Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 11-12 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 265 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Odesa 1× ep/1000834
- Siedlce 1× ep/1000982
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265 7 Prozent, 7 Prozent von der Alliance Israelite Universelle, 4 Prozent von der Wiener Allianz. Natürlich haben sich auch Belgien, Holland und die Schweiz, die nordischen Länder, Ungarn und Italien, sowie die Balkanstaaten in reger Weise an den Sammlungen beteiligt. Die Gelder dieser obengenannten Organisationen zur Verfügung gestellt worden. Eine nicht geringe Summe wurde schließlich in Rußland selbst a Sammlungen sind der einen oder der anderen ifgebracht. Mit besonderer Sorgfalt wurhe die Versorgung der unglücklichen Waisenkinder konnten namentlich durch die aufopfernde Mitin die Wege geleitet. 115 Kinder Wirkung der Großloge für Deutschland in westeuropäischen und überseeischen Ländern in gute Pflege und in Erziehung gegeben werden.. So erhebend auch die Großartigkeit des Hilfswerkes bei diesem ungeheuren jüdischen Unglück wirken muß, so hat hoch eine Besserung der Lage der russischen Juden bedauerlicherweise dadurch nicht herbesgeführt werden können. Denp nach wie vor drohen unseren Glaubensgenossen in Rußland die schwersten Gefahren. Die Nachrichten, die der Hilfsverein der deutschen Juden aus Bialystok und Siedlce und Warschau erhält, lauten noch immer sehr traurig. Noch trauriger aber sind die Zustände im Süden Rußlands, hauptsächlich in Odessa und Kischinew. Jeden Augenblick können neue Pogrome ausbrechen. Darum bleibt es Pflicht der jüdischen Organisationen, sich stets gerüstet zu halten. '! Lin neuer „OMKins-Lolonilstions-yerein u Hier in Wien, wo Herzl den ersten Anstoß zu einer Bewegung gegeben, die unter dem Namen „Zionismus" auf der Bildfläche der jüdischen Geschichte in Erscheinung trat, ist jüngst ein neuer Colonisatiolns-Berein ins Leben gerufen worden, der es sich zur Aufgabe macht, in Palästina an schon bestehende gedeihlich arbeitende jüdische Kolonieen neue Heimstätten für Ackejrbauer und Gewerbetreibende anzugliedern. Was diesem Vereine eine besondere Bedeutung verleiht, ist die Tatsache, daß der ergangene Aufruf zur Beteiligung an demselben von den führenden Geistern der großen jüdischen Gemeinde ausgeht, nach deren Anschauung Palästina das geeignetste La id ist, um dahin der Strom jüdischer Auswanderer zu leiten. Dieser neue Verein nimint eigentlich den Gedanken Herzl's, wenn auch in anderer Form, wieder auf und uyter cheidet sich seine Bestrebungen nur darin, chaß währ nid letzterer erst den sogenannten „Charter" und dann die Besiedlung des Landes verlangte, ersterer den umgekehrten Weg einzuschlagen versucht. In der Ansicht, daß Palästina das geeignetste Land zur Auswanderung sei, stimmen der Wiener Verein und der Begründer des Zionismus überein. Es ist gar ■*■■■ >