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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-08-01 · Heft 8 (1.8.1906) · p. Seite 171

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 8 (1.8.1906)
Date
1906-08-01
Page
Seite 171 (sequence 5)
Language
German
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171 Zeiten den Gegenstand liebevoller Fürsorge aller Menschenfreunde. In unserer chung, in den For- Jn der Kommission rag des Deputierten uß erhoben: „Tie ältesten Zeit ab;r feierten sie in den sozialen Forderungen ihre Auferst derungen nach rückhaltlosem Anspruch jedermanns auf die allgemein geistigen, materiellen und moralischen Güter der Gesamtheit. Ihre gesetzgeberische Formel, erlangten diese Forderungen bereits während der jJulireckblution in Paris 1848. der Nationalversammlung am 25. Februar 1848 da wurde der An Mathien de la Drome, sowie!der Louis Blanc's zum Besch Republik erkenne das Recht aller!Bürger auf Unterricht, Arbeit und Unterstützung an."! . Beenden wir uns nun zunächst dem ersten Punkte zu: deip^Unterricht, den geistigen Gütern, um an der Hand derselben zu untersuchen,! ob tatsächlich, wie Cham^erlain behauptet, die Idee des Judentums als geistiger Faktor, als B i l d un g s begriff dasselbe „seelftch so tief Herabdrücke und auf seinen besten Anlagen so schwere laste". J!e höher die Stufe der Intelligenz, desto stärker das Bedürfnis nach dem Besitze der Bildung. Wer aber den Segei der Bildung zu schätzen weiß, jber strebt auch nach ihrer Verallgemeinerung. Wo Pflichten sind, dort walten auch hechte. Der Mensch in seines Naturzustände erblickt in jedem Gebildeten, jedem geistig Überlegenen gleichsam einen persönlichen Feind, eine Gefahr für seinen eigenen unbeholfenen Geist. Erst mit der Würdigung des eigenen Wisst ns gewinnt die Überzeugung Eintritt, daß jeder Gebildet^ auch unser Freund ist. D^rum bildet ja eine der Errungenschaften der Neuzeit den Grundsatz: „Wissen ist Mach^." Dieser Satz behauptet im modernen sozialen Bestrebep gewissermaßen einen ständiger! Punkt der Tagesordnung. Und dieser findet des Weiteren seinen beredten Ausdruck in der Forderung nach Lehr- und Lernfreiheit, die sicl immer mehr Bahn bricht, itnmer weitere Kreise um sich zieht. Zu all' diesen Anft rächen tritt das Bestreben ijtt die Erscheinung, das Baissen von einseitiger menschlich, r Bevormundung zu befreien, die Macht des geistigen Monopols, die sich in der Hand Einzelner anhäuft zu brechen, >mit einem Worte, die Hierarchie des Geistes zu beseitigen, das Wissen zu gieren, volkstümlich zu gestalten. Dsts ist es ja, was den allen Zeiten mit Recht die Bezeugung der finsteren zugezogen, daß in denselben einzelne bevorrechtete Kasten und Klassen die Menge unter dem Bannender Geistesblindhcit, des Aberglaubens zu halten strebten. Betrachten wir zunächst die Ägypter: Ist dem ältesten afrikanischen Reiche Ägypten, welches seit jeher den Wissens- Forscher geweckt, da finden sich diese Prinzipien streng md folgerecht durch orecyen, u populari^'e '1 trieb der geführt. das Eldorado der Priesterschaft, da Ägypten mit seiner Kasteneinteilung, es war nach Blo ch s l) Ausführungen waren in der Tat Priesterschaft und Herrschaft zwei Vloch: Aus der Vergangenheit für die Gegenwart Wien 1886 S. 98.

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