Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 11-12 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 252 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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252 standen sind. Hinzuweisen ist auch auf das Buch der Kriege Jahwes (Nu. 21, 14) und das-Buch der Rechtschaffener (Jos. 10, 12 f. und II. Sam. 1. 18), die als ältere Quellenschriften ebenfalls dieser Periode angehören. Eingehend besprochen wird sodann noch das Bundesbuch (Ex. 21—53), das die kodifizierten Gewohnheitsrechte und Sittenlehren jener Zeit enthalt und etwa um 850 niedergeschrieben wurde. Und nun setzen die beiden großen Quellenschriften ein, die im Pentateuch und in Josua hervortreten und die biblische Urgeschichte darstellen: der Jahwist, im IX vorchristlichen Jahrhundert entstanden, und der Etohist, der et va ein Jahrhundert später abgefaßt ist. Selbstverständlich darf sich der Unterricht bei der Besprechung dieser Quellen nicht in Einzelheiten verlieren. Er soll nur einen Überblick über das Ganze geben. Hinzuweisen ist, nachdem die Namen der Quellen erklärt sind, vor allem auf ihre charakteristischen Merkmale; beim Jahwisten auf die naive Natürlichkeit und schlichte Einfachheit, die sich in seinen Erzählungen kundgibt. Der Zündenfall, der Aufenthalt der Engel bei Abraham im Haine Mamre, die Zerstörung Sodoms, Eliesers Reise nach Mesopotamien, die Werbung um Rebeka und endlich die zweite Reise der Brüder Josephs nach Egypten wirken in der jahwistischen Darstellung durch die ungekünstelte, natürliche Art, in der der Stoff behandelt ist, so sehr cuf den Leser, daß sie als köstliche Beispiele jabwistischer Erzählungen von den Schülern gelesen werden müssen. Dabei ist zu betonen, daß die Vorstellung von Gott gerade u der jahwistischen Quelle noch nicht ganz frei von Anthropomorphismen ist (vergl. Gn. 2; 3; 18; 32, 24 ff. und die Stelle in J E in Ex. 24, 9 ff.). Trotzdem darf der Gottesbegriff und nicht minder die sittliche Auffassung des Jahwisten im allgemeinen mit Recht als kulturell hochstehend bezeichnet werden. Beim Elohisten ist besonders h wvorzuheben, daß er den Gottesbegriff schon wesentlich abstrakter faßt. Auch gibt er „ln Äußerlichkeiten seinen Erzählungen ein mehr religiöses Gepräge" (Cornill, Einl. in das A. T. S. 47). Zur Charakteristik dieses Unterschieds dürfte auch in de- Schule das von Cornill a. a. O. erwähnte Beispiel E Gen. 20, 1—17; 21, 22—32 gegenüber der Parallelerzählung des J Gen. 26, 1—33 zum Vergleich herangezogen werden. Als gesetzliche Stetten in J und E müssen die beiden Fassungen des Dekalogs Ex. 34, 10—26 (schon von Goethe als der ältere Dekalog bezeichnet) und Ex. 20, 2—17 gelesen und besprochen werden. Als dritter Hauptbestandteil des Pentateuchs ist nunmehr das im Jahre 621 unter Josia gelegentlich einer Tempelrenovation aufgefundene Deuteronomium zu behandeln. Vorher aber erscheini es geboten, die religiösen Ideen der zeitlich zwischen der Entstehung von .1 und.E und der Auffindung von v wirkenden Propheten Amos, Hosea, Jesaias und Micha, die l ereits auf der Mittelstufe besprochen sind, noch einmal zu würdigen. Dadurch kommt den Schülern der innere Zusammenhang des Ganzen erst recht zum Bewußtsein. Bei der Behandlung des Deuteronomiums ist selbstverständlich die Frage nach dem Umfang des Urdeuteronomiums ebenso auszuschalten wie etwa, bei der Erörterung über J und E die Scheidung in j und Jl oder E und El