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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-07-01 · Heft 7 (1.7.1906) · p. Seite 163

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 7 (1.7.1906)
Date
1906-07-01
Page
Seite 163 (sequence 21)
Language
German
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163 gleichet die Genossen den Gießbächen Arabiens, die im Frühjahr beji der Schneeschmelze und nach der Regenzeit des Winters übervoll sind, aber im Hochsochmer rasch wieder vertrocknen.') So wird er an der Liebe seiner Freunde irre, er fann ihr Verhalten nicht begreifen. Schlimmer aber ist's für ihn, daß auch Gottes Entschluß ihm dunkel und unerklärlich bleibt. Er hat immer geglaubt, Gott ist ein lieber und gerechter Vater seiner Menschenkinder, wie aber gewinnt er es dann über s^ch, diesen verfänglichen Erdensöhnen, diesen gebrechlichen Lehmgebilden das kurze Dasein zu einer unerträglichen Qual zu gestalten und ihre kleinsten Fehler mit ungemessener Pein zu vergelten? *) Der schönrednerische Bildad wirft sich zum Verteidiger der vort Hiob angegriffenen göttlichen Gerechtigkeit auf: Wie Spinngewebe vergehen die Gottlosen vor dem Hauche des Herrn. Doch einen Untröstlichen verwirft Gott nicht und hält Übeltäter, drum wende dich an seine ewige Huld, die soll dir Gnade Hiob zeigt darauf an den allgemeinen Plagen, die weder Schuldlose noch Frevler verschonen, wie dunkel für den Menschen des Allmächtigen Wandel sein eignes furchtbares Geschick! Ist es nicht ein ungelöstes Rätsel? mi nicht die Hand der bieten ungemeflen?) sei. Und vollend's Mußte Gott it Gottes weltumhaben sollte, wie nicht wissen, daß er unschuldig sei, wie verträgt sich sein Leid fassender Allweisheit?4) Und selbst, wenn er auch einmal gefehb vereint sich diese erbarmungslose Härte mit der göttlichen Liebe?5) Der leidenschaftliche Zofar sucht mit „der Weisheit der Gosse" vor dem un glücklichen Hiob die Ansicht der Freunde zu stützen. Gott sei allw ssend, drum kannte er Hiobs geheime Sünde, Gott sei gerecht, drum habe er sie n Run gilt es stille Fügung in Gottes Rat, denn dem Demutvollen erblühet schließ tich Heil.") Diraüf entgegnet Hiob zunächst mit feiner Ironie: Ja wahrlich ihr seid das Volk und mit Euch wird die Weisheit aussterben. Ihr habt die Philosophie in Erb Pacht. Doch auch ich kenne das Leben, und was lehrte es mich? Der Räuber Zelte stehen fest in Frieden und Gottes Feinde leben ungestört. 7) Er sieht in den Apologieen der Freunde unlautere Advokatenkniffe, die unwürdig seien des Gottes, desieu Sache sie zu führen vorgeben/) Bon den Freunden, die ihre Behauptungen auf Kosten der Wahrheit verteidigen, wendet er sich zu Gott, ihm beteuert er seine Unschuld, aus seine Gnade will er kühntich hoffen.•) Bei diesen Worten strahlt in seine dunkle. Leidensnacht für einen Augenblick, der himmlische Schimmer des Unsterblichkeitsgedankens, doch er verlischt wieder im Dunkel schwerer Anfechtung. l0) . Im zweiten Waffengang") steigert sich der Gegensatz zwischen Hiob und seinen Freunden zu leidenschaftlicher Heftigkeit auf beiden Seiten. Selbst Elisas, der bisher manch feines Wort des Trostes für ihn gefunden uub nur leise angedeutet hatte, daß >) c. <1, 15, ff. 2) Hi. c. 7. *) c. 8. U, 7 ff. t#) c. 15. 21. ") c. 15. 4» c. 9. *) c. 10. «) c. 11. *) 12. 0. H) 13. 4 ff.

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