Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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246 verdecken. Einige dieser Tonumschläge wiesen auch Siegelabdrücke auf. Der Umschlag wurde dann mit seinem Inhalt an der Sonne oder in einem Ofen getrocknet, und der Empfänger konnte ihn durch leichte Schläge zertrümmern, um zu der in Scharffeuer hartgebrannten Keilschrifttafel Genezareth vom Stapel gelassen Hu gelangen. — Ein kleines Dampfboot ist im See worden, das die Verbindung zwischen der Eisenbahnder Nähe von Jerusalem Handschriften bloßgelegt Wördes ausder Zeit Christi stammen, zu bearbeitenden Fels angelegt Höhe, 63 Zentimeter Breite urid zwischen dem Berschlußstein und station Semakh (Samach) am See mit dem nordwestlich davonliegenden Liberias noch in diesem Monat Herstellen soll. Semakh ist Station der von Haifa (am Meer am Fuße des Karmel) ausgehenden Linie, die bei El Muzerib die große Mekkabahn erreichen wird. Auch'spricht man von tirxx Eisenbahn Jerusalem — Nablus — Jenin (Dschenin, Engannim) mit Anschluß an die Haifatinie bei Afuleh, von wo Nazareth leicht und nahe zu erreichen ist. — Jüdische Kapitalisten haben eine Konzession zum Bau einer elektrischen Tramway und zur Anlage elektrischer Beleuchtung in Jaffa erhalten. — In ist auf dem Gute des syrischen Waisenhauses ein Grab mit die, wie berichtet wird, aller Wahrscheinlichkeit nach Die interessante Grabhöhle, die in dem weichen, leicht ist, war mit einem großen Stein von 63 Zentimeter 42 Zentimeter Dicke fest verschlossen. Die Fugen der Grabtür waren mit Steinscherben und Erdmörtel sorgfältig ausgefüllt. Die Graböffnung gestattete den Zugang durch Kriechen. Man gelangte zunächst in eine etwa einen Meter tiefer gelegene Kammer, die nichts enthielt als fingerdicke Baumwurzeln, die wie lange Schlangen dalagen. Eine zweite Kammer barg zwei sorgfältig mit Steindeckeln verschlossene Särge aus Kalkstein, zugleich gingen fünf Schiebegräber von hier aus n den Fels hinein. Hier wurden auch noch sechs Steinsärge mit menschlichen Gebeinen gefunden. Auf dreien dieser Särge befanden sich hübsche Verzierungen, Rosetten, hebräische und griechische Schriftzeichen, die noch ganz deutlich erhalten waren. Sie zeigen ims die Namen: Papios, Salome, Ammia und Anin mit der Bezeichnung der Herkunft: die Skythopoliten. Die herbräischen Schriftzüge konnten noch nicht alle entziffert werden. Ihr Anfang lautet: Jehoseph bar Anin, d. h. Josef, der Sohn des Anin. Das Grab stammt aus einer Zeit, in der in Palästina aramäisch und griechisch gesprcchen wurde, also aus der Zeit zwischen 300 vor und 600 nach Christi Geburt. In jene Leit fällt das Auftreten Jesu Christi und in ihr vollzieht sich die Umwandlung Palästinas aus einem jüdischen in ein christliches Land. Eine Anzahl von Merkmalen (Tlnlämpchen u. s. w.) weisen darauf hin, daß es jüdische Gräber sind und zwar aus Christi Zeit. Das syrische Waisenhaus hat von den Gräbern und Inschriften Photographien Herstellen lassen. Inhalt: Claude G Montesiore über Liberales Judentum. — Sturm und Stille. — Monatsschau. Verantwortlicher Re )< Druck von H. L. Brönner's Drucke akteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; rei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.