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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 99

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 99 (sequence 29)
Language
German
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David: <Za, ich bin glücklich, Jonathan! Wovon So oft wir sprachen nur als Zukunststraum, Ausmalend uns die Schönheit der Erfüllung — Es ist erfüllt, und süß're Bande bald Als nur der Freundschaft werden uns umschließen. Jonathan: Versteh' ich recht? Der König hätte dir, Was meiner Bitte trotzig er verweigert, Gewährt aus eignem Antrieb? Ganz von selbst? David: Verweigert deiner Bitte? Du also Hast mein Geheimnis offenbart dem König Und hast für mich geworben? Nun wird's klar: Was ich mir selber halb, halb seiner Laune Nur zuschrieb, ich verdank' es dir. O, Freund, Wie arm bin ich! Ich darf nur stets empfangen, Und geb' dir nichts zurück — und du bist reich, Weil arm an Wünschen — und so kann der Freund Beschämt nur vor dir stehn. Jonathan: Beschämt bin ich. Ungnädig nahm der König auf mein Werben Und fast hütt' ich's bezahlt mit meinem Leben. Denn, als ich mahnt' ihn an sein Königswort, Und dein Verdienst ihm pries, wie sichs gebührt, Warf er im Zorn den Spieß nach mir. Ich floh, Und knapp entkam ich nur dem Tod. David: So bin ich dreifach nun in deiner Schuld. Jonathan: Sprich nicht von Schuld, von Geben und von Nehmen! Die Freundschaft rechnet nicht, war' sie sonst Freundschaft? Doch wir vertändeln schwatzend hier die Zeit Und denken nicht, daß Michal ängstlich harret Auf die Entscheidung. Auch bei ihr warb ich Für dich. Ich könnt mir's sparen, -denn die Liebe War mir vorausgeeilt als Werberin. Ich hole sie. David: Noch nicht. Noch ist's nicht sicher — Jonathgn: Du sagtest doch, daß dir der König selber — David: Gewiß! Doch vorher Hab' ich zu erfüllen Noch die Bedingung, die der König stellte: Ich muß als Morgengab' dreihundert Häupter Ihm liefern von den Scharen der Philister. Jonathan: Abscheulich! O, ich schäme mich des Vaters — David: Ein jeder wird besteuert nach Vermögen. Mir schmeichelt's, daß man hoch mich eingeschätzt. Jonathan: Du kennest nicht die Größe der Gefahr. David: Ich weiß. Gott ist mit mir, und fürcht' mich nicht. Und werd' ich einmal zagen in dem Kampf — Gibt nnr der holden Michal süße Liebe Des Adlers Fittich und die Kraft des Löwen. Dürft' ich nur einmal, eh' das Schwert ich ziehe, Aus ihren Flammenaugen Glut mir holen — So sollt'mein Schwert ein wildes Feuer sein, Der Feind vor mir wie dürres Steppengras. Jonathan: Du sollst sie sehn, ich rufe sie sogleich. (Jonathan ab.)

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