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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-09-01 · Heft 9 (1.9.1906) · p. Seite 200

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 9 (1.9.1906)
Date
1906-09-01
Page
Seite 200 (sequence 10)
Language
German
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200 Jeremias selbst, der Mann D Ergüsse so manchen Anklang, an Kelch der Leiden bis zur Neige mannigfach genaht. Das inner geliebten Volkes sehenden Auges nahen Verderben Einhalt zu tun. man lese die Einlagen aus seine brandmarkt, weil er des Tempel wie Chananja^), als Hochverräter geraten, vom Volke wider Willey anbeteru um seines Glaubens w gehäuftes Maß von Unglück, daH in die Abgründe des göttlichen Über all das läßt sich mit eben keine genaueren persönlichen jeden Hinweis auf die eigenen hältnisse gemieden? Losgelöst Buch fr'ei von jeder völkischen w darin bewußte universalistische packt mich an. Nicht ein Jude, gemacht. Es ist die weltenweite darin anweht. Das Buch Hiob hat den der Theodieee. Es war so bequ^r die Übel dieser Welt zu erklären Damit war die ganze eudaimor für zeitliches Gllick in die Brüchi nicht von Haus aus eine Idealist zu solcher Höhe emporzuzüchten, es ein Geschenk der göttlichen denn es sind Freunde, gutes Wen der Ewige gern hat, den In Geduld und Vertrauen will nd Te Liebl der Leiden, zeigt in der Sprache seiner lyrischen die Poesie der Hiobworte. Auch er hatte ja den leeren müssen. Die Not des Lebens war ihm gar e Weh seines Kassandraloses: den Untergang seines vorauszuschauen und nichts zu vermögen, um dein Verfolgung, Verkennung, Marter, Gefangenschaft, in Tagebuch') Von Priestern als Gotteslästerer ge s baldige Zerstörung geweissagt, von falschen Propheten, r geschmäht, weil er zur Unterwürfigkeit gegen Balel nach Ägypten geschleppt und dort von den Erfolgsi^llen gehöhnt und gepeinigt, trug Jeremias ein so auch weniger genialen Dichterseelen einen Tiefblick sstatschlusses gewährt hätte. Sicherheit nichts entscheiden, y Das. Hiobbuch bietet und zeitlichen Angaben. Hat der Dichter geflissentlich olks- und Zeitzustände und seine individuellen Verselbst aus der 'israelitisch-nationalen Sphäre ist das kultischen Sonderheit und Beschränkung. Man darf ndenz erblicken: Ter Menschheit ganzer Jammer ein arabischer Heide5) ist zum Helden der Erzählung Geistesfreiheit des Rut- oder JonaHüchlein, die uns Aodesstreich gefiihrt gegen die herkömmliche Erledigung in, alles Elend als Siindeustrafe anzusehen und so Jetzt war die Unstatthaftigkeit dieser Ansicht dargetau. lytische Auffassung der Religiosität als eine Versicherung gegangen. Wenn auch wohl die menschliche Seele n ist,") so liegt doch in ihr die Kraft sich allmählich Dazu will das Leid den Menschen erziehen. So ist e.: „Die Schmerzen sind's, die ich zu Hilfe rufe, rstten sie," sagt Iphigenie im Geiste des Bibelwortes: züchtigt er und liebt ihn wie der Vater seinen Sohn.') Leid getragen sein, dann führt es zur Krönung. l) Jer. c. 20. 26. 3S. -) Jer. c. 2&. 3) Jer. c. 44. 16. 4) vgl. Dr. H. Preiß zum Buche )iob S. 72, in Theol. Stud. u. Skizzen I. Auch die Frage nach der Heimat des Buches ist streitig Ä) Hat man auch das Land Uz nicht mit Sicherheit identificieren können, so hat der Zn sab der L XX darauf Arabien wei t, mahl ungefähr das Richtige getroffen. ") was Carriere ,sittl. Weltordnung" S. 640 behauptet. 7) Spr, 6, 12.

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