Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 239 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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p WWMWWW — 239 —!! in New-^ork Nahum Meyer Schäikowitz, der als Schriftsteller nnter dem Decknamen „Schamir" einen außerordentliche Einfluß auf die russischen Juden im Heimatlande und im Ghetto von New-Aork ausübte. Er char Ende 1849 im Gouvernement Minsk in Rußland geboren und hat eine ungemeiy. fruchtbare literarische Tätigkeit entfaltet, denn er hat 800 Novellen und 80 Zchanspiejle verfaßt. Man bezeichnete ihn gern als den „jiddischen Dumas." Einen bescheidenes Erfolg hatte Schamir schon von Anfang an: der eigentliche Aufstieg in seiner Laufbahn rührt aber erst vom Jahre 1883 her, als er Gogols „Revisor" unter dem Titel „Der Rewizor" ins jüdische umarbeitete. Schamir stieß bei der Verbreitung seiner Jdsen auf manchen Widerstand. Als er seine Tätigkeit begann, waren die ersten Zeichen des Sichsehnens nach Aufklärung unter den russischen Juden bemerkbar. Diese Bewegung unterstützte Schamir; die konservativen Juden befeindeten sie heftig und waren überhaupt gegen alles weltliche Schrifttum. Schamirs Novellen fanden weite Verbreitung. Er drückte darin die Sehnsucht nach der Wiederherstellung Zions aus. Als die jüdischen Theater in Rußland im Jahr 1888 geschlossen wurden, wanderte Schamir nach ^ew-Aork aus. Hier gab'er eine Wochenschrift „Der Menschenfraind" und ein humoristisches Blatt „Der Mddische Puck" heraus und arbeitete an mehreren Tageszeitungen Mt. Schamir starb im Hospital, er hinterließ kein Vermögen. Von seinen Dramen tharen die bekanntesten „Die jüdischen Auswanderer", „Haman der Zweite'* und „Die goldene Gegend", eine Satire aus dem Leben im New-Aorker Ghetto. -r Es dürfte nur wenigen bekannt sein, daß es auch jüdische. Kosaken giebt. In der „Jewish Encyclopedia" wird berichtet, daß sie^bereits zu Beginn des Mittelalters existierten. Auf der jüngst in London erfolgten Internationalen Territorialorganisation konstatierte esn russischer Delegierter, daß die jüdischen Kosaken noch existieren, was man nicht gewußt hatte. Die jüdische Kosakenkolonie besteht aus etwa 000 Familien. Sie sind äußerst fromme Juden, unterscheiden sich im übrigen gar nicht von ihrer wilden Umgebung. Sie sind vorzügliche Schützen, sehr geschickte Reiter, aber auch tüchtige Landwirte. Auch sonst haben sie alle Gewohnheiten und Sitten ihrer Landsleute adoptiert. Sie sind aber bereit in ein jüdisches Neuland über^ zusiedeln. — Die vor einigen Monaten in verschiedenen amerikanischen Blättern aufgetauchte Nachricht über die jüdische Abstammung des verstorbenen amerikanischen Humoristen Bret Harte findet volle Bestätigung. Hartes Großvater, Bernard Hart, wurde 1704 als Jude in London geboren und starb 1855 als Jude in New-Aork. Er spielte im politischen und gesellschaftlichen Leben des damaligen New-Kork eine ansehnliche Rolle und war auch Vorstandsmitglied der Gemeinde Scherith-Jsrael gewesen. — Unter den Tontafeln, die in hen Ruinen von Bismya bei Babylon gefunden wurden, und deren Ursprung zum Teil bitz zum Jahre 5000 v. Ehr. zurückgeht, fand man auch solche, die nach dem Beschreiben und Brennen mit einer dünnen Tonschicht überzogen wurden. Dieser Überzug biente,' wie die „Papierzeitung" mitteilt, als Umschlag, er sollte die mit Keilschriftzeichen versehene Tontafel schützen und vor den Augen Neugieriger