ans"Herr Nacken setzen. Hierauf dankte er den Damen für ihre Aufopferungstätigkeit während der Wahlzeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Frauen für die liberalen Ideen auch in Zukunft wirken mögen im. Hause und in der Gemeinde. Er begrüßte den Redner des Abends, der hierauf das Wort nahm um seinen lichtvollen, mit vielem Beifall aufgeuommenen Bortrag zu halten. Er war zunächst bedenklich ob er den Vortrag halten solle, weil dazu in Frankfurt selber so viele berufene Männer seien. Schließlich pahm er die Aufforderung doch an, weil er sich sagte: es ist gut, wenn alle Gedanken einmal in ein Gesamtbild gefaßt und zum Ausdruck gebracht werden. Das will er in seinem Bortrag tun. Er will nach keiner Seite hin anstoßen — Niemcnden zu nahe treten. Nur die Ideen, die heute Geltung haben sollen und die einmal ausgesprochen werden müssen, wolle er hervorheben, damit sie endlich ins Leben treten! nicht selber 'sagen und sich auch nicht mehr, höchstens, im durch unseren Glauben, aber Es kommt heute die Frage deutsche liberale Juden wir sprechen und nicht mit Die hebräische-Sprache kann Denn die Juden kommen nicht vorwärts, wenn sie sich klar vorstellen was sie unter i liberalen Ideen verstehen. Und diese Ideen müssen natürlich auch angewendet werden. Tie Rassentheorie ist set r bestritten. Rassen giebt es eigentlich nicht mehr. Stamm Sinne der Abstammung von Vorfahren. Wir sind Juden nicht mehr nach Rasse und nicht mehr eines Stammes, des Judentums als Religion in Betracht. Wir wollen sein und wollen uns nicht ein anderes Judentum ausdrängen lassen. Ten Zionismus, der uns unser Deutschtum rauben will, weisen wir von uns, denn es ist unmöglich Zionist und Deutscher zu sein. Wenn die Zionisten das behaupten, so ist das Geflunker. Deutsche Lehrer bilden uns, deutsche Dichter erziehen und begeistern uns, deutsche Künstler-zeigen uns die Ideale. Deutsch wollen Russen, Italienern etc. zusammen eine Sprache haben, gut sein für den Glauben aber nicht für unser tägliches Leben. Die Bezeichnung „Reformjude", die ein Schimpfwort sein sott, für uns ist es eine Ehre so genannt zu werden. Männer, die das beste ihrer Glaubensgenossen wollen

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