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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-10-01 · Heft 10 (1.10.1906) · p. Seite 226

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 10 (1.10.1906)
Date
1906-10-01
Page
Seite 226 (sequence 12)
Language
German
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226 furchtbaren Katastrophe mit Durch Verluste itnd und den Besitz der inneren dem Martyrium des Kronprätendenden geendet. Sellin hat, wiewohl manche Bibelstellen für seine Auffassung zu sprechen scheinen, schließlich seine Hypothese aufgegeben. Für unsere religionsgeschichtliche Würdigung der Theodiceegedanken bleibt auch bei individueller Deutung der betreffenden Jesaiakapitel die eigenartige Ausgestaltung der Idee selbst unverändert und das Wertvolle des neuen Theorems wird davon , nicht berührt. IX. Kohelet in neuer Beleuchtung. Schmerzen wird man ernster und tiefer in die Schätzung Welt hineingeführt. Auch Israel hatte seinen religiösen Gehalt in Leid und Kampf unendlich vertieft. Im dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhundert hatte es eine fahrt bestimmt waren. Dch Judentums. der schwersten Proben zu bestehen, die ihm auf seiner Pilgeras Geistesringen mit Hellas. Die Stürme der Zeiten trieben da auch die Frommen aus ihren Klausen, darinnen sie sich geborgen fühlten und stellten sie den Freieren gegenüber, die allgemach mit ihrem Denken in die siegreich vordringende hellenische Weltanschauung hineinwuchsen und neue Werte und Maßstäbe auch für die religiösen Güter gewannen. Griechische Sitte drang durch alle Ritzen und Fugen des bis dahin abgeschlossenen Die griechische Sprache wurde auch bei den Kindern Israels heimisch. erstanden dem Griechenwesen Freunde. Das sind die ab- Zumal in der Aristokratie trünnigen Söhne in den A^ugen der Makkabäerbücher, die lezim und seüim. die Spötter und Stolzen der Psalmen, spricht. Ihnen gegenüber die marschie b nt. die Frevler am Bunde, von denen Daniel stehen die Chassidim und Anwe arez. die Frommen und Stillen im Lande, denen heimischer Brauch und Sitte lieb und teuer, hellenischer Heidentand aber abscheulich und verächtlich ist. ührt uns das Buch Kohelet mitten hinein, Ein merkwürdiges Buch das scheinbar aus dem Rahmen der Bibel herausfällt. Friedrich der Große preist dies sein Lieblingsbuch als Fürstenspiegel. Schopenhauer spricht „vom genialen Kohelet", Heine feiert es als Hoheslied der Skepsis. Hartmann J) nennt es in seinem Kommentar das Brevier der Blasiertheit. Haupts sieht darin das Stammbuch des Weltschmerzes. Im großen und gasizen ist die Kritik darin einig, daß Kohelet weit ab von dem Glaubensbewußtsein des schriftgelehrten Judentums steht. Die Worte, die mit ihm harmonieren, sind nach ben Vertretern dieses Standpunktes eben spätere dogmatische Zusätze entweder von den Bibelredaktoren oder Überarbeitern gemacht, um es kanouisieren zu können. So ist denn das schmerzliche Gefühl der Nichtigkeit alles irdischen Strebens nach der Meinung der Me sten, seiner Reflexionen Anfang und Ende, eine düstere Landl) das hohe Lied u. w. 1856. 2j in s. Com. 1906.

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