Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 11-12 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 275 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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275 JW. PU •. II » M« Delisle und Jngversen in München wurden zum Ankauf empfohlen. — In letzter Zeit wurden in Mainz eine ganze Reihe altjüdischer Grabsteine gefunden. Der bekannte Typologe Wallau ist in Verbindung mit dem Großh. Provinzialrabbiner Dr. Salfeld mit dem Entziffern und Reinigen der Inschriften beschäftigt. Das Resultat dieser Arbeit wird ein mit photographischen Aufnahmen der Steine versehenes Buch sein. — Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 kam in der Provinz Heffen-Naffau auf je 1000 Einwohner 24 Juden gegen 26 im Jahre 190(1. — Es ist uns zugegangen : Dreizehnter Jahresbericht für das „Asyl für israelitische Kranke" in Meran. Saison 1905—06. Meran, Im Selbstverläge der Königswarterl Stiftung. Aus demselben geht hervor, daß die Ausführung des längst gebotenen linb geplanten Bergrößerungsbaues zur unaufschiebbaren Notwendigkeit geworden und ^st auch die Errichtung eines neuen isr. Friedhofes nicht weiter aufzuschieben, weshalb jbie Bitte seitens der Verwaltung gerechtfertigt ist, um reichliche Unterstützung des humapen Werkes nach allen Richtungen durch Zuwendung von Jahresbeiträgen und Spenden, hurch Errichtung von Bettstiftungen und durch Vergrößerung des Baufonds. In der! Verwaltung des Kuratoriums befindet sich auch Herr vr Albert Sondheimer, Frankfurt a. M. Auch unter den Spendern zum Neubau befinden sich einige Frankfurter Wohltäter, wir Herr Ed. Cohen, Ch. Hallgarten u. A. Als Anhang ist dem Berichte düs lVerwaltungs-Statut der „Königswarter Stiftung" beigegeben, die das sel. Ehepaar Jjsaac und Lisette Königswarter mittelst Widmungsurkunde. ddo. Offenbach, den 23. Ol^ober 1872 mit einem Stammkapitale von 6000 fl. ins Leben gerufen haben, dem auch die Frankfurter Stadt und ihre Gemeinde wohltätige Stiftungen verdanken. — Die! feierliche Grundsteinlegung des neuen Justizpalastes in Czernowitz wurde von Vertretern aller Konfessionen in folgender Weise vorgenommen: Erst wurde die Einweihungszeremonie vom griechisch-orientalischen Metropoliten Erzbischof Dr. Repta vorgenommen, dann folgten die Einweihungsfeiern der römisch-katholischen, griechisch-katholischen und armenisch-katholischen Geistlichkeit, später weihte der Pastor der evangelischen Gemeinde und zuletzt der Oberrabbiner Dr. Rosenfeld den Bau. — Wie man aus Rosenberg in Ungarn berichtet, ist dort der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Herr Jakob Klein, einstimmig zum Stadtrichter (Bürgermeister) gewählt worden. — In Rosenberg i. B. ist der Rabbiner Philipp Ledere am 4. Oktober gestorben. Von ihm ist auch erschienen: Der Schulchan Aruch in deutscher Bearbeitung (Frankfurt a. M. 1897). — Am 2. Oktober verschied auf seinem Schloß it Sadagora, der, wie man ihn nannte, Wunderrabbi Israel Friedmann. Mit ihm starb einer jener in Galizien und der Bukowina noch immer weitverbreiteten Repräsentanten eines Systems, das im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Lauf der Dinge in seiner Entwicklung den Krebsgang nahm. Aus der einst kulturell hochstehenden und vor allem mit Rücksicht auf sein Milieu bedeutsamen Institution des Chassidismus, einer Institution, W Jahrhunderte hindurch zu Zeiten der grausamsten Drangsalierungen der Juden für deren moralische Aufrichtung und Stärkung von un- *.