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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-11-01 · Heft 11-12 (1.11.1906) · p. Seite 267

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 11-12 (1.11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 267 (sequence 29)
Language
German
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267 der Sinnenhang — der vom Körper stammt, also gleichsam vom Kerker zur Krone, d. i. zur Herrschaft über den Menschen gelangen möchte. Der gute Trieb wird überwältigt, ein zweites Kind regiert an seiner Stelle, die Sünde, sie hat großen Anhang, einst aber wird man ihrer sich nicht freuen, dann wird ihre Herrschaft gebrochen sein. Ist das auch eitel und Jagd^nach dem Wind?') Nicht zum Überfrommen, zum Nasiräer will der wohl der pharisäischen Richtung huldigende Gewissensrat den stützesuchenden Freund bekehren. Das wesentliche ist ihm et ehohim jera, daß er Gott wahrhaft verehren lerne?) Wenn du aber Bedrückung der Armen und Raub an Recht und Gerechtigkeit auf Erden siehst, verzweifle nicht, denn über allen Hohen wacht ein Höchster. Kannst du auch dessen Wallung im Einzelnen nicht verfolgen, blick' aufs Ganze, es lebt ein König, der um sein Land sich kümmert?) Du suchst nach Glück, in Glanz und Gold ist's nicht zu finden, in Reichtum nicht und nicht in gier'ger Lust. V) Mit Gott kann man nicht rechten, lehrt im Tone und in der Form der jüdischen Weisheitslehre die Antwort weiter: Das Maß irdischen Glückes ist von . ihm in seiner Allwissenheit vorausbestimmt, und kein Sterblicher vermag den Schleier der Zukunft zu lüften?) Liegt nun aber unser Geschick ganz in Gottes Hand, ist es an uns, seinen Willen zu tun, ehrlich und treu unsre Pflicht zu erfüllen, bis unsre letzte Stunde kommt. Der Tod endet nicht nur, er vollendet auch zu höherer Lebensweise unser Erdenwallen. Er ist zudeni ein gewaltiger Lebensprediger, er kündet Geduld und Demut?) So wolle Gott nicht meistern, wenn du nicht auf der Stelle seinen Plan verstehest und schmähe nicht die bösen Zeiten, denn guter und reiner Sinn gilt immerdar vor! Gott?) Du magst Recht haben, entgegnet der hellenisch-jüdische Briefschreiber,- und prinzipiell mag ich heute deiner Weltanschauung nicht entgegentreten, es ist doch aber tief schmerzlich, daß das Böse in dm Welt, zumal über die Weiber und durch sie solche Macht hat. Wenn aber alles von Gott stammt, hat dann nicht auch das Böse in ihm seinen Ursprung? Ist dem so, wo Jbleibt seine Gerechtigkeit?') Mein Sohn, belehrt ihn darquf der Rabbi, das betrachte, ich habe es gefunden, Gott hat die Menschen gut gemacht! sie aber suchen Schlichen in Menge. Pflichttreue ist des Menschen gottgesetzte Aufgabe, seines Gottes Befehl soll er, wie ein treuer Diener seines Königs, ausführen. Au dieser Treue liegt das Heil, den Sünder trifft des Herrn Gericht. In dunkler Zujkunft liegt's verborgen; doch unentrinnbar trifft's den Schuldigen, ob es auch säume,! und Heil erblüht dem Frommen?) Im fünften Briefe beklagt sich der mutige Ringer im Kampf um den Seelenfrieden von Neuem über die Ungerechtigkeit des Weltlaufs. Man sieht das Laster im Glanz und die Lust im SiegesdiadSm. Ein Zufall trifft wahllos alle und nur die Aussicht bleibt ins große — Nichts?") ~ ') 4, 16 Schluß. *) 5, 17—fl,6. ') 5, 7—8. 4) 5, 9— 6, 9. >) 16. 11—12. •) 7, 1—9. ’) 7. 10—25. «),7, 2h—28. ») 8, 1—13. >°) 8, 14—9, 6. '

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