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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-11-01 · Heft 11-12 (1.11.1906) · p. Seite 249

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 11-12 (1.11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 249 (sequence 11)
Language
German
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Wird der Wert der biblischen Schriften in den Augen der Schüler dadurch gehoben, oder liegt nicht doch vielleicht di^ Gefahr nahe, daß durch die kritische Zergliederung der einzelnen Bücher das Ganze defi Charakter des Erhabenen einbüßt und der religiöse Gedanke überhaupt geschädigt wirh? Ich halte die Frage für wichtig genug, um sie hier eingehender zu erörtem. Vors vornherein ist die Befürchtung abzuweisen, daß die kritisch-wissenschaftliche Besprechung! eines so gehaltvollen und bedeutenden Buches seinen inneren Wert gefährden Hunte. Ernste, wissenschaftliche Arbeit hat noch niemals ein hervorragendes literarische Werk geschädigt; wohl aber wird sie stets dazu beitragen, die schwierigen Stellen d,s Werkes ebenso wie seine Schönheiten dem Verständnis der Leser immer besser und wirksamer zu erschließen. Das gilt für jeden literarischen und kulturgeschichtlichen Unterricht in den Oberklassen unserer höheren Lehranstalten: das kritisch.! Behandlung der Bibel. Wer gegenteiliger Meinung ist, Wert der biblischen Bücher nicht gerade hoch zu veranschlagen; gilt auch für die scheint den inneren sonst müßte er den religiösen und sittlichen Ideen, die wir aus der heiligen Schrift schöpfen, wenigstens soviel siegreiche halten. Kommen somit die prinjzipiellen Bedenken gegen die systematische Bibelkritik auf der Oberstufe ir richt auf dieser Stufe sy^ trachtung der Bibel auf halbem Wege stehen werden. Ich glaube auch, Ausbau wünschen wird aus einem Gusse sind, d stehung des Pentateuchs religiösen Ideen Belehrung haben ein hervorragendes gang berufen sind, dereinst sich ein klares Urteil über als unseren köstlichsten S wir Juden sollten in der Kraft zsttrauen, daß sie auch der kritischen Betrachtung standso m u ß meines Erachtens der bibelkritische Unteriematisch ausgebaut und zu einem vorläufigen Abschluß gebracht werden, weil äußere und innere Gründe es gebieterisch fordern. Zunächst die äußeren Gründe. Schon das rein wissenschaftliche Interesse spricht dabei mit. Ist einmal )urch die bibelkritische Behandlung der Propheten auf der Mittelstufe — und ich glaube nachgewiesen zu haben, daß eine andere Behandlung auf dieser Stufe gar nicht möglich ist, — Sinn und Verständnis für die kritische Beüber!)aupt geweckt, dann gebietet es schon die Konsequenz, nicht zu bleiben. Was begonnen wurde, muß zu Ende geführt daß bai natürliche Interesse der Schüler selbst den weiteren Denn n^er einmal weiß, daß die prophetischen Bücher nicht :r wird schließlich auch zu der Erkenntnis kommen, daß bei anderen Büchern der heiligen Schrift die Verhältnisse ebenso liegen. Und. aus dieser Erkenntnis heraus wird dmn der Wunsch in ihm lebendig werden, auch über die Entwd über die allmähliche Entwicklung der in ihm enthaltenen zu empfangen. Aber selbst wo das nicht der Fall ist, bleibt die Pflicht der weiteren bibelkritischen Unterweisung doch bestehen. Tenn wir Interesse daran, daß die, die durch ihren ganzen Bildungsdie geistige Führung unserer Gemeinschaft mit zu übernehmen, den Wert und die Bedeutung des Buches bilden, das wir chatz der Kulturwelt gegeben haben: die Bibel. Jeder gebildete Christ ist heute über die Geschichte des biblischen Schrifttums unterrichtet, und Kenntnjs unseres eigensten Gutes hinter Andersgläubigen

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