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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 118

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 118 (sequence 48)
Language
German
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118 nur einer kleinen Zahl von Gelehrten zugänglich sei und deshalb auch nur von wenigen Juden in seinen Quellen studiert werde, wegen der Schwierigkeit der Kontrolle der Schwindel gelehrter Jndustrieritter besonders breit mache. Er -ersuchte auch seinerzeit ihn nicht als Sachverständigen' int Prozeß Rohling gegen Bloch zu bestellen, da er sich gegen Rohling anssprechen müsse, was ihm bei ihrer langjährigen Freundschaft peinlich sei. Herrn Dr. Ecker in Münster, eine andere „Talmudautorität" brandmarkte Professor Bickell als „Jndustrieritter." — Bon dem großen Geschichtswerk von H. Grätz wird demnächst eine ungarische Ausgabe erscheinen. Es hat sich-eine Gesellschaft gebildet, welche die sechs Bände umfassende ungarische Ausgabe verlegen wird. Die Redigierung wurde den berufenen Händen des. Redakteurs Max Szabolcsi, dem gelehrten Rabbiner Dr. Samuel Kohn, sowie einer Reihe von jüdischen Schriftstellern, darunter:. Alexander Konmromi, Andor G^bor, Josef Patai u. a. anvertrant. — Der Böhmische Rabbiner-Verband beschäftigte sich vor einiger Zeit in einer in Prag abgehaltenen Generalversammlung auch mit der Stellungnahme zur Leichenverbrennung. Rabb. Di-. Krengl aus B.-Leipa Hielt einen Vortrag über die Art der Bestattung in biblischer und talmudischer Zeit und gelangte zu dem Schluffe, daß sowohl vom historischen wie vom religiösen Standpunkte an der Beerdigung festzuhalten sei. Es wurde eine diesbezügliche Resolution angenommen, doch in derselben auch der Toleranz entsprochen; somit soll, falls dem Willen des Verblichenen oder seiner Familie entsprechend die Leichenverbrennung 'vorgenommen wird, der religiöse Ritus und die geistliche Rede des Rabbiners gewährt und die Aschen-Urne beerdigt werden. Die Resolution wird die Grundlage weiterer Beratungen int Rabbiner-Verband bilden, damit eine für alle Mitglieder annehmbare Form gefunden lverde. —- Dem inBudapest jüngst verstorbenen Herausgeber des neuen Pester Journals Sigmund Brody hat man an der Wiege nicht vorgesnngen, daß er eintnal ein steinreicher Mann, Eigentümer des verbreitetsten deutschungarischen Blattes und Mitglied des ungarischen Magnatenhauses sein werde. Oft genug hat er im vertrauten Freundeskreise erzählt, wie sich sein Vater zu seinem journalistischen Berufe stellte. Daß der „Zsiga" ein Studierter wurde, fand der Alte selbstverständlich, denn Zsiga war ein ungewöhnlicher Kopf. Also ein Doktor. Zsiga aber ward bei seinem ersten Besuch der Anatomie ohnmächtig/ Er sattelte nun um und wurde Jurist. Auch gut. Ein „Fiskal" war ja attch etwas. Da hängte Zsiga eines Tages auch die Jurisprudenz an den Nagel und wurde Journalist. Der Alte fragte- „Was ist das, ein Journalist?" Der Sohn erklärte ihm: Ein Mensch, der den andern Leuten gedruckt.erzählt, was es in der Welt Neues gebe. „Woher weiß er's denn?" fragte der Alte weiter. „Aus anderen Zeitungen." „Heißt ein Geschäft!" sagte der Alte in seinem Jargon kopfschüttelnd und war lange mit dem Berufswechsel seines Sohnes nicht auszusöhnen. Zsiga aber hatte wirklich einen guten Kopf, war ein ebenso guter Geschäftsmann wie Publizist und brachte das von ihm in Gemeinschaft mit I. Schnitzer gekaufte Journal bald auf eine solche Höhe, daß er dem

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