Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 11-12 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 254 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- 254 - verzichtet werden. Die Zeit würde nicht dazu ausreichen. Immerhin mag aber eine kurze Charakteristik'des in ihnen vorherrschenden religiösen Pragmatismus am Platze sein. Als Bindeglied zwischen Ezechiel und P verdient das etwa um 550 entstandene Heiligkeitsgesetz (Lev. 17—26) schon um seines Inhalts willen in der Schule eingehende ►jie moralischen Ideen der Propheten und ihre Auffassung . . Es zeigt sich das vor allem darin, daß aus der Gebote abgeleitet und Kulrbräuche zu humanitären allem aber darin, daß das richtige ethische Verhalten Würdigung. In ihm wirken „dji der Religion sehr kräftig nach Heiligkeit Jahwes auch ethische Zwecken umgedeutet werden, vor aus. der richtigen Gesinnung abgeleitet und daß diese religiös motiviert wird, vergl. Lev. 19, 15—18, insbesondere selbst, ich bin Jahwe" (Stade Vers 18: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich Biblische Theologie des Alten Testaments, S. 301). weil er mit den gründlich aufräumt. Ehe nun die Fortsetzung des Heiligkeitsgesetzes im P geschildert wird, ist auch hier nochmals der „große Ungenannte' des babylonischen Exils zu behandeln, von dem Cornill in seinem „Israelitischen Proph'üismus" S. 131 mit Recht sagt: „Er muß in mancher Beziehung als das strahlendste Juwel der prophetischen Literatur bezeichnet werden. in einem Brennpunkte alle die großen und herrlichen Anschauungen der Prophetie vor ihm, und er gibt sie zurück in der zauberhaftesten Strahlenbrechung und in den wunderbarstem Picht- und Farbenspielen: denn er ist ein Formgenie aller- Sprache und ein Beherrscher der Diktion, wie wenige." Und nun als Schlußstein der religionsgeschichtlichen Entwicklung im Pentateuch der Priesterkodex! Er bedarf Mw den Schülern einer besonders eingehenden Erörterung, früheren Vorstellungen über die Entstehung der fünf Bücher Mosis Zunächst muß hervorgehoben werden, daß er mit dem von Esra im Jahre 458 aus Babylon mitgebrachten Gesetzbuchs identisch ist, auf das die Gemeinde im Jahre 444 feierlich verpflichtet wurde. Später, etwa um 400, ist er dann mit 4, E ttttb D im Pentateuch zu einem Werke verschmolzen worden. Selbstverständlich können nicht alle zu P gehörenden Teile der fünf mosaischen Bücher im Schulunterricht behandelt lverden. Es muß genügen, wenn ganz allgemein hervorgehoben wird, daß das ganze dritte Buch mit Ausnahme des Heiligkeitsgesetzes, das indessen schon als erste Schicht von P zu betrachten ist, ferner zahlreiche Kapitel des vierten, viele Ab- und endlich vereinzelte Stellen des fünften Buches als P erkannt sind. Im ersten Buche ist die Schöpfungsschnitte des ersten und zweiten unzweifelhafte Bestandteile von geschichte (Kap. 1 bis 2, 4 b) besonders zu erwähnen. Die in P vorgetragenen Als wesentlich ist dabei in den Das Zentralheiligtum in Jerus Stiftshütte, von der die gesamte religiösen Ideen müssen den Schülern als Abschluß.der in D und Ezechiel entwickelten religiösen Anschauungen zum Bewußtsein gebracht werden. Vordergrund zu stellen, daß die in D als etwas ganz Neues gebotene Zentralisierung des' Gottesdienstes in P bereits selbstverständlich erscheint. alem hat hier sein Vorbild in der Stiftshütte. „Die vorexilische Literatur kein Sterbenswörtchen weiß, ....