Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einer Höchsten Stufe unbedingt Belvußtseins. In diesem Sinne persönlichste, was wir HLeniedea kennen. Wir folgern daraus, daß das Wesen auf persönlich ist, reine Ursprünglichkeit, Bewußtsein alles muß man die wunderbar tiefsinnige Stelle (Exoil 3,* 14? gliffassen: „ich bin, der ich hin," d. h. die Persönlichkeit im höchsten Sinne, die sich bedingungslos selbst einsetzt. Unsere Weisen hatten eine unmittelbare Anschauung von Dieser Wahrheit wenn sie Gott: „Ha-Schem" nannten, den reinen eigentlichen Namen, stwbei „eigentlicher Name" das bezeichnet was in einem Wesen von tiefster Eigenart und Persönlichkeit vorhanden ist. \- Das ist also der . große.. Name, den Israel mit flammenden Zeichen an den Eingang seine Tempel schreibt, das ist der große Gedanke, den es als Mittelpunkt seines Systems ausstellt. . > j Ist die Wissenschaft eine Gegnerin dieser Auffassung vom persönlichen Gotte'? ^ch sage: Keineswegs. im Gegenteil, große Denker sind derselben Ansicht. Ich will stur einen der hervorragendsten imserer Zeitgenossen anführen: „Wir sind unbedingt durch die Wissenschaft gezwungei ejine leitende Macht zn glaubet »bedingten wissenschaftlichen Gl Theorie von dem zufälligen Zus Bor allen Dingen stellt sagt Lord Kelvin, „mit vollständiger Zuversicht an ... Es gibt keine Zwischenstellung zwischen dem auben an eine schöpferische Macht unter Annahme der immenstoß'en der Atome". die Wissenschaft das Dasein des Geistes als eine lnschanung fest, die denselben Äatsachenwert hat wie beispielweise der Fall der Körper. Läßt sich dieser Fall erklären als ein Erzeugnis der Materie oder der Kraft? Welche Gedankenlosigkeit! Wie könnte das rohe blinde Ding, dasjenige hervorbringen, was eine Nacht ist der Ordnung, des Nc:chdenkens, der Schönheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit, e ist, die sich selbst begreift als ein Ganzes über der wlge der Erscheinungen, Liber her Zeit, der Zahl und dem Raume, in welcher alle Wirklichkeit einen Sinn und eiiwn Wert einnimmt! Vereiniget alle Kräfte, die Ihr wollt während der Dauer der Zeiten, mischet sie, rührt sie durcheinander, verbindet sie, iemats werdet Ihr bewirken, daß daraus das unvergleichliche Gefühl der Würde der Persönlichkeit hervorgeht. Da gibt es keine Beziehung, beide haben eine verschiedene Natur, wofern man nicht unerlaubter Weise der Materie geistige Eigenschaften zusprechen will. In der Tat geschieht die^ meistens. Man verdreht die Wirklichkeit, und aus dem Mechanismus läßt man da^ Leben hervorgehen, aus dem Schein die Wahrheit. Aus dem was nur Oberfläche, Pkodalität, Grenze, behauptet man, das zu sehen, was schafft, was gestaltet. Welche Verirrung! Das Höhere kann wohl das Niedrigere erklären, der Gedanke den- Mechanismus, aber nicht umgekehrt. Wenn es unvernünftig t zu behaupten, daß die blinde Kraft den Gedanken erzeugen kann, so ist es dagegen ljtititdid), daß der Geist sich bestimmt, indem er sich und dem Unendlichen Formen gibt, m sich in jedem Augenblicke auszudrücken in nnzählichen Darstellungen uüd Erfindungen on Wesen.