Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 11-12 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 259 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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259 Sichtbare. Unsere Pflicht ist den Schöpfer jeden Augenblick zu preisen, weil er Wunder auf Wunder in uns erzeugt. t Die Thora ist die Lehre Gottes — so stimmt uns jedes chassidische Buch an — aber in jedem menschlichen Tun liegt die Schwere eines Gebotes. Habet ihr eine menschliche Seele erfaßt? Habet ihr hineingesehen in deren Werden und Walten? Begreifet ihr den Sündrr und den Schmerz seines Herzens, wenn er Einkehr in sich tut? Richten kann nur dem alles ausgeht; wir wie vor dem Greis, vor von der göttlichen Gnade aber den Menschen nicht von der Sucht bestimmt der Ewige, der den Sinn alles Verborgenen weiß und von haben uns zu beugen vor jeder Kreatur, vor dem Jüngling, dem frommen, wie vor dem einfachen Mann. Alle leben wir und allen ist das gleiche auferlegt. Durch die Lehre )es Chassidismus geht ein Gefühl der Verantwortlichkeit, die hemmt, sondern ihn erhebt. Das Tun und Lassen soll nicht werden Gottes Gefallen zu erwecken, oder seinen Zorn zu beschwichtigen, nicht insofern sie dem Einzelnen, der sie tut oder unterläßt, nützen oder schaden, werden die Taten bemessen, sondern nach ihrer Beziehung zum Ganzen und ihrem Zusammenhang mlt dem Ganzen. Der einzelne Mensch, die einzelne Tat ist nicht etwas vom All hermsgerissenes, nicht ein Funke mehr oder weniger im ewigen Getriebe, sondern vielmehr das Wichtigste für den Augenblick, in dem sie in die Erheute dieser Segen nicht gesprochen, diese fromme Tat nicht vollzogen worden, so wäire ein Riß durch die Welt gegangen, und die Tagesschöpfung wäre um einen Akt gekommen. Mit dem Chassidi-mus begann bereits das messianische Reich auf Erden, und fort war es mit der'ganzen Drangsal. Es braucht nicht mehr eine irdische Erlösung zu kommen. Der göttliche Friedest entfaltete sich, und es wurde Licht. Ein neuer Mensch war gekommen. Die jüdische Geistesgeschichte im Exil hat einen Höhepunkt erreicht. lobann (Bottfried Senne. Bon Prof. Dr. Adolf Biach, Rabbiner in Brüx. Seume gehört zu formvollendete Leistungen durch Begeisterung für liebe ohne Unterschied sagt Seume in seinem nur der Freund der Wah^ de<l; enen Schriftstellern und Dichtern, die weniger durch großartige, als vielmehr durch Reinheit und Festigkeit des Charakters, Gerechtigkeit, Freiheit und Humanität, durch wahre Menschen- Glaube^rs und der Nationalität hervorragen. „Ich bin", so Spaziergang nach Syrakus", „keines Menschen Feind, sondern heit, Freiheit und Gerechtigkeit." Am 3. Januar 1806 schrieb