Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 4-5 (1.4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 117 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Aonatefcbaa. Eine von Berliner und auswärtigen Mitgliedern gut „Curatori^ms des Gesamtarchivs der des D. 8-j ®- B. abgehalten. Da- Lützowstraße 15 unter Leitung des Heime Staatsarchiv für sein Amt ausgebildet wird, dem ein H steht, eröffnet. Bereits hat eine grö zere Anzahl von Gemeinden deutschen Juden" wurde am 1. April im Bureau Archiv wurde am 1. Oktiber 1905 im Hause Herrn Or. Täubler, der durch besuchte Sitzung des rm das Berliner Gelfsarbeiter zur Seite ihm chre Akten übergeben, andere haben das gleiche zugesagt, mit noch anderen werden Verhandlungen geführt. Dazu kommen die Archivalien des deutsch-israelitischen!Gemeindebundes und eine Anzahl von Urkunden aus Prü atbesitz. Es ist von großer Wichtigkeit, daß diese bedeutsame-n und vielfach unersetzlichen Schriftstücke, die in den Hunden ihrer bisherigen Besitzer, s^ien es Privatleute oder Gemeinden, wie die Erfahrung! lehrt, vom Untergang bedroht siqd, durch Übergabe an das Gesamtarchiv bewahrt und oer historischen Wissenschaft nutzbar gemacht werden. Jede Gemeinschaft ist es ihrer Ehre schuldig, alle auf ihre Vergangenheit bezüglichen Urkunden zu sammeln und vor Vernichtung zu schützen. Auf einzelne Gemeinden hrt das Vorhandensein des Archivs erzieherisch gewirkt, ind^m auch solche, die vorläufig noch nicht zur Abgabe ihrer Schätze bereit sind, sich nunmehr die Ordnung und Verwahrung derselben angelegen |jein lassen. Das anzustrebende Ideal bleibt es, daß alle historischen Dokumente det deutschen Judenheit an einer Stelle vereinigt werden. V)n besonderem Werte sind die geschlossenen Gruppen, d. h. Sachmmlungen sämtlicher Gemeindeakten während eines Längeren Zeitraumes: solche sind besonders von Darmstadt (mit dem Jahre 1650) und von Ostrowo (mit dem Jahre 165(6 beginnend) eingegangen. Das älteste bisher eingegangene Archivstück rührt aus dem Hahre 1570 her. Das Crratorium beabsichtigt, durch eine populär gefaßte Denkschrift das in jüdischen Kreisen noch wenig verbreitete Verständnis fiir die Bedeutung des Archipwesens zu heben und durch die Ernennung von korrespondierenden Mitgliedern i\\ allen Teilen des Reiches seinen Bestrebungen Förderet zu gewinnen. Einer bei den Staatsarchiven bewährten Einrichtung entsprechend soll an die Vorstände der jüdischen Gemeinden die Aufforderung gerichtet werden, keine Kassation von Akten vor-* zunehmen, ohne sich mit dem Gesamtarchiv in Verbindung gesetzt zu haben. — Zum Prediger cn der B er liner jüdischen Gemeinde ist Herr Di*. Emil Cohn gewählt worden. — In ll 1 m starb am 2. Februar Herr Rabbiner M. Fried und in Fi lehne am 12. Februar Herr Rabbiner Dt- Salomon Richter. Es waren zwei um das Judentum hochverdiente Männer, deren Andenken ein gesegnetes bleibt. — In Wien starb Her!r Professor Gustav Bikell, der bekannte katholische Theologe und Orientalist erworben hat. Er hob seinerzeit hervor, daß sich in dem jüdischen Schrifttum, der sich durch Entlarvung antisemitischer Talmudfälscher ein Verdienst