Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 230 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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230 wacker wirken müsse, beseelt von ehrfürchtiger Ergebung in den göttlichen Willen. Mag auch an der im ersten Briefe erwähnten Kreislauftheorie, mit der alle Dinge dahingehen und wiederkehren, etwas Wahres sein, es gilt aber für alle Weltenl): elobim jebakkes eth hannirdapli Gott nimmt sich der Verfolgten an. .Unrecht bleibt immer gottverhaßt. Mit andern Worten: Das göttliche Sittengesetz bleibt in ewiger Geltung. (Schluß folgt.) yRonatsfcbau. Den Hauptinhalt des besonders reichillustrierten 24). Heftes der Deutschen Orientgesell schuft, der bekanntlich der erste Ve rsitzende des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Herr James Mittel zuwendet, bilden die Darlegungen der Herren Kohl, Watzinger und Hiller über die Ergebnisse ihrer im Aufträge der Gesellschaft unternommenen Expedition zur Erforschung der Synagogenruinen Galiläas. Da diese kultur- und baugeschichtlich wichtigen Denkmäler Palästinas einem schnellen Verfall unaufhaltsam entgegengehen, weil die zerstörende Kraft der Ratur.dnrch die noch schnellerarbeitende des Menschen unterstützt wird, so hat sich die Gesellschaft mit dieser Unter nehmung, die Ernest Renan bereits vor mehr als 40 Jahren als eine dringende Aufgabe der Forschung bezeichnet hatte, ein neues großes Verdienst um die Wissenschaft erworben. Wie hohe Zeit es war, .dies! Werk in Angriff zu nehmen, zeigt der Umstand, daß manche von anderen Reisenden! noch vor wenigen Jahren an Ort und Stelle gesehenen Bauteile heilte verschwunden sind. Es gelang den Forschern, auf ihrer viermonatigen Reise die Ruinen von 11 Synagogen genau zu untersuchen, ihre Grundrisse aufzunehmen und eine große Zahl von hochinteressanten Resten der diesen Monumenten eigentümlichen Ornamentik im Bilde festzuhalt^n, von der mehrere den Berichten beigefügte Abbildungen Proben geben. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Forschungsreise war die Feststellung der typischen Grundrißform dieser unter römischer Herrschaft und römischem Einfluß entstandenen jüdischen Bauwerse; entgegen den früheren englischen Forschungen, Die bei einigen Ruinen drei bis. vier Säulenreihen im Innern feststellen zu können meinten, ist bei sämtlich untersuchtem Synagogen ein breites Mittelschiff mit einem Säulenumgang auf drei Seiten, der eilte Eckpore trug, jetzt mit Sicherheit nachgewiesen worden. — In den Berichten über die Grabungen in Babylon meldet Dr. Koldewey einen neuen für die Topographie der Städt und Burg Nebukadnezars überaus wichtigen Fund, nämlich die Auffindung des öfter in Inschriften genannten Kanals Arachtu. — Auch von den Grabungen in Assur wissen die Briefe des Expeditionsleiters Andrae wieder erfreuliche Fortschritte zu melden. Die Arbeit konzentrierte sich auf die völlige Freilegung des Anu- und Adad-Timpels, die nun zu Ende geflihrt ist und reiche Ergebnisse