Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 209 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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209 Zöglinge. Sie verdient die reichste Unterstützung ans allen Ländern,! da verwaiste oder hilflose Mädchen ans dem Innnd Auslande eine liebevolle Heimstätte in derselben finden können. Die Einnahmen beliefen sich auf 25188,84 Mark. Der Bildhauer Max Landsberg ist nach längerem Leiden am 16. August m Berlin im 57. Lebensjahr gestorben. Mit ihm ist ein strebsamer und ernster Künstler dahiügegangen, der bei seinem erfolgreichen Schaffen besonders für die Förderung der Landwirtschaft von großer Bedeutung war. Seine Modelle von Zuchtrassetieren haben! neben dem hohen künstlerischen auch einen großen materiellen Wert. Von allen landwirtschaftlichen Schulen, nicht bloß Deutschlands, sondern des ganzen Erdballs, gingen fortdauernd in seinem Atelier Aufträge ein. Das Ministerium für Landwirtschaft sandte Landsbergs Arbeiten auf Staatskosten auf alle Weltausstellungen. Noch zuletzt in St. Louis wurde Landsberg neben den Meistern Adolf Menzel und Reinh. Begas durch den großen Preis ausgezeichnet. — Herr Professor Dr. Philippsohn in Bern wurde zum Professor der Geographie an der Universität Halle u. d. S. ernannt. — Den Abschluß der diesjährigen Bayreuther Festspiele bildete zu Ehren der anwesenden Fürsten eine große Soiree in der Billa „Wahnfried". Zur Mitwirkung waren Mdm. Grandjeun von der Pariser Grand Op'^ra und Max Dawison aus Hainburg auserwählt. Ter Großherzog von Hessen, der Herzog von Anhalt-Dessau, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen. Graf Hochberg u. a. ließen sich durch Cosima Wagner den Hamburger Sänger Dawison vorstellen und liehen ihrer Bewunderung Ausdruck über das reiche künstteriche Können, mit dem es Dawijon gelingt, trotz der Schärfe seines Deklamationsstils immer wieder der tonschönen Kuntilene, somit der Tradition edlen Gesanges treu zu bleiben. Dawison stammt aus einer bekannten Kantorenfamilie! — Unter Papst Leo XIII ist eine Bibelkommission eingesetzt worden, die zu prüfen hatte, wie weit die ibelforschern merkliche Fortschritte machte, in der Auslegung der heiligen Schriften gehen dürfe. Unter Pius X. hat man lange nichts von den Arbeiten der Kommission gehört; es hieß sogar, der Papst wolle sie nicht lueittT arbeiten lassen, da er gegen jsede Erweiterung der Rechte der Kritik sei. Jetzt Pentateuch und die Autorschaft Mosis ihre Entere Fragen vorgetegt worden, die sie mit ja oder hat die Kommission in Bezug auf den scheiduug getroffen. Es sind ihr meh nein beantwortet hat. Die Fragen lind Antlvorten sind wie folgt: I Ob die von den Kritikern zur Bekämpfung der mosai Namen Pentateuch bezeichnet werden scheu Echtheit der heiligen Bücher, die mit dem zusammengebrachten Gründe so gewichtig seien, daß sie unter Hinansetzung der zahlrechen Stellen beider Testamente in ihrer Gesamtheit genommen, der fortlaufenden Übereinstimmung des jüdischen Volkes, ebenso der beständigen Überlieferung der Kirche, sowie innerer Anzeichen, die aus dem Texte selbst eruiert werden, das Recht verleihen, zu behaupten, diese Bücher hätten nicht den Moses zum Urheber, seien vielmehr aus zum größten Teile nach mosaischen Quellen zusammengearbeitet? Antwort: nein. II. Ob > ne Mosaische Echtheit des Pentateuch notwendiger-