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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-08-01 · Heft 8 (1.8.1906) · p. Seite 175

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 8 (1.8.1906)
Date
1906-08-01
Page
Seite 175 (sequence 9)
Language
German
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Bildung, Wissen, Gelehrsam Jedermann zu beanspruchen das Recht hat, weil das Wissen etwas Fertiges eingestrichen Werder werk. Die Wahrheit ist allein bei eit sind Güter, die nach jüdischer Auffassung deshalb überhaupt niemals als Wissen ist nur Stücks streben nach Wahrkann?) Jedes menschliche Gott. Der Mensch hat zu Hastig keit, nach Treue zu seines Überzeugung. Weisheit und Geistesreichtum sind keine Vorrechte, die ererbt, sondern Rechte, die erworben, errungen werden. Allesamt «erkennen sie den Ewigen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten,"-) so laute! es beim Propheten. Und dies ist gewissermaßen die abgekürzte Formel für die wisst nschaftliche Überzeugung des Judentums. — Aber diese Überzeugung stimmt eigentlich genau überein mit einem wohl uralten, aber zugleich auch echt modernen Grundsatz : sapere aude! Sei mutig, klug zu sein! Diese Überzeugung sie führt unweigerlich zu einem Rechte, welches in unserer modernen Begriffs velt fest und tief wurzelt: Das Recht auf Wissen. Diese Überzeugung sie ist aber, wie wir gesehen, eine dem biblischen, prophetischen und rabbinischen innewohnende. Wo darum der freie Gedanke leidet, dort leidet auch das Judentum, dort triumphiert Geistesverblendung, dort erheben Unwissenheit und Beschränktheit ihr düsteres, schreckliches Gorgonenhaupt. Darstm ist es ja immer die Geistesbeengung, die sogenannte Reaktion, die überall dort in vorderster Reihe zu treffen ist, wo es gilt, das Recht des ams zu beengen, um Jahrhunderte zurückzuschrauben, darum sind es ja immer mathematischer Genauigkeit die Wortführer dieser Richtungen, denen das Recht des Judentums ein Dorn im Auge ist, darum sind sie es auch regelmäßig, welche auch das Recht auf Wissen mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln schmälern möchten. :o betrübend diese Beobachtung auch sein mag, sie gereicht uns zu höchster, stolzer Befriedigung, denn es folgt aus ihr die Tatsache: Wissenschaft, Erleuchtung und Judentum es sind gegenseitig ünlösliche Potenzen. Kultur und Judentum sie sind innig verwachsen, untrennbar. Jüdentu wie mit El Ertrag unzweifi hat doch hauptet: strebendes Ideen." Dji überall den Auftz l) Spr. d.! n Weiteres Ziel der modernen sozialen Bestrebungen ist die Arbeit, deren i)ie materiellen Güter bilden. Und dieser Ertrag der Arbeit er gilt doch Haft als das Ziel der strebenden, schaffenden Menschheit. Und Chamberlain offenbar diesen Teil der Menschheit im Auge, wenn er des weiteren be- „Die Idee des Judentums sondere dasselbe so gänzlich aus der leidenden, , schaffenden Menschheit, erstarre so hoffnungslos in den unseligsten fixen Ist er nun hier im Rechte? e Arbeit ist der edle Ausdruck menschlicher Tatkraft. Auch die Arbeit findet die ihr gebührenden Rechte, wo man in ihr eine Pflicht der Teilnahme an aben erblickt, die jedem einzelnen gestellt sind. Als Maßstab mit welchem nun Im Sprüche d. B.: Lo ölecho bam’locho ligmör w?lö ato ben ehurin le hibotel mimeno. . 2, 16, vergl. Spr. d. B. 2, & 2) Jeremias 31, 33.

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