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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-06-01 · Heft 6 (1.6.1906) · p. Seite 125

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 6 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
Seite 125 (sequence 7)
Language
German
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125 guten Wesens als treibende Kräfte zu gleicher Zeit, aber nicht in gleicher Stärke wirksam sein. Wie aber ist es gekommen, daß in Israel lediglich die Anbetung eines höchsten Wesens als eines sittlichen Vorbildes sich mächtig entfalte! e und alle animistischen und naturalistischen Strebungen und Regungen aus dem religiös m Leben tilgte? Wie kam dieser semitische Stamm dazu, die Religion als sittliche Gemeinschaft mit Gott und als Hingabe an seinen Willen zu begreifen? Rein entwicklungsgeschichtlich läßt sich diesem Phänomen nicht beikommen. Es bleibt ein irrationabler Rest. Wir werden immer wieder zu b<r Annahme gedrängt, als der Gerechte, der erfahren, das ist sein ist es das Gott selbst habe sich Israel in seinem wahren Wesen enthüllt, Gefallest hat am Recht. Das hat Israel vor allen Völkern Adelsbpief und Ruhmestitel in der Weltgeschichte. Darmst erwähltb Volk. Mit entsiegelten Augen haben die hellgeborenen Gotteskinder, die Seher und Sänger i der Bibel, in die Tiefen des Glaubens hineingeschaut ir . seligendssr Gottesnähe, mit der Sehnsucht ihrer Seele haben si und er fließ sich von ihnen finden. ' Wir nennen's Offenbarung. . der göttliche Geist in seinen Lieblingen sich erleben läßt, in ihnen ist so gut beglaubt wie nur irgend ein geschichtliches Ereigne Vorgänge bei dieser Vereinigung der Seele mit ihrem Urquell dunkles Mysterium, deren eignes Innenleben durch dergleichen weiht ist. Änalogieen erklären hier wenig. Was ein Künstler rätselhaft schafft und wirkt, mag wohl auch eine Art Inspiration sein, das Unerklärlich e Baader beipflichten: „Alles Große, Schöne, Wahre hat sein danken, was man Fleiß und Nachdenken nennt, sondern den Lichtmomenten der Offen, barung^ und uns mit dem Faktum begnügen, das wir anerkennen, ohne es ganz verstehen zu können. Als Gnadengabe leuchtete in Abraham zum ersten Male daß über den Sternen, die so klar und hell auf Mesopotamiens strahlen, der eine Gott waltet, der ihm ins Gewissen geschrieben bin Gott, der Allmächtige, wandte vor mir und werde vollkommen."') Der Weg und die Weise Gottes war ihm da lichtvoll aufgegangen: „Der Pfad des Ewigen, zu üben Gerechtigkeit und Tugend;'") der Wandel in Gott war nun u Helles Licht getaucht. Auf gottgefälliger Spur sprießen die Blümlein des Rechts und Liebe lund Gerechtigkeit! Gerechtigkeit als Vorbedingung wahrer Liebe. Das ist der Grundton der Gottes- und Weltanschauung, die seit Abrcham immer reiner und machtvoller in Israel ausgeprägt wurde. Gerechtigkeit war das Lebensideal Mosis, ausheiligen Stunden beden Ewigen gesucht, Die Tatsache, daß wirkt und sich mitteilt s. Die Zustände und bleiben für alle ein Erfahrungen nicht gebleibt. Wir werden Dasein nicht dem zu das Bewußtsein auf, weite Fluren herniederdie Mahnung: „Ich l) Gen. 17, 1. 2) Gen. 18, 19.

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