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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-06-01 · Heft 6 (1.6.1906) · p. Seite 127

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 6 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
Seite 127 (sequence 9)
Language
German
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"MM" — 127 — bc n her, üben, demütiges Wandeln mit deinem Gotte." *) Hier ist rücksichtsloser Anwalt Amos') gewesen, hier spricht die Liebe, in unvergleichlich weichen und innigen, herzentströmten und bekannt hat, hier umwebt uns die Erinnerung an das Grund Predigt das demutvotte Bewußtsein von der schlechtsinnigen III. Der GercchtigkeitSgedanke und die Gesichtsauffaffung die Der Prophetismus sieht das Verderben des Volkes in der Ungerechtigkeit, die Frucht her Gerechtigkeit aber wird die messianische Heilszeit sein rückend schönen Bildern zn sagen weiß, die Ära, da der Traum der Gerechtigkeit sich Gerechtigkeit, deren en Zauberkraft Hosea^) zandringenden Tönen tnotiv der jesaianischen Erhabenheit Gottes. der Propheten. von der er in so beottesberge, zum Hause, wollen wandeln seine sein, er, der ganz erichtet in Gerechtigkeit verwirklicht: Völker wallen und sprechen: „Auf, empor zum Qti da Jakoibs Gott thronet, er soll uns lehren seine Wege, wir Stege. ') Der Messiaskönig wird dann ein strahlendes Vorbild füllt ist vom Geiste Gottes, dem Geiste der Gerechtigkeit: „er die Archen und schlichtet in Gradheit den Duldern im Lande."") Irr diesem Sinne weissagt auch Jeremias von einem!>avidischen Fürstensohn einem Sproß der Gerechtigkeit, der Recht und Gerechtigkeit wirket im Lande," und von einem zukünftigen Jerusalem mit der Losung: der Ewige, unser Gerechtigkeitsideal. * 7) Eis spricht sich darin der felsenfeste Glaube an die siegende Gewalt des Guten aus, das schließlich sich trotz aller Hemmnisse und Hindernisse ruf Erden verwirklicht. Die metaphysiche Voraussetzung dieser Überzeugung ist die Gerechtigkeit Gottes, seine sittlich heilige Persönlichkeit, die allein die endliche Realisierung des Guten in der Welt sicher stellt. Der Einfluß dieses prophetischen Glaubens an Gottes Gerechtigkeit zeigt sich bei den exilischen und nachexilischen Schriftstellern auch in einer i sprachlichen Eigenheit. Zedek und Zedakah, Recht und Gerechtigkeit, werden im Sinne von Heil und Rettung gebraucht.8) Den: entsprechend wetden Chatat und 'Aw6n, Schuld und Sünde, synonym mit Strafe und Unheil angewendet.9) Es ist darin das Bekenntnis zur Vergeltungslehre ausgesprochen: Dem Gerechten Heil, dem Frevler Verderben.. Wie ein reicher Strom durchflutet diese Auffassung das ganze heilige Schrifttum. In den großen Warnreden-des Gesetzgebers"') gilt der Segen als Folge des Guten, der Fluch als Wirkung des Bösen. Tief wurzelt diese Überzeugung im Gemüte des Frommen. Aus diesem Glauben singt das alte Lied: „Des Frevlers Wehr zersplitterst du""), „Du hassest ajte Übeltäter,"1Ä) lehrt die Spruchweisheit, daß des *) m 6, 2. 2) Am. 5, 24. p) Hos. 6, 6. *) Jes 7, 9. b) ^cf. 2, 3. •) Jes. 11, 4. 7) Jer. 33, 15, 16. 8) Jes. 45. 8; 36, 13; 48, 18 ») Jes. 5, ^8; 40, 2. Sach. 14, 19. v 31, 11. ") Lev. 26, Deut. 28. ») y 3, 8. ") y 5, 6. j

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