Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1906)
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 167 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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167 Gesprochen: „Ihr seid meine Zuversicht." Halt' mich mein reiches Gut mit Stolz gebläht, Hätt' ich wie Mondes- oder Sonnenlicht Den Reichtum angerufen mit Gebet. Hätt' ich des Unglücks Andrer mich gefreut, So hätt' ich lästernd unfern Gott geschmäht. Doch das zu denken hätte mich gereut. Und schlimmre Wünsche kannte nie die Seele In meinem Hause sprach man: Sähen wir heut' Doch Einen, dem nicht Gaumen er und Kehle Mit seines Tisches Gaben schon geletzt. Ich litt es nicht, daß einem Fremden fehle Das Ruhelager, sorglich hingesetzt Ward's ihm und offen stand am Weg die Pforte. Ich habe nicht geheim das Recht verletzt, Wie andre, brauchte niemals Heuchelworte. Ich scheute nie die Menge, niemals schreckte Der Großen Furcht mich an Gerichtes Orte, Daß ich vor Klagen feige mich versteckte. Kein Schritt, den ich getan, soll unterbleiben, Erhobnen Hauptes tret' ich vor ihn hin: Beschuld'gen meiner Äcker Reih'n mein Treiben, Daß ich bekundet fühllos strengen Sinn, — Darf über mich der vor'ge Eigner klagen, Daß ich, ihn kürzend, hart gewesen bin — So soll mein Acker Unkraut, Dornen tragen! VII. Die Lösung des Knotens in den Elihu- und Gottesreden. Überblicken wir den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Starr hatten die Freunde an der Formel festgehalten, wo Leid ist, ist Sünde. Hiob war ihnen zweifellos gegenüber im Recht, wenn er das Falsche dieser Ansicht dartat und wenn er auf seine eigne Unschuld hinwies. Gereizt durch den lieblosen Widerspruch, zermürbt durch Körperschmerz und Seelenpein hat auch er manch hartes Wort gesprochen, aber immer wieder hat er die Macht der Versuchung siegreich überwunden und sich seiner einstigen Rechtfertigung getröstet. Es liegt in diesem Heldentum des Glaubens etwas unendlich Ergreifendes, mir scheint das nicht weniger großartig als der Heroismus des Duldens. Er hat auf dem Mpfet der Schmerzen die Kraft, zu wünschen und zu hoffen, daß Gott sich ihm kund-